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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Klappe zu in 15 Sekunden

Die Brände in den Luxushotels „The Address“ in Dubai und „Ritz“ in Paris, die Anfang 2016 für Schlagzeilen sorgten, sind leider keine Einzelfälle: Wegen ihrer spezifischen betrieblichen Besonderheiten sind Hotels – auch in Deutschland – regelmäßig einer großen Brandgefahr ausgesetzt. Dabei geht das größte Risiko häufig gar nicht von den Flammen, sondern vom toxischen Brandrauch aus, der den Personen im Gebäude die Orientierung erschwert und so häufig Todesopfer fordert. Um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, setzt ein Hotel im Zentrum Münchens daher unter anderem spezielle Brandschutzklappen ein, die in der Lüftungsanlage verbaut wurden und so die Ausbreitung von giftigen Gasen, Rauch und Flammen über die Lüftungskanäle verhindern sollen.


Die besonderen Nutzungsmöglichkeiten von Hotels mit Räumlichkeiten wie Küchen, Saunen und Versammlungsräumen führt dazu, dass häufig Brände entstehen und es dabei in vielen Fällen nicht nur zu Sachschäden kommt, sondern auch Menschen in Lebensgefahr geraten. Die meisten Todesopfer fordert dabei häufig der Brandrauch, da er toxisch ist und den meist ortsunkundigen Gästen die Orientierung erschwert. Daher hat im Brandfall noch vor dem Löschen das Eindämmen von giftigen Gasen, Rauch und Flammen höchste Priorität. Um eine Verbreitung über die Lüftungskanäle zu verhindern, müssen zum Beispiel auch die Brandschutzklappen, die in der Lüftungsanlage verbaut sind, selbst unter extremen Belastungen einwandfrei funktionieren. Ein Hotel nahe des Münchner Hauptbahnhofs ließ daher 400 Brandschutzklappen der geba Bartholomäus GmbH installieren, die dank eines eigens angepassten Stellantriebes von Gruner besonders schnell und zuverlässig arbeiten.

Gleichbleibendes Drehmoment trotz Hitzeeinwirkung von 100 °C und mehr

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Bild 1
Für ein besonders schnelles und zuverlässiges Verschließen der Brandschutzklappen in nur 15 s sorgen im Brandfall eigens angepasste Stellantriebe

Zum Absperren von Lüftungsrohren werden in der Regel Brandschutzklappen mit einem Schmelzlot verwendet. Steigt die Temperatur im Inneren der Brandschutzklappe durch heiße Brandgase über eine Temperatur von 72 °C, löst bei diesen Modellen das Schmelzlot unmittelbar aus und schließt die Klappe. Bei der GBK-K 90 EU hingegen (Bild 1), die mit einem Federrücklaufantrieb von Gruner ausgestattet ist, erfolgt das Schließen der Klappe durch die thermoelektrische Auslöseeinrichtung: Erreicht die Temperatur in der Luftleitung oder am Antrieb der Klappe den Wert von 72 °C oder fällt die Versorgungsspannung aus, wird die antriebsinterne Feder freigegeben, die dann die Tür im Lüftungskanal zudrückt.
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Bild 2
Um den hohen Temperaturen widerstehen zu können, sind in den Stellantrieben alle wichtigen Bauteile aus Stahl geformt. So erträgt die Anlage auch 100 °C über längere Zeit, ohne Drehmoment einzubüßen

Der BLDC-Motor fungiert in dieser Situation als Bremse, um die Klappe und den Stellantrieb vor einem abrupten Zufallen zu schützen. Dennoch werden für das Verschließen der Klappen lediglich 15 s benötigt – die vorgeschriebene Norm liegt bei 2 min.
Dieser Einsatz stellt besonders hohe Ansprüche an die Widerstandsfähigkeit und Leistung der elektrischen Stellantriebe, die beispielsweise eine manuelle Schaltung ermöglichen müssen, um die Lüftung präventiv zu blockieren, bevor das Feuer sie erreicht. Gruner fertigt daher alle wichtigen Bauteile der Antriebe aus Stahl, damit trotz Hitzeeinwirkung das Drehmoment des Motors erhalten bleibt (Bild 2). Temperaturen von bis zu 100 °C sind so auch über längere Zeit kein Problem.

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Autoren

 Michael Köhle

Key Account Manager für Stellantriebe bei der Gruner AG, Wehingen.

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