02.09.2013, 12:45 Uhr | 0 |

100-mal steifer als PVB Neues Sicherheitsglas mit reflektierendem Polyestergewebe

Die Glasfassade in Form eines Kristalls ist der unübersehbare Blickfang des weißrussischen Düngemittelherstellers Potash in Minsk: Intensiv rot leuchtet das Glas, eine Neuentwicklung des Konzerns DuPont und des Schweizer Unternehmens Sefar. Das Glas leuchtet aber nicht nur ganz besonders, es ist auch noch deutlich tragfähiger als heutiges Verbundglas.

Firmenzentrale in Minsk
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Die rot leuchtende Eingangshalle der Belarusian Potash Company in Minsk besteht aus einem neuen Verbund-Sicherheitsglas. Ein mit Aluminium beschichtetes Polyestergewebe, welches in das Glas laminiert ist, spiegelt Wetterphänomene in einem leuchtenden Rot. Eine neue Zwischenlage macht das Glas gleichzeitig 100-mal steifer als der Branchenstandard PVB.

Foto: Glassbel

Moderne Büroräume, ein Café und ein Fitness-Studio: Die neue Verwaltungszentrale der Belarusian Potash Company (BPC), dem größten Hersteller von Mineraldüngern in Weißrussland, bietet Mitarbeitern einigen Luxus. Und das kann der Betrachter schon aus der Ferne erkennen. Denn die Eingangshalle, die beide Gebäudeflügel zu einer Vogelform miteinander verbindet, hat die Form eines riesigen Kristalls und spiegelt Wetterphänomene in einem auffälligen Rot.

Polyestergewebe lässt Eingangshalle rot leuchten

Der auffallend rote Kristall, der seinen Rotton je nach Wetter verändert, symbolisiert einen Sylvinit-Kristall, die Grundsubstanz für die Herstellung von Pottasche. Dass das Glas so intensiv leuchtet, hat sein Geheimnis in einer Kombination von eingefärbtem Gewebe des schweizerischen Herstellers Sefar und so genannten SentryGlases von DuPont. Das neuartige Verbundglas hat es dem Architekturbüro Varabyeu aus Minsk ermöglicht, das Glas bewusst wegen seiner architektonischen Wirkung einzusetzen.

Varabyeu nutzt eine neue Technologie des schweizerischen Herstellers Sefar: Dabei ist ein spezielles Polyester-Gewebe, welches in das Glas laminiert ist und eine textilähnliche Struktur aufweist, auf der gebäudeäußeren Seite mit rot bedrucktem Aluminium beschichtet. Von Sonnenschein bis Gewitter sorgen Spiegelungen des Wetters auf der 2850 Quadratmeter großen Glasfläche beim Betrachter für Staunen.

Auf der Innenseite ist das Gewebe hingegen schwarz. Und dank einer 55 Prozent offenen Fläche können die Mitarbeiter nahezu ungehindert durch das Gewebe nach draußen sehen. Installiert wurden die puzzleförmig angeordneten Glasscheiben auf dem riesigen Stahlgerüst mit Hilfe eines Pfosten-Riegel-Systems.

Erhöhte Sicherheit: Neue Zwischeneinlage optimiert Biegeverhalten des Glases

Die neuartigen Scheiben sind darüber hinaus auch noch deutlich stabiler als bislang übliches Verbundglas. Dafür sorgt eine zusätzliche Zwischeneinlage des Unternehmens DuPont. Nach Unternehmensangaben ist die neue Zwischenlage für Sicherheitsverglasungen 100-mal steifer und fünfmal fester als der Branchenstandard Polyvinylbutryal (PVB).

Das führt zu einem guten Biegeverhalten des Glases unter Hochbelastung – sogar unter direkter Sonneneinstrahlung im Hochsommer. Im Vergleich zu PVB-Scheiben sei die Durchbiegung zudem weniger als halb so groß und nähere sich somit dem Verhalten von Einscheibenglas gleicher Dicke. „Sentry Glas und Sefar Gewebe ergänzen sich sehr gut“, ist Jèrôme Lugrin von Sefar überzeugt. „Sentry Glas übertrifft PVB hinsichtlich der Haftung auf dem Gewebe, was eine höhere Feuchtigkeits- und Temperaturbeständigkeit und damit eine längere Einsatzdauer ermöglicht.“

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Von Patrick Schröder
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