10.03.2015, 13:52 Uhr | 0 |

Solar Impulse 2 Solarflieger hat erste Etappe der Weltumrundung gemeistert

Die erste Etappe der abenteuerlichen Weltumrundung ist geschafft: Am Montagabend landete der Solarflieger Solar Impulse 2 im Sultanat Oman. Nächste Station ist Indien. 

Solar Impulse 2 beim Landeanflug auf Maskat.
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Solar Impulse 2 beim Landeanflug auf Maskat.

Foto: Jean Revillard/SOLAR IMPIULSE/dpa

Es war genau 20.14 Uhr Ortszeit in Maskat, der Hauptstadt Omans, als der Flieger auf dem Boden zum Stehen kam. Heraus stieg AndréBorschberg, einer der beiden Schweizer Flugpioniere, die beweisen wollen, dass man mit einem Solarflieger ohne einen Tropfen Treibstoff die Welt umrunden kann – nur mit der Kraft der Sonne. Der frühere Militärpilot war 13 Stunden zuvor in Abu Dhabi aufgebrochen und absolvierte die ersten 430 Kilometer der 35.000 Kilometer langen Strecke.

Piccard übernimmt das Steuer und fliegt nach Indien

Zeit gibt es auf der 25-tägigen Reise keine zu verlieren, deswegen ist Solar Impulse 2 schon wieder in der Luft. Die kurze Zwischenlandung nutzte das 130-köpfige Team, um den Solarflieger zu reinigen und zu warten. Dann übernahm Borschbergs Kollege Bertrand Piccard das Steuer.

epa04654506 The Solar Impulse Two plane prepares for takeoff for a trip around the world from Al Bateen Executive Airport in Abu Dhabi, UAE, 09 March 2015. Solar Impulse 2 is the only solar single-seater airplane able to fly day and night without a drop of fuel. An attempt at the first circumnavigation of the earth in a solar-powered airplane began in Abu Dhabi with Swiss pilot Andre Borschberg at the controls, the team said. Borschberg will take turns with fellow Swiss aviator Bertrand Piccard to fly the Solar Impulse 2 in a trip that will take them around the world in a dozen legs until early August. Their aircraft weighs only as much as a large car, but the wings span as wide as a large passenger jet, and are covered with solar panels that power four propellers. Borschberg and Piccard have said they would use self-hypnosis and yoga to endure the long solo flights and the extreme changes in temperature. The trip will take the Solar Impulse 2 to Oman, India, Myanmar and China. The plane will then cross the Pacific to Hawaii and on to the US mainland. Following a flight across the Atlanic and over the Mediterranean region, the pilots are planning to return to the capital of the United Arab Emirates. EPA/ALI HAIDER +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Das Solar-Impulse-Team nutzte die Zwischenlandung in Maskat, um den Solarflieger zu warten und zu reinigen.

Foto: Ali Haider/dpa

Sein Ziel ist das 16 Stunden entfernte indische Ahmedabad. 16 Stunden, die der Sohn einer Schweizer Forscher- und Abenteurerfamilie ohne Schlaf auskommen muss – eine menschliche Herausforderung nannte Borschberg diese Belastung vor Beginn der Reise.

Ohne Selbsthypnose wäre Flug nicht zu überstehen

Der Höhepunkt der menschlichen Herausforderung steht allerdings noch bevor: Nach der Zwischenlandung in Indien fliegen die Flugpioniere nach Burma und China, danach über den Pazifik in die USA, anschließend über den Atlantik nach Südeuropa und dann über Nordafrika zurück nach Abu Dhabi.

epa04655432 Swiss pilot Andre Boschberg is all smiles after landing the 'Solar Impulse 2' on the airport in Muscat, Oman, 09 March 2015. The solar-powered aircraft landed in Oman's capital on 09 March evening, completing the first of a dozen flights in an attempt to circumnavigate the world and promote the use of renewable energy. Swiss pilot Andre Borschberg landed the 'Solar Impulse 2' aircraft at 7:53 pm [1553 GMT] in Muscat after flying the zero-fuel airplane approximately 400 kilometres from Abu Dhabi for more than 12 hours. EPA/Jean Revillard/Olga Stefatou/Solar Impulse/HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
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André Borschberg nach der Landung in Maskat. Der ehemalige Militärpilot hat 13 Stunden für die 430 Kilometer lange Strecke benötigt. 

Foto: Jean Revillard/SOLAR IMPULSE/dpa

Bei der Überquerung der beiden Ozeane müssen die Piloten das Flugzeug mehrere Tage und Nächte steuern. Dabei helfen ihnen Yoga, Selbsthypnosetechniken und Powernaps. Für eine Erleichterung zwischendurch, die sich nicht durch Hypnose bändigen lässt, gibt es eine Toilette unter dem Sitz.

17.000 Solarzellen liefern Energie

Zwölf Jahre Forschungsarbeit waren notwendig, um Solar Impulse 2 Wirklichkeit werden zu lassen. Herzstück des 2300 Kilogramm leichten Solarfliegers aus Carbonfasern sind 17.000 Solarzellen, die auf den 72 Metern langen Flügeln sitzen. Sie speichern tagsüber Strom in 633 Kilogramm schweren Lithiumbatterien. Die vier 15-Kilowatt-Motoren können sich somit auch nachts bedienen, um das Flugzeug auf die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 70 km/h zu bringen.

epa04655434 Swiss pilot Andre Boschberg (C) smiles as he poses for a selfie with a local fan after landing the 'Solar Impulse 2' (background) on the airport in Muscat, Oman, 09 March 2015. The solar-powered aircraft landed in Oman's capital on 09 March evening, completing the first of a dozen flights in an attempt to circumnavigate the world and promote the use of renewable energy. Swiss pilot Andre Borschberg landed the 'Solar Impulse 2' aircraft at 7:53 pm [1553 GMT] in Muscat after flying the zero-fuel airplane approximately 400 kilometres from Abu Dhabi for more than 12 hours. EPA/Jean Revillard/Olga Stefatou/Solar Impulse/HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Nach mehr als zwölf Flugstunden posiert Pilot Andre Boschberg mit einem Fan für ein Selfie. 

Foto: Jean Revillard/SOLAR IMPIULSE/dpa

Falls die Reise gelingt, wäre das eine Auszeichnung für Solartechnik und Leichtbauweise, an deren Entwicklung über 80 Unternehmen beteiligt waren. Sie könnten der Flugzeugindustrie neue Impulse geben. „Solar Impulse ist ein Beispiel dafür, was wir erreichen können, wenn wir daran glauben, das Unmögliche realisieren zu können“, zitiert die Tagesschau Piccard, dem es 1999 gelang, die Welt in einem Ballon ohne Zwischenstopp zu umrunden. Er trat damit in die Fußstapfen seines Großvaters Auguste, der 1932 mit einem Ballon 16 Kilometer in die Stratosphäre stieg. 

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Von Patrick Schroeder
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