Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 2

Intelligent automatisiert

Moderne Automationssysteme bringen große Vorteile für Gewerbeimmobilien – allerdings nur dann, wenn die Anlage optimal auf den Bedarf angepasst ist. Ist dies nicht der Fall, kann das im Betrieb hohe Kosten nach sich ziehen. TÜV SÜD zeigt, wie Bauherren und Fachplaner Fehler bei der Integration von Gebäudeautomation vermeiden können.


HA208-Bildartikel-1

Bild 1
Unsachgemäß rückgebaute Kabel und unzureichender Verschluss der Kabeldurchführungen

Wenn es um die Automation ganzer Gebäude geht, werden die Anforderungen an Fachplaner immer komplexer. Von ihnen wird heute detailliertes Know-how in verschiedensten Disziplinen gefordert: Sie müssen sich mit den physikalischen Anforderungen von Heizung und Lüftung, Klima- und Beschattungsanlagen ebenso auskennen wie mit Steuerungs- und Elektrotechnik und dem Einsatz von IT. Denn nur wer den vollständigen Überblick über alle Gewerke hat, kann die Wechselwirkungen der einzelnen Komponenten fachgerecht beurteilen.

Fehler verursachen hohe Kosten

HA208-Bildartikel-2

Bild 2
Unterstützung der Prüfung von GA Systemen mit einem standardisierten Prüfprotokoll

HA208-Bildartikel-3

Bild 3
Unsachgemäß montierte und nicht funktionierende Laufüberwachung eines Ventilatorantriebes

Die Herausforderung beginnt schon bei der Ausschreibung, mit der qualifizierte Firmen für die Realisierung gesucht werden, und setzt sich in einer effektiven Steuerung in der Bauphase fort. Wird die Automatisierung nicht von Anfang an optimal geplant, kann sich das massiv auf den gesamten späteren Betrieb auswirken: Möglich sind hohe Nebenkosten ebenso wie teure Wartungen und Reparaturen – vor allem dann, wenn die Anlagen der verschiedenen Gewerke nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Weil Fehlplanungen und Mängel (siehe Bilder 1 und 3-6) bei der Ausführung im Nachhinein oft schwer oder nur aufwendig zu beheben sind, muss von Anfang großer Wert darauf gelegt werden, frühzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Bedarfsabhängige Planung

HA208-Bildartikel-4

Bild 4
Überfüllter Kabelkanal mit offenen und nicht aufgelegten Kabelenden

HA208-Bildartikel-5

Bild 5
Nicht dokumentierte und nicht fest eingebaute elektrische Baugruppe

In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass in der Konzeptionsphase noch nicht konkret genug definiert ist, wie die Anforderungen im späteren Betrieb sein werden und welche Bauvorgaben sich daraus ergeben. Ohne diese Spezifizierung ist eine sinnvolle Planung jedoch schwierig. Entscheidend ist es deshalb zunächst, die genauen Bedürfnisse zu ermitteln. Ziel einer Automation ist es in der Regel, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu verbessern, den Nutzungskomfort zu erhöhen sowie mehr für Sicherheit und flexiblere Steuerung zu tun. Die Anforderungen variieren wiederum je nach Gebäudetyp und Nutzung: Ein Bürohaus hat einen anderen Bedarf als ein Hotel oder ein Einkaufszentrum. Ein System, das für den einen Zweck optimal ist, kann für andere Bauten und Nutzungen unpassend sein.
Was soll die geplante Gebäudetechnik leisten? Welche Vorteile erwartet man von der Automation? Je detaillierter solche Fragen gestellt und beantwortet werden, desto besser ist es für die Planung. Ein Planer sollte Fragen deshalb konkret formulieren: Welche Temperaturen sind für welche Uhrzeiten in welchen Räumen erwünscht? Wann soll die Heizungsanlage generell an- und abgeschaltet werden? Werden Bewegungsmelder für die Beleuchtung benötigt? Sollen diese Bewegungsmelder zugleich die Lüftungsanlage steuern? Sind für das konkrete Projekt Vorgaben wie die Energieeffizienzverordnung (EnEv 2016) relevant? Und wie hoch ist das Budget für die Anlagen und für den künftigen Betrieb?

Seite des Artikels
Autoren

Dipl.-Ing. (FH) Patrick Lützel

Dipl.-Ing. Christian Bauerschmidt

Elektro- und Gebäudetechnik, TÜV SÜD Industrie Service GmbH, München.

Mobile Überwachung...

...von Anlagen mit TÜV SÜD-Objektbrief TGA

Überwachung aus der Ferne: Ein automatisiertes Gebäude ist nicht nur flexibel in der Steuerung, sondern auch bei der Überwachung. Die virtuelle Plattform TÜV SÜD-Objektbrief TGA macht es möglich, dass Klima-, Lüftungs- und Heizungsanlagen im laufenden Betrieb von jedem Ort aus überwacht werden können. Dazu werden über standardisierte Datenprotokolle wie BACnet die Messwerte aus dem Automationssystem übertragen und mit Hilfe von KPIs (Key Performace Indikatoren) grafisch dargestellt. Mit diesem digitalen Prüfstand kann immer tagesaktuell ermittelt werden, ob die Anlage einwandfrei funktioniert.