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Ausgewählte Ausgabe: 02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Beurteilung von Trinkwasser-Installationen anhand von Wasseruntersuchungen

Noch nie wurden in Deutschland so viele Wasseruntersuchungen in Gebäuden durchgeführt wie derzeit. Grund dafür sind die Untersuchungspflichten gemäß TrinkwV seit 2003, die auf Erkenntnisse über trinkwasserassoziierte Erkrankungen in Gebäuden basieren. Wasseruntersuchungen geben Aufschluss über den chemischen und mikrobiologischen Status des Trinkwassers an der Probenahmestelle und ermöglichen darüber hinaus die Auswahl von technischen Maßnahmen zur Sanierung des betroffenen Installationsabschnitts.


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Probenahme gesetzlich verordnet: Die Überwachung der Trinkwassergüte auch in Gebäuden

Fachplaner und -handwerker planen und installieren Trinkwasser-Installationen so, dass bis zu den Entnahmestellen die Wassergüte des Versorgers erhalten bleiben kann. Dieses Ziel wird aber nur erreicht, wenn an jeder Entnahmestelle regelmäßig – also mindestens alle 72 Stunden (VDI 6023) – Wasser entnommen wird. Ohne einen regelmäßigen und vollständigen Wasserwechsel geht jedoch in Installationen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a. a. R. d. T.) die Wassergüte verloren [1]. Deshalb ordnet der Gesetzgeber über die TrinkwV seit mehr als zehn Jahren die regelmäßige Überwachung der Trinkwassergüte auch in Gebäuden an (Bild 1).

Probenahmen dienen nicht nur der Kontrolle der Wassergüte

Chemische und mikrobiologische Untersuchungen dienen der Kontrolle der hohen Wasserqualität beim Versorger und in Gebäuden. Bei unzulässigen Veränderungen der Wasserbeschaffenheit muss unverzüglich eine Risikoabschätzung folgen. Die Fragen lauten:
- Welcher Parameter ist betroffen und wie deutlich wurde der Grenz- oder Indikatorwertwert überschritten?
- Sind die Ergebnisse statistisch abgesichert (vergl. Anhang DIN ISO 19548, Anhang A)?
Im zweiten Schritt stellt sich die Frage, was die Ursache ist und wer sie zu verantworten hat. Vielleicht der Betreiber, weil er zu selten oder einen zu geringen Wasserwechsel herbeigeführt hat? Hat eventuell der Planer oder der Fachhandwerker Pflichten verletzt, weil er abweichend von den a. a. R. d. T. geplant oder installiert hat? Bestehen die verwendeten Produkte aus geeigneten Werkstoffen? Hat vielleicht die Industrie Fehler begangen, indem sie bereits mikrobiologisch kontaminierte Bauteile wie Wasserzähler, Druckerhöhungsanlagen, Armaturen ausgeliefert hat? Die Antworten auf diese und andere Fragen liefern Wasseruntersuchungen, soweit man die Fragestellung klar definiert und mit der untersuchenden Stelle bereits vor der Probenahme abgestimmt hat (Bild 2).

Bild 2 Pseudomonas aeruginosa wurde in der SHK-Branche dadurch bekannt, dass tausende werkseitig kontaminierte Wasserzähler ausgetauscht werden mussten. Auch Druckerhöhungsanlagen sind immer wieder kontaminiert – eine große Gefahr, denn sie verteilen dieses Bakterium im Wasser und nachfolgend in alle Bereiche der Trinkwasser-Installation

Bild 2
Pseudomonas aeruginosa wurde in der SHK-Branche dadurch bekannt, dass tausende werkseitig kontaminierte Wasserzähler ausgetauscht werden mussten. Auch Druckerhöhungsanlagen sind immer wieder kontaminiert – eine große Gefahr, denn sie verteilen dieses Bakterium im Wasser und nachfolgend in alle Bereiche der Trinkwasser-Installation

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Autoren

Dr. Peter Arens

Hygienespezialist und Leiter Produktmanagement bei der Schell GmbH & Co.KG, Olpe.

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