30.01.2015, 11:10 Uhr | 0 |

BRANCHE ERZIELT 2014 REKORD Starker Zuwachs bei Windkraftanlagen an Land

Windräder mit einer Gesamtleistung von 4750 Megawatt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland neu installiert. Das lag an der großzügigen Vergabe von Flächen, aber auch an einem Endspurt der Betreiber, solange die alten Förderregeln noch galten.

Windkraft an Land
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Windkraft an Land konnte im Jahr 2014 deutliche Zuwächse verzeichnen. 

Foto: EnBW

4750 Megawatt Leistung, das entspricht der Kapazität von etwa einem Drittel der neun Atomkraftwerke, die derzeit in Deutschland noch in Betrieb sind. 4750 Megawatt – und das ist nur der Zubau an neuen Windkraftanlagen im vergangenen Jahr. Ein absoluter Rekord, den die Branche natürlich feiert. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE): „Dies war nur möglich, weil Landesregierungen … unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Fukushima seit 2011 neue Flächen für die Nutzung der Windenergie an Land ausgewiesen hatten.“

Jetzt werde geerntet, was schon 2011 gesät worden sei, sagt Albers. Ganz so hoch liegt der Zuwachs am Ende aber nicht, denn mehr als 500 alte Windräder mit mindestens 364 Megawatt sind 2014 auch zerlegt worden. Wahrscheinlich liege die abgebaute Gesamtleistung sogar höher, so dass wohl nur gut 4.000 Megawatt Zuwachs unter dem Strich stehen. Aber auch das ist noch eine Steigerung um rund die Hälfte gegenüber 2013.

Neue Windparks in allen Bundesländern

2014 wurden erstmals in allen Bundesländern neue Windparks installiert – auch Berlin bekam einen. In den Jahren zuvor waren die Länder deutlich zurückhaltender gewesen, weil es doch vielerorts Proteste gegen die „Verspargelung“ der Landschaft gab und außerdem die Offshore-Technik auf hoher See als die Strategie der Zukunft galt.

Es gibt aber weitere Gründe für den neuen Boom. Am 1. August vergangenen Jahres trat das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft, das eine deutliche Reduzierung der garantierten Einspeisevergütung für Strom aus Wind und Sonne in den kommenden Jahren vorsieht. Außerdem hat der Zuwachs eine technische Seite: Viele alte Windräder wurden durch neue, meist höhere ersetzt, die teils das Doppelte der Leistung bringen. Durch dieses so genannte Repowering seien 2014 allein 1.000 Megawatt hinzugewonnen worden, teilt der Bundesverband Windenergie mit.

Repowering wird immer wichtiger

Die Erneuerung älterer Anlagen ist inzwischen ein Milliardenmarkt, heißt es beim Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). In Zukunft wird sich die Branche noch mehr auf das Repowering konzentrieren.

Zwar erwartet der BWE für das laufende Jahr wiederum bis zu 4.000 Megawatt Zuwachs bei der Windenergie an Land, aber danach dürfte der große Boom mit neuen Anlagen erstmal vorbei sein. Hauptgrund dafür: Geeignete Flächen werden rar. Außerdem gelten die leistungsstärkeren Windräder als wichtiger Faktor der Energiewende, weil sie eine größere Stabilität bei der Einspeisung sichern und damit weniger Ausgleichskapazitäten etwa durch Kohlekraftwerke erfordern.

Auch weltweit deutliche Zuwächse

Nicht nur die Windkraft an Land konnte im Jahr 2014 deutliche Zuwächse verzeichnen. Auch der seit Jahren stockende Ausbau in deutschen Hoheitsgebieten von Nord- und Ostsee kam besser in Gang. 

Auch weltweit erlebte die Windenergie 2014 einen neuen Aufschwung. Nach Einschätzung des VDMA wurden im vergangenen Jahr etwa 44.000 Megawatt Leistung an Land neu installiert – fast die Hälfte davon in China. In den USA lag der Ausbau ähnlich hoch wie in Deutschland. 

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Von Werner Grosch
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