21.03.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Current Table aus Holland Esstisch wird dank Farbstoffzellen zur Ladestation für Elektrogeräte

Auf die Tischplatte gedruckte Farbstoffzellen sorgen dafür, dass der Current Table der niederländischen Designerin Marjan Van Aubel Strom erzeugen kann. Selbst bei schwachem Lichteinfall in der Wohnung soll sich ein Tablet-Computer innerhalb von acht Stunden laden lassen. 

Der Current Table von Marjan van Aubel
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Auf die Glasoberfläche des Current Tables sind Farbstoffzellen aufgedruckt. Diese sind eine Alternative zu klassischen Siliziumzellen. 

Foto: Marjan van Aubel

Zusammen mit der Schweizer Firma Solaronix hat die niederländische Designerin Marjan van Aubel den Current Table entwickelt – eine Tischplatte, deren komplette Fläche mit Solarzellen bedeckt ist.

Die in Strom umgewandelte Lichtenergie wird in Akkus gespeichert. Über USB-Anschlüsse lässt sich der Strom dann abzapfen. Selbst bei relativ schwachem Licht in Innenräumen soll der Tisch so viel Strom erzeugen, dass nach acht Stunden ein Tablet-Computer vollständig geladen ist.

Farbstoffzellen als Alternative zu Siliziumzellen

Die Tischplatte besteht nicht aus gewöhnlichen Siliziumzellen. „Wir nutzen die energieleitenden Eigenschaften von speziellen Farbstoffen auf der Basis von Photosynthese“, erklärt van Aubel. 

Farbstoffzellen könnten das Photovoltaik-Medium der Zukunft sein und Siliziumtechnik ablösen. Zwar ist ihre Herstellung zur Zeit noch sehr teuer. Aber bei einer massenhaften Produktion würden sich die Kosten reduzieren. 

Weitere Vorteile: Das Rohmaterial ist in praktisch unbegrenzter Menge verfügbar. Zudem ist die Produktion dieser neuen Art Solarzellen weit weniger energieintensiv.

Farbstoffzellen lassen sich auf Glas drucken

Der Tisch hat auch keine dunkelblaue Oberfläche, wie man sie von Solarzellen auf Siliziumbasis gewohnt ist. Er erscheint in hellem Rot. Das wird möglich, weil die Farbstoffzellen auf Glas aufgedruckt werden können.

Van Aubel kann sich deshalb unzählige Einsatzgebiete für ihren Current Table vorstellen: in Privaträumen, aber auch in Büros, Industriebetrieben oder in Bibliotheken, wo man öfter mal vergeblich nach Lademöglichkeiten fürs Notebook sucht.

Ihren Current Table zeigt die Designerin derzeit in einem Museum in Rotterdam. Dabei ist es alles andere als ein historisches Stück oder ein reines Produkt angewandter Kunst – vielmehr eine Zukunftsvision. Denn Alltagsgegenstände, die die Geräte ihres Benutzers laufend mit Strom versorgen, bieten eine konkrete Perspektive.

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Von Werner Grosch
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