17.04.2014, 11:45 Uhr | 0 |

99,96 Prozent Reinheitsgrad Toyota entwickelt neue Recylingmethode für Kupfer aus Altautos

Der japanische Autobauer Toyota hat es geschafft, Kupfer aus Altautos mit einem Reinheitsgrad von 99,96 Prozent zu recyclen. Ein entscheidender Schritt. Denn schon in 40 Jahren könnten die Kupfervorkommen der Erde verbraucht sein. 

Im japanischen Werk in Honsha experimentiert Toyota beim Autobau bereits mit recyceltem Kupfer
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Im japanischen Werk in Honsha experimentiert Toyota beim Autobau bereits mit recyceltem Kupfer. 2016 sollen jährlich 1000 Tonnen zum Einsatz kommen. 

Foto: Wikipedia/Bertel Schmitt

Toyota kooperiert seit 2010 mit dem Zulieferunternehmen Yasaki Toyota Tsusho und acht Recycling-Unternehmen, um Qualitätsverbesserungen beim Kupfer-Recycling zu erzielen. Im Mittelpunkt steht eine von Toyota entwickelte mechanische Aufarbeitungsmethode, die selbst kleinste Verunreinigungen erkennt und sofort weitestgehend ausmerzt. 

Die Schwierigkeit bei konventionellen Recycling-Methoden bestand bislang darin, dass sich Kupfer nur mit erheblichen Schwierigkeiten von den Sicherungsrelais-Kästen und anderen Komponenten trennen ließ. Auch an diesem Problem arbeitet die Kooperation. 

Toyota-Werk experimentiert mit recycletem Kupfer

Im vergangenen Jahr startete im Toyota-Werk Honsha versuchsweise die Produktion kleiner Mengen wiederverwerteten Kupfers. Inzwischen hat sich die Methode bewährt und der wiedergewonnene Rohstoff konnte in die reguläre Kabelfertigung einbezogen werden. Den derzeitigen Planungen zufolge soll die Produktion bis 2016 auf etwa 1000 Tonnen Reinkupfer im Jahr gesteigert werden.

Gebrauchsfähiges Kupfer wird aus zwei Quellen gewonnen. Zum einen handelt es sich um die Primärproduktion durch Extraktion und Aufbereitung des Erzes. Zum anderen handelt es sich um die Sekundärproduktion durch Direktschmelze von Neuschrotten aus der Verarbeitung und dem Recycling von Altprodukten und kupferhaltigen Rückständen. 

Kupfervorkommen der Erde neigen sich dem Ende

Die Kupfervorkommen der Erde könnten in 40 Jahren verbraucht sein, befürchten Industrieexperten. Gleichzeitig wächst der Bedarf des Rohstoffs unter anderem für die Verkabelung und auch für Elektromotoren von Hybridfahrzeugen immer weiter. Zugleich ist die primäre Produktion von Metallen – so auch Kupfer – sehr energieintensiv. Einer jüngsten Studie der Vereinten Nationen (UN) zufolge beansprucht die Metallproduktion schon jetzt acht Prozent des weltweiten Energieverbrauchs. 

Derzeit beträgt der Anteil des wiederverwerteten Kupfers etwas mehr als ein Drittel des gesamten Weltverbrauchs. Für die Aufbereitung des Kupfers aus Altmaterial werden dabei ganz verschiedene Verfahren eingesetzt. Neben dem direkten Recycling wird dabei auch das pyrometallurgische Recycling durch reduzierend und oxidierend arbeitendes Schmelzen der Sekundärrohstoffe verwendet. 

Effektive Recycling-Systeme bauen unter anderem auch auf eine bessere Vernetzung der Marktteilnehmer. Toyota konzentriert sich daher nicht nur auf die Verbesserung der Technologie und die Reduzierung der Kosten, sondern auch auf den Ausbau der Zusammenarbeit mit seinen Partnern.  

So strebt der Autokonzern derzeit gemeinsam mit den Komponentenherstellern und anderen Firmen verschiedene Recycling-Projekte der nächsten Generation an – nicht nur für Kupfer. Die jüngste Beteiligung von Toyota an der deutschen Scholz AG, einem Unternehmen, das Metall handelt und Recycling betreibt, ist im Zusammenhang mit den weiterreichenden Plänen des japanischen Autobauers zu sehen.

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Von Peter Odrich
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