30.01.2015, 15:03 Uhr | 0 |

Hilfe für Entwicklungsländer Designerin will mit Solarlaterne Kinderleben retten

Eine New Yorker Designerin hat Solarpuff entwickelt – eine faltbare Solarlaterne, die Leben retten könnte. Denn jährlich sterben in Entwicklungsländern zwei Millionen Kinder durch den Rauch der Kerosinlampen. 

Kinder machen ihre Hausaufgaben im Licht der Solarlampe Solarpuff.
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Kinder machen ihre Hausaufgaben im Licht der Solarlampe Solarpuff. Bisher verbreitete Kerosinlampen sind gesundheitsschädlich und kosten Familien rund 30 Prozent ihres Einkommens. 

Foto: Solight Design

„Weltweit leben immer noch 1,6 Milliarden Menschen ohne Elektrizität“, erklärt Alice Min Soo Chun, Designprofessorin an der Parson New School for Design. „Sie sind auf Kerosinlampen angewiesen, um nachts Licht zu haben. An den Folgen des giftigen Rauchs sterben jährlich zwei Millionen Kinder.“

Min Soo Chun wollte diesen Zustand nicht länger hinnehmen und hat deswegen die Solarlaterne Solarpuff entwickelt. Sie erzeugt mit zehn LEDs einen Lichtstrom von maximal 90 Lumen –  ausreichend, damit beispielsweise Kinder abends bei guter Beleuchtung ihre Hausaufgaben machen können.

Die quadratische Lampe kommt dabei ohne externe Energiequelle aus: An der Unterseite befindet sich ein Solarmodul. Setzt man es tagsüber direktem Sonnenlicht aus, ist der Lithium-Polymer-Akku nach fünf Stunden vollgeladen. Er liefert dann Strom für maximal acht Stunden Beleuchtung und hält rund 1000 Ladezyklen durch.

Solarpuff ist 70 Gramm leicht

Beim Design war Mi Soo Chun von Origami inspiriert, der uralten japanischen Kunst des Papierfaltens, bei der aus einem meist quadratischen Blatt Papier dreidimensionale Objekte entstehen. Zusammengefaltet ist die quadratische Laterne nur 63 Millimeter dick, mit einem Handgriff lässt sie sich auf knapp 8,5 Zentimeter ausfalten. Auch die NASA hat sich bereits die Origami-Faltkunst bei der Entwicklung eines Solarpanels zunutze gemacht.

Die Solarlaterne der New Yorkerin ist aber nicht nur platzsparend, sondern mit 70 Gramm auch besonders leicht: Denn zum Einsatz kommt PET – ein thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyester.

Denkbar ist die Herstellung mit 3D-Druckern in Krisenregionen

Min Soo Chun hofft, dass sich ihre Solarlaterne in Entwicklungsländern eines Tages als Alternative zu giftigen Kerosinlampen etabliert. „Menschen aus armen Regionen geben bis zu 30 Prozent ihres Einkommens für Kerosin aus – Geld, das sie eigentlich für Essen, Kleidung und Ausbildung benötigen“, zeigt sich die Designprofessorin besorgt.

„Mit einer Solarlaterne wäre die Beleuchtung umsonst und nicht gesundheitsgefährdend.“ Da die Lampen aus PET bestehen, wäre es auch denkbar, dass man sie in Krisenregionen kurzerhand mit 3D-Druckern vor Ort herstellt – ohne teure Transportkosten. Denn 3D-Drucker können PET als Druckmaterial verwenden.

Solarpuff scheint aber auch bei Designliebhabern auf Anklang zu stoßen. Min Soo Chun vertreibt die Lampe über die Website ihres Unternehmens Solight für 30 US-Dollar. Sie ist allerdings schon ausverkauft.

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Von Patrick Schroeder
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