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Ausgewählte Ausgabe: 02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Raumlufttechnik, Geräuscherzeugung und Lärmminderung


Um Schalldruckpegel am Arbeitsplatz möglichst niedrig und angenehm zu halten, benötigen planende Ingenieure in der technischen Gebäudeausrüstung valide Planungswerkzeuge. Auf von außen eindringende Geräusche hat der TGA-Ingenieur nur bedingt Einfluss. Anlagen- und Raumakustik dagegen kann er sehr wohl beeinflussen. Die neue VDI 2081 in ihrer umfänglich überarbeiteten Form unterstützt ihn dabei.
Ein A-bewerteter Schalldruckpegel, der am Arbeitsplatz als angenehm niedrig empfunden wird, kann durch eine ausreichende Raumdämpfung in Verbindung mit einer korrekten Planung und Ausführung einer Klimaanlage erreicht werden. Im Zeitalter der zentralen und dezentralen Klimatisierungsverfahren, wie sie in der VDI 3804 beschrieben werden, sind dabei nicht nur die Geräusche zentraler Zu- und Abluftventilatoren, sondern auch die Schallleistungen dezentraler Systeme in den Aufenthaltsbereichen zu berücksichtigen.
Seit Jahrzehnten stellt die VDI 2081 für die korrekte Berechnung der sich einstellenden Schalldruckpegel im Komfortbereich, valide und ingenieurmäßig anwendbare Berechnungsverfahren zur Verfügung. Dabei wird in regelmäßigen Abständen das Regelwerk auditiert, Quellen geprüft und Neuerungen aus der Forschung und Entwicklung eingepflegt. Im Zeitalter des Building Information Modeling ist es dabei sinnvoll, Berechnungsverfahren möglichst DV-gestützt einzuführen, damit diese Informationen z. B. produktbezogen mittels der VDI 3805 übertragen werden können. In der aktuellen Version der VDI 2081, Blatt 1 wurden daher die in früheren Ausgaben noch in Diagrammform vorliegenden Daten, umfangreich durch Berechnungsgleichungen abgebildet.
Zusätzlich wurden, um nur einen Teil der Überarbeitungen und Erweiterung aufzuzeigen, die Abschnitte zur Ermittlung des Ventilatorgeräusches stark überarbeitet und der Abschnitt zur Bestimmung des Strömungsgeräusches von Luftdurchlässen komplett neu erstellt.
Die in Summe nun vorliegenden Berechnungsgrundlagen, stellen ein Regelwerk zusammen, mit dem der planende Ingenieur sicher und schnell zu aussagekräftigen Ergebnissen kommt. Daraus können sowohl Anforderungen an die auszuführende Klimaanlage und deren Komponenten abgeleitet werden, als auch Vorgaben an das Absorptionsverhalten der zu klimatisierenden oder nur zu belüftenden Räume gemacht werden.
Die vorgestellten Algorithmen sind so bestimmt worden, dass sie leicht in z. B. Tabellenkalkulationsprogramme überführt werden können. Oft anfallende Berechnungsabläufe im Planungsprozess können somit automatisiert und beschleunigt werden.
Das zurzeit in Überarbeitung befindliche Blatt 2 der VDI 2081, wird typische Beispiele und die Anwendung der neuen Verfahren beinhalten, um die Anwendungsmöglichkeiten des neuen Regelwerks aufzuzeigen.

Autoren

Prof. Dr.-Ing. Bernd Boiting

Jahrgang 1960, Professor an der FH Münster, Fachbereich Energie Gebäude, Umwelttechnik, Tätigkeitsfelder: Klimatechnik, Kältetechnik, Akustik, CFD, Anlagensimulation.