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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Flächenheizung und -kühlung

Um die Energiewende auch auf dem Wärmemarkt voranzubringen, stellt sich nicht nur die Frage nach energieeffizienten Wärmeerzeugern, sondern gleichfalls die Frage nach geeigneten Systemen für eine nachhaltige Wärmeübergabe, die nicht nur Wärme effizient einsetzen, sondern auch den mannigfachen Anforderungen in Neubau und Modernisierung entsprechen. Im ersten Teil dieses Beitrages wurde neben Ausführungen zur Entwicklung der Wärmeübergabe an den Raum und zur thermischen Behaglichkeit die Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum dargestellt.


Im ersten Teil dieses Beitrages1) (Lesen Sie hier den ersten Teil des Beitrages) wurde neben Ausführungen zur Entwicklung der Wärmeübergabe an den Raum und zur thermischen Behaglichkeit die Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum dargestellt. Der folgende zweite Teil stellt die Systeme der Flächenheizung/-kühlung vor und betrachtet abschließend die Wärme- und Kältebereitstellung.

Systeme der Flächenheizung/ -kühlung

Der Markt bietet eine Vielzahl von Systemen der Flächenheizung/-kühlung in Trocken- und Nassbauweise, sowohl für den Gebäudebestand als auch für den Neubau. Besonders im Bestand kann durch eine Flächenheizung/-kühlung die angestrebte Effizienzsteigerung einer energetischen Sanierung wirksam umgesetzt werden.
Diese Systeme beinhalten sämtliche Komponenten und bieten neben der Funktionssicherheit durch die Feinabstimmung und Anpassung auch eine umfassende Gewährleistung, sowie Planungsunterstützung für das Fachhandwerk ebenso wie für den Fachplaner. Darüber hinaus umfasst der Systemgedanke auch Befestigungsmaterial, Wärmedämmelemente und hydraulische Armaturen wie beispielsweise elektronische Regelkomponenten, als komplette Produkteinheit.
Es handelt sich jeweils um flächenbezogene und wassergeführte Wärmeübergabesysteme, welche sich unmittelbar unter der Oberfläche von Boden, Wand und Decke befinden. Durch diese bauliche Integration vermag die Flächenheizung/-kühlung sich nicht nur als integraler Bestandteil der raumbildenden Flächen auszuzeichnen, sondern überzeugt auch durch ihre thermische Qualität. Die Flächenheizung/-kühlung kann die den Menschen umgebenden Bauteile im Raum thermisch aktivieren und diese können somit ihr jeweiliges Wärmespeicherpotenzial im Sinne einer nachhaltigen Energieeffizienz ausschöpfen. Da ihre Wirkweise immer reversibel (Heizen und Kühlen) möglich ist, kann in diesem Zusammenhang von einer flächenbezogenen Temperierung des umbauten Raumes gesprochen werden.
Die Reaktionszeit bei der Raumtemperaturregelung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie u. a. von der überbauten Materialschicht (Estrich, Bodenbelag, Putze und Anstriche, etc.) als Materialaufbauten, Verkleidungen und Überbauungen durch Möbel (Hinweis: Dies sollte nach Möglichkeit vermieden werden), Raumgestaltungselemente, usw. Durch die Position der Wärmeübergabeelemente und den jeweiligen Aufbau, sowie eine fachgerecht Planung und Ausführung können unterschiedliche Reaktionszeiten bei der Raumtemperaturregelung erreicht werden. Allein hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit (l) von Materialien ergibt sich z. B. bei einer Fußbodenheizung/-kühlung mit keramischen Belägen naturgemäß eine geringere Reaktionszeit bei der Raumtemperaturregelung, als bei einem Laminat-, Holz- oder Korkbelag. Dies gilt es bereits bei der Planung zu berücksichtigen!
Für die Planung und Ausführung sind folgende, regelungstechnische Parameter der Detailplanung relevant:

  •  Wärmeleitfähigkeiten der Materialien
  •  Materialaufbauten und –schichten
  •  Massestrom
  •  Systemtemperaturen

Neben den Planungs- und Ausführungsregeln sind immer die Herstellerangaben insbesondere hinsichtlich der Materialkombinationen im Schichtaufbau (Wärmeleitwiderstand) der Oberflächen zu beachten.
Im Folgenden werden die drei verschiedenen Systeme der Flächenheizung/-kühlung vorgestellt.

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Autoren

 Frank Hartmann

Referent für Flächenheizung/-kühlung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).