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Ausgewählte Ausgabe: 02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Schallschutz Technische Gebäudeausrüstung

Siebenundzwanzig Jahre lang hat es gedauert, bis die DIN 4109 als neuer Weißdruck erscheinen konnte. Die Mindestanforderungen sind gegenüber der Ausgabe 1989 weitgehend gleich geblieben. Lediglich bei erprobten Bauweisen zum Trittschall von Decken und Luftschall bei doppelschaligen Haustrennwänden hat es geringfügige Anpassungen gegeben. Die Grenzwerte für die Luftschalldämmung R’w im Geschosswohnungsbau sind gegenüber der Ausgabe 1989 sonst unverändert geblieben.


Nach wie vor werden Mindestanforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen schutzbedürftiger Räume und an die zulässigen Schallpegel in schutzbedürftigen Räumen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden zum Schutz
- gegen Geräusche aus Nachbarwohnungen
- gegen Geräusche von Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung
- gegen Außenlärm, z. B. Verkehrslärm und Lärm aus Gewerbebetrieben gestellt.
Nicht behandelt werden neben dem erhöhten Schallschutz (siehe VDI 4100) beispielsweise
- der Schallschutz im eigenen Wohn- und Arbeitsbereich, ausgenommen der Schutz gegen Geräusche von Anlagen der Raumlufttechnik, die vom Nutzer nicht beeinflusst werden können
- Trittschallübertragung und Geräusche aus gebäudetechnischen Anlagen in Küchen, sofern diese nicht als Aufenthaltsräume (Wohnküchen) vorgesehen sind.
Die gebäudetechnischen Anlagen werden in DIN 4109 Teil 1 sowie im Bauteilkatalog DIN 4109 Teil 36 behandelt.

DIN 4109 Teil 1 – Mindestanforderungen

Zu dieser Norm gibt es in verschiedenen Kapiteln folgende Hinweise zu gebäudetechnischen Anlagen:

Zu Kapitel 7.4 Einfluss von Lüftungseinrichtungen und/oder Rollladenkästen

Es wird festgestellt, dass zum Schutz gegen Außenlärm Fenster und Türen bei der Lärmeinwirkung geschlossen bleiben müssen. Die geforderte Luftschalldämmung darf durch Lüftungseinrichtungen oder Rollladenkästen nicht verringert werden.
Bei der Berechnung des Schalldämm-Maßes R‘w,ges sind zu berücksichtigen:
- Einrichtungen zur vorübergehenden Lüftung (z. B. Lüftungsflügel und -klappen) im geschlossenen Zustand
- Einrichtungen zur dauernden Lüftung (z. B. schallgedämpfte Lüftungsöffnungen, auch mit maschinellem Antrieb) im Betriebszustand.

Zu Kapitel 8 Anforderungen an die Luft- und Trittschalldämmung zwischen „besonders lauten“ und schutzbedürftigen Räumen

„Besonders laute“ Räume sind
- Räume, in denen der Schalldruckpegel des Luftschalls LAF,max,n häufig mehr als 75 dB beträgt
- Räume, in denen häufigere und größere Körperschallanregungen stattfinden als in Wohnungen.
Anmerkung 1: Beispiele (Auszug) sind Technikräume und Räume von Schwimmbädern
Anmerkung 2: Anforderungen (Auszug) an die Trittschalldämmung zwischen „besonders lauten“ und schutzbedürftigen Räumen dienen als Schutz gegen Körperschallübertragung, die von Maschinen oder Tätigkeiten mit starker Körperschallanregung (z. B. in Technikräumen) ausgehen.
Zusätzlich erforderliche Körperschalldämmung von Maschinen, Geräten und Leitungen zum Erreichen der geforderten Werte kann zahlenmäßig nicht genau angegeben werden, weil sie von der Größe der Körperschallerzeugung der Bauteile abhängt, die sehr unterschiedlich sein kann (siehe auch DIN 4109–36).

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Autoren
Dipl.-Ing. Peter Lein

Dipl.-Ing. Peter  Lein

VDI, Inhaber eines Ingenieurbüos, war in mehreren Unternehmen der Heizungs- und
Sanitärtechnik sowie in einem Planungsbüro in leitenden Positionen tätig. Mitwirkung in DIN-, VDI und GAEB Arbeitskreisen.