27.11.2013, 10:04 Uhr | 1 |

Technische Herausforderungen zu hoch RWE Innogy stoppt Windpark-Projekt „Atlanic Array“

Es sollte ein riesiger Offshore-Windpark werden. Jetzt hat der Energiekonzern RWE das britische Windpark-Projekt „Atlantic Array“ vor der Küste Südwales gestoppt. Schlechte Meeresbodenverhältnisse und zu tiefe Gewässer sowie die damit verbundenen Mehrkosten sind die Gründe für den Planungsstopp. Mit den frei gewordenen Mitteln sollen realisierungsfähigere Projekte verwirklicht werden. 

Offshore-Windpark Rhyl-Flats vor der walisischen Nordküste.
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RWE Innogy hat bereits Offshore-Windpark-Projekte in Großbritannien realisiert. So wurde im Dezember 2009 "Rhyl Flats" (Foto) in Betrieb genommen. Der Windpark liegt acht Kilometer vor der walisischen Nordküste in der Liverpool Bay. Mit einer installierten Leistung von 90 Megawatt ist er das größte Kraftwerk auf Basis erneuerbarer Energien in Wales. Insgesamt wurden 25 Siemens-Windturbinen auf einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern montiert. Sie versorgen 61.000 Haushalte mit Strom. 

Foto: RWE Innogy

Vor der britischen Küste Südwales wird es doch nicht zum Bau des geplanten Windpark-Projektes „Atlantic Array“ kommen. Der Leiter der Offshore Windenergie der RWE-Ökostromtochter Innogy, Paul Cowling, gab dies am Dienstag bekannt. Er begründete die Entscheidung mit technischen Schwierigkeiten und den damit verbundenen Mehrkosten. Die Meeresbodenverhältnisse seien ungünstig und die deutlich tieferen Gewässer machten das geplante Projekt unwirtschaftlich. „Die wirtschaftliche Realität sieht allerdings so aus, dass die Bewältigung der technischen Hürden in der ‚Bristol Channel’-Zone und die damit verbundenen Mehrkosten für RWE gegenwärtig aus Unternehmenssicht nicht zu verantworten wären.“

240 Windturbinen sollten Strom für 900.000 Haushalte erzeugen

Der Windpark sollte sich etwa 18 Kilometer von der Küste Südwales und 14 Kilometer nördlich der Küste der Grafschaft North Devon im Südwesten Englands erstrecken. Insgesamt sollte der Windpark mit 240 Windturbinen bestückt werden, um auf eine Gesamtleistung von 1200 Megawatt zu kommen. Geplant war eine Stromerzeugung, die jährlich 900.000 Haushalte mit Energie versorgen sollte.

Die zuständige Liegenschaftsverwaltung Crown Estate hat dem Antrag der RWE auf Beendigung der Vereinbarungen zugestimmt. Damit fallen die Zugangsrechte zum Meeresboden in diesem Gebiet weg. Im Juni 2008 hatte Crown Estate Offshore-Kapazitäten an RWE Innogy vergeben. Damit hatte der Energiekonzern Exklusivrechte für die Entwicklung von Windparks zugesprochen bekommen. Im Juni 2013 war der Entwicklungsantrag von der britischen Planungsbehörde bewilligt worden.

Ressourcen frei für realisierbare und zeitnahe Projekte

Mit der Absage zum Windparkprojekt „Atlantic Array“ setzt das Unternehmen Ressourcen frei, um sich Entwicklungsprojekten in Großbritannien zu widmen, die zeitnah umgesetzt werden können. Nach wie vor spielt Offshore-Windenergie eine wichtige Rolle in Großbritannien für die Energieversorgung. RWE hält dieses Geschäftsfeld für strategisch wichtig und möchte daran festhalten.

RWE Innogy-Windparks

Für das kommende Jahr ist die Inbetriebnahme von Gwynt y Môr in der Irischen See geplant, dem mit 576 Megawatt derzeit größten Windpark von RWE Innogy, der sich im Bau befindet.

35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland baut RWE Innogy ein Offshore-Windkraftwerk mit dem Namen „Nordsee Ost“ mit 48 Windturbinen. Es soll künftig eine Gesamtleistung von 295 Megawatt leisten. Erste Fundamente wurden jetzt im Baufeld gelegt, die Arbeiten sind in vollem Gange.

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Von Petra Funk
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kommentare
30.11.2013, 12:00 Uhr Progetti
Offensichtlich haben die Engländer das Energie- Überschuss- Speicher- Problem gelöst. Superkondensatoren?

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