17.04.2014, 10:10 Uhr | 1 |

Dyson Ocean Cleaner Milliardär Dyson will Meere mit riesigem Staubsauger säubern

Mit einer schwimmenden Ausgabe seines beutellosen Staubsaugers will der milliardenschwere Erfinder Jason Dyson die Weltmeere von Müll befreien. Der Ocean Cleaner soll in Buchten Plastikmüll mit riesigen Netzen an Bord eines Schiffes ziehen. Dort steht eine Trennungsanlage, in der es zugeht wie in einem Wirbelsturm. 

Plastikmüll aus der Nordsee
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Plastikmüll aus der Nordsee: Jährlich landen 20.000 Tonnen Müll in der Nordsee. Ein Großteil davon wird über die Flüsse ins Meer getragen. 

Foto: dpa/Ingo Wagner

Jason Dyson, der Mann, der meist in Staubsaugerkategorien denkt, hat ein neues Projekt: Mit einer Riesenausgabe seines berühmten beutellosen Zyklon-Saugers will er die Weltmeere von Unrat befreien. Millionen Tonnen schwimmen darin herum, vor allem Plastikmüll, der eine große Gefahr für Meeresbewohner ist. 

Der Dyson Ocean Cleaner soll in Buchten, in denen sich Plastikmüll sammelt, und Flussmündungen stationiert werden, die Abfälle aus dem Inland ins Meer transportieren. Die Plastikteile sollen mit Hilfe von Netzen konzentriert werden, ehe sie über eine Art Rampe an Bord des Schiffes gesogen werden, auf dem sich die Aufbereitungsanlage befindet.

Zyklon-Technik im Staubsauger ähnelt einem Wirbelsturm 

Plastik und anhaftendes Wasser werden mit der Zyklon-Technik voneinander getrennt, die Dyson berühmt gemacht hat – und auch zum superreichen Mann. Der Müll wird dabei gezwungen, im Inneren der Anlage eine scharfe Kurve zu nehmen. Schwerere Teilchen fliegen nach außen, leichtere nehmen die Innenbahn. Am Ende der Kurve befindet sich eine Art Messer, das die beiden Ströme trennt. 

Mit der Zyklon-Technik – so genannt, weil es in einem Wirbelsturm ähnlich zugeht wie in einem Dyson-Staubsauger und anderen beutellosen Saugern – wurde übrigens auch Uran angereichert, um es als Brennstoff in Kernkraftwerken zu nutzen. 

Nach der Abtrennung des Wassers wird der Kunststoffmüll gemahlen und an Bord gelagert, um später abtransportiert zu werden. Wenn der schwimmende Staubsauger nahe am Ufer postiert ist, kann das Kunststoffpulver direkt in den Tank eines Lkw an Land gepustet werden.

Problematisch ist die sortenreine Trennung des Plastiks 

Laut Dyson steht das Konzept. Jetzt gehe es um die Realisierung und erste Tests. Doch ehe sein Monstersauger eingesetzt werden kann, müssen noch unzählige Details gelöst werden, da macht er sich keine Illusionen. 

So ist es für Recycling wenig hilfreich, den Plastikmüll zu mahlen, ohne ihn vorher zu trennen. Nur sortenreines Material kann zur Herstellung von Neuware genutzt werden. Eine Trennung ist aber lediglich eine Platzfrage. Der Plastikmüll müsste, ehe er zerkleinert wird, auf einem Laufband beispielsweise an einer Nahinfrarotanlage vorbeigeführt werden. Jede Kunststoffsorte reagiert auf die Bestrahlung mit diesem Licht anders. Das lässt sich zur Trennung nutzen.

Ungelöst bleibt das Problem des Plastikmülls auf hoher See, für den vor allem Köche und Kreuzfahrtpassagiere verantwortlich sind. Dort, gibt Dyson zu, kann auch sein Ocean Cleaner nichts ausrichten.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
17.02.2017, 19:10 Uhr Progetti
Wenn aber das sortenreine Recycling nicht gelingen sollte, dann könnte man aus dem erzeugten Dyson- Mikrogranulat Methan oder andere Treibstoffe erzeugen.
Hilfreich zur Trennung wären allerdings auch deutlich sichtbare Kennzeichnungs- Symbole auf dem Plastik- Material, das könnte man gesetzlich vorschreiben, dann könnten schon die Konsumenten die erforderliche Trennung vornehmen und von einzurichtenden Sammelstellen dafür pro Kilogramm eine Kleinigkeit bekommen.
Kunststoffe, die sich in den Strandgebieten anreichern, sollten durch Freizeit- Sammler, die ein bisschen was verdienen möchten, gegen Entgelt pro Kilogramm in entsprechenden Sammelstellen abgeliefert werden.

Und die leichtsinnigen Schiffsköche oder deren sparsame Gehilfen würden das Plastik dann nicht mehr im Meer verklappen!

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