21.10.2015, 12:34 Uhr | 0 |

Blätter spenden Licht Futuristische Solarpalmen glühen im Dunkeln

Ein Schweizer Designbüro hat eine Solarpalme entwickelt. Ihre Blätter beginnen bei Dunkelheit zu leuchten. Dahinter steckt ein verblüffender Trick. 

Allee mit Solarpalmen
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Sieht schickt aus, oder? Nachts spenden die Blätter der Solarpalmen Licht. 

Foto: Drzach & Suchy

Es ist Abend in der Schweiz. Ein junges Paar sitzt eng umschlungen unter einer Palme, die sanftes Licht spendet. Die Beiden verbinden das Schöne mit dem Nützlichen. In den Fuß der Palme ist nämlich ein USB-Anschluss integriert, mit dessen Hilfe sie ein Smartphone aufladen. So stellt sich das Schweizer Designerbüro Drzach & Suchy die Zukunft der Flaniermeilen vor. Einen Prototyp ihrer leuchtenden Palmen hat das Büro bereits vorgestellt.

Briten liefern Farbstoffzellen für Solarpalme

Die Oberseite der Palmblätter ist mit Farbstoff-Solarzellen versehen, die nach ihrem Erfinder auch Grätzel-Zellen genannt werden. Sie stammen vom britischen Unternehmen G24 Power. Damit sie natürlich aussehen, sind sie mit einer hauchdünnen, grün schimmernden Schicht bedeckt.

Tagsüber sammeln die Zellen Sonnenenergie, die in einem Akku gespeichert wird, der sich im blumentopfartigen Fuß verbirgt. Am Abend beginnen die Unterseiten der Blätter zu leuchten. Die Entwickler sprechen von einem lumineszierenden Material. Dabei handelt es sich um ein Gewebe mit integrierten Leuchtdioden, das der Schweizer Hersteller Sefar entwickelt hat. 

Blätter leuchten bis zu fünf Stunden lang 

Die Palmblätter leuchten, wenn sich der Akku an einem normalen Frühlings- und Sommertag aufgeladen hat, nach Einbruch der Nacht fünf Stunden lang – im Herbst und Winter ist die Batterie schon früher leer. Mehr sei derzeit nicht drin, weil die Sonne in der Schweiz sich eher rar macht. In Ländern mit intensiverer Sonneneinstrahlung halten die Palmen länger durch. Musa Lampyri, wie die Schweizer sie nennen, könne jede Straße der Welt in eine malerische Allee verwandeln, schwärmen die Entwickler.

Die Solarzellen sind so angeordnet, dass sie das Sonnenlicht, das im Tagesverlauf aus unterschiedlichen Winkeln einfällt, optimal zur Stromerzeugung nutzen. Die Wahl fiel auf Farbstoffzellen, weil sie auch bei diffusem Licht, also bei bewölktem Himmel, noch relativ viel Strom produzieren. Leuchtdioden zeichnen sich durch sehr geringen Stromverbrauch aus, vorteilhaft für die Leuchtdauer.

Mit organischen Solarzellen ließe sich die Leuchtdauer noch deutlich verlängern. Doch die sind derzeit noch sehr teuer.

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Von Wolfgang Kempkens
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