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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Kälte-Container verschafft Produktionsbetrieb grüne Zahlen

Mit über 130 Jahren Geschichte zählt Busch-Jaeger mittlerweile zum Marktführer in der Elektroinstallationstechnik. Das Unternehmen legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit, in dem es Qualitäts-, Umwelt-, Arbeits-, Gesundheitsschutz- und Energiemanagement fest in die Unternehmensstrategie integriert hat. In den Bereichen Umwelt und Energie hat sich Busch-Jaeger u.a. auf die Optimierung des Kühlsystems der eigenen Spritzgusswerkzeuge konzentriert und sich für ein neues innovatives Energiesystem entschieden. Damit wird der CO2-Ausstoß um 381 Tonnen/Jahr reduziert und die Energiekosten erheblich gesenkt.


Bild 1 Am Standort Bad Berleburg wird durch das neue Energiesystem direkt Strom, Wärme und Kälte vom Unternehmen selbst erzeugt

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Am Standort Bad Berleburg wird durch das neue Energiesystem direkt Strom, Wärme und Kälte vom Unternehmen selbst erzeugt

Es handelt sich hierbei um ein Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs(KWKK)-System, das aus insgesamt sieben Adsorptionskältemaschinen (AdKMs) der Clean-Tech Firma InvenSor und einem Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht. Durch diese Konstellation wird am Standort Bad Berleburg (Bild 1) direkt Strom, Wärme und Kälte vom Unternehmen selbst erzeugt. Das BHKW dient als Wärmequelle und liefert den AdKMs die benötigte Abwärme zur Kälteerzeugung.

Entstehung des neuen Energiesystems

Vor dem Einsatz des KWKK-System wurde bei Busch-Jaeger eine Kompressionskältemaschine mit 211 kW Kälteleistung zur Kühlung der Spritzgusswerkzeuge in der Kunststofffertigung eingesetzt. Die Notkühlung erfolgte durch Stadtwasser. Für den Fall eines Ausfalls bedeutete dies einen Frischwasserbedarf von 500 m³ pro Tag. Da diese Wassermenge nur für maximal drei Tage vom örtlichen Energieversorger zur Verfügung gestellt werden kann, waren Produktionsausfälle möglich. Dieses Risiko wollte das Unternehmen nicht länger eingehen. Da zudem die Bestandsanlage veraltet war, war die Entscheidung zu einer Runderneuerung mit maximaler Energieeinsparung die logische Konsequenz.
Lucas Bergmann, Energiebeauftragter bei der Busch-Jaeger Elektro GmbH, hat im Rahmen seiner Masterarbeit das Potential der KWKK-Systeme ermittelt, welche durch die wirtschaftlichen Vorteile, wie etwa sinkende Strom- und Wartungskosten, in die engere Auswahl kamen. Da der Einsatz einer thermisch angetriebenen Kältemaschine durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert wird und als Kältemittel Wasser verwendet wird, was eine Gefährdung der Umwelt vollkommen ausschließt, fiel die Entscheidung letztendlich auf die Adsorptionstechnologie. „Ein einfacher Austausch der herkömmlichen Kälteanlage kam für uns somit nicht mehr in Frage, v. a. da die Investitionskosten für eine Absorptionskältemaschine nahezu identisch und die Wartungs- und Betriebskosten dafür deutlich höher gewesen wären “, so Lucas Bergmann.

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Autoren

 Karoline Mickan

Teamassistenz Marketing & Vertrieb, InvenSor GmbH, Berlin.

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