09.12.2015, 10:37 Uhr | 0 |

Perfekt für Spionage Bio-Drohne der Nasa löst sich nach Absturz auf

Sie eignet sich perfekt für Spionageeinsätze: eine Bio-Drohne der Nasa, die sich im Fall eines Absturzes kurzerhand auflöst. Lesen Sie hier, welcher Trick dahinter steckt. 

 Bio-Drohne
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Diese Bio-Drohne löst sich nach einem Absturz auf: Denn das Chassis besteht aus einem Pilzmaterial. Nur für die Propeller müssen sich die Ingenieure noch etwas einfallen lassen

Foto: Stanford-Brown-Spelman iGEM

Nein, das ist kein fliegender Eierkarton, sondern eine Entwicklung von Studenten der kalifornischen Stanford University: Gemeinsam mit einem Biologen der US-Weltraumbehörde Nasa haben die jungen Ingenieure eine Bio-Drohne erfunden, die sich nach einem Absturz in ihre Bestandteile auflöst.

Das macht sie zum perfekten Kandidaten für Spionageeinsätze. „Niemand könnte sagen, ob ein Glas Zuckerwasser verschüttet wurde, oder ob dort ein Fluggerät abgestürzt ist“, sagte die Nasa-Forscherin Lynn Rothschild dem Onlinemagazin New Scientist. „Es ist leicht, günstig und verschmutzt die Umwelt nicht.“

Bio-Drohne besteht aus Pilz-Material  

Und das ist das Geheimnis der Bio-Drohne: Die Studenten haben die Form des Chassis im ersten Schritt mit einer 3D-Software am Computer festgelegt und die Daten anschließend zu Ecovative Design geschickt – ein Unternehmen, das auf Biomaterialien spezialisiert ist. Dort haben Experten mit Hilfe der sogenannten Vakuumformung ein Grundgerüst gebaut, aus einem 20 cm großen Würfel aus Mycelium –das ist ein Pilzmaterial, das auch Bestandteil von Weinverpackungen und Surfbrettern ist. 

Das Gerüst haben sie anschließend mit Blättern und Stroh ausgestopft. Der Pilz konnte sich über das Biomaterial ausbreiten und formte so das fertige Chassis, das sich nach einem Absturz im Laufe der Zeit langsam wieder auflöst.

Damit die Drohne zu Lebzeiten trotzdem robust und wassergeschützt ist, haben die Ingenieure den Pilz zusätzlich mit bakterieller Cellulose ummantelt und mit einem Eiweißmantel versiegelt, mit dem auch Wespen ihre Nester imprägnieren.

Einziges Manko: Propeller sind noch nicht biologisch abbaubar

Ganz biologisch abbaubar ist die Drohne allerdings noch nicht. „Es gibt Teile, die definitiv nicht aus abbaubarem Material gebaut werden können“, sagt Entwickler Raman Nelakanti. Dazu zählen derzeit auch die Propeller. Für Testflüge in Boston kamen deswegen Propeller und Akkus eines konventionellen Quadrocopters zum Einsatz. Anders die Schaltkreise. Sie sind dank Silber-Nanopartikeln ebenfalls biologisch abbaubar. Für die Zukunft plant das Team außerdem, Sensoren mit E.coli-Bakterien herzustellen.

Die Bio-Drohne könnte auch für zukünftige Mars-Missionen interessant sein. Denn die Astronauten müssten lediglich Pilzkulturen transportieren und könnten die Drohnen auf dem Roten Planeten dann kurzerhand selbst züchten. Für die Nasa hat eine solche Mission bis zum Jahr 2030 übrigens höchste Priorität. „Wir werden jede Minute unserer Zeit und jeden Dollar unseres Budgets dafür verwenden“, sagte Nasa-Chef Charles Bolden auf der Konferenz „Menschen auf dem Mars“. „Das Interesse an einer Mars-Mission ist nie größer gewesen.“

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Von Patrick Schroeder
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