Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Innovatives Nahwärmenetz


In der 1 300-Einwohner-Gemeinde Büsingen am Hochrhein in Baden-Württemberg versorgt seit dreieinhalb Jahren eine Kombination von Bioenergie und Solarthermie 107 Haushalte sowie alle öffentlichen Gebäude mit klimafreundlicher Wärme. Ein 6 km langes Nahwärmenetz liefert die erneuerbare Wärme direkt ins Haus. Für dieses erfolgreiche Projekt zeichnete die Agentur für Erneuerbare Energien im Februar dieses Jahres Büsingen als Energie-Kommune des Monats aus. Durch den Betrieb der Holzhackschnitzelanlage in Kombination mit Solarwärme gelingt es, rd. 450 000 l Heizöl und 1 200 t Kohlendioxid jährlich einzusparen. Grundlage für das Projekt war die Bereitschaft der Gemeinde, die eigene Energieversorgung klimafreundlich auszurichten.

Heizzentrale umgeben von Solarthermiekollektoren

Heizzentrale umgeben von Solarthermiekollektoren


Das Nahwärmenetz in Büsingen ist seit 2012 in Betrieb, die Solarthermieanlagen wurden 2013 angeschlossen. Ein 1 090 m² großes Solarthermie-Kollektorfeld erzeugt 12 % der Wärme, vorwiegend für den Bedarf im Sommer. Der größte Teil der Vakuumröhrenkollektoren befindet sich auf zwei Freiflächen. Als innovative Lösung wurden zusätzlich auf der Fassade der Heizzentrale Kollektoren installiert. Die restlichen 88 % Wärme stellt ein Hackschnitzelheizwerk mit einer Leistung von 1 350 kW zur Verfügung. Zwei Speicher mit der Kapazität von je 50 m³ Warmwasser unterstützen die Versorgung. So ist es möglich, dass die Solarthermieanlage im Sommer das Heizen mit Holz entlastet. Der Holzbedarf der Gemeinde Büsingen wird pro Jahr um viele Kubikmeter Holz gesenkt und ermöglicht so Einsparungen bei den Betriebskosten. Die Solarthermie vermeidet unwirtschaftliche Teillastbetriebszustände und schafft Zeit für Wartungen an der Holzhackschnitzelheizung.
Profitieren konnte die Kommune von Förderungen durch das Land Baden-Württemberg aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und einem zusätzlich KfW-Darlehen Teilschulderlass. Der restliche Anteil wurde aus dem Aktienkapital des Betreibers finanziert. Die Investitionskosten für das Tandem von Bio- und Solarenergie sind gegenüber dem Heizen mit nur einem System erst einmal höher. Jedoch lassen sich bei den Brennstoffkosten hohe Einsparungen erzielen. Zudem waren durch den Mengeneinkauf die technischen Komponenten und die Montage der Solaranlage günstiger.

Verwandte Artikel

Im Zeichen der neuen Energiewelt

Den Fokus auf die Gesamteffizienz legen

Autarkes Heizen und Kühlen eines Bürogebäudes

Maßgeschneiderte Energiespeicher

Intersolar Europe 2017: Energieversorgung der Zukunft

Das Elektroauto als Solarspeicher