06.02.2015, 14:35 Uhr | 0 |

Humanoider SAFFiR Roboter soll der Navy künftig bei Bränden zur Seite stehen

Das Feuerwehrteam an Bord der Schiffe der US-Marine soll Verstärkung bekommen. SAFFiR nennt sich der zukünftige Kollege, ein humanoider Roboter, der seine Feuertaufe jetzt bestanden hat. Auf einem stillgelegten Marineschiff haben ihn die Entwickler im Herbst des vergangenen Jahres auf Roboterherz und Roboternieren geprüft. Jetzt haben sie die Ergebnisse der Experimente vorgestellt. 

Feuerwehr-Roboter SAFFiR mit Schutzanzug
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Bei den Experimenten an Bord der USS Shadwell im vergangenen November haben die Forscher ihren humanoiden Feuerwehr-Roboter mit einem feuerfesten Schutzanzug bekleidet. Denn noch ist SAFFiR weder wasser- noch feuerfest. 

Foto: John F. Williams/U.S. Navy

Für einen waschechten stattlichen Feuerwehrmann fehlt es dem neuen Kollegen im Team der U.S. Navy mit Namen SAFFiR ein wenig an Statur. Bei 177 Zentimeter Größe bringt er nur mickrige 65 Kilogramm auf die Waage. SAFFiR ist natürlich eine Abkürzung und steht für „Shipboard Autonomous Firefighting Robot“. SAFFiR ist ein Feuerwehr-Roboter, der auf Schiffen bei Bränden helfen soll. 

„Es ist etwas, das wir die Hybrid-Kraft nennen“

Seit fünf Jahren basteln Forscher an der Virginia Polytechnic Institute and State University in  Blacksburg, USA, eher als Virginia Tech bekannt, für die U.S. Navy an diesem Feuerwehr-Roboter. „Wir arbeiten in Richtung Teams aus Robotern und Menschen. Es ist etwas, das wir die Hybrid-Kraft nennen: Menschen und Roboter arbeiten zusammen“, erklärt Thomas McKenna die Idee hinter SAFFiR. McKenna koordiniert beim Office for Naval Reseach in Ballston bei Arlington die Forschungsarbeiten der Virginia Tech für die U.S. Navy.

Feuertaufe für SAFFiR auf der USS Shadwell

Für Roboter ist die sichere Fortbewegung generell ein Riesenproblem, vor allem auf den schwankenden Planken eines Schiffes. Diese Feuertaufe hat SAFFiR bestanden: In einer Reihe von Experimenten vom 3. bis 5. November 2014 musste der Feuerwehr-Roboter seine Fähigkeiten beweisen.

Ort der Demonstration, die jetzt von den beteiligten Wissenschaftlern veröffentlicht wurde, war ein stillgelegtes Marineschiff, die USS Shadwell.

SAFFiR bewegt sich auch im Feuerqualm sicher im Raum

Und SAFFiR bewegte sich auch auf unebenen Untergründen trittsicher, er bediente den Feuerwehrschlauch souverän und öffnete Türen. Der humanoide Roboter auf zwei Metallbeinen ist mit diversen Kameras und Sensoren bestückt. So verfügt er über das rotationslasergestützte Light detection and ranging (Lidar) genannte Sensorsystem, welches ihm auch in vom Rauch geschwängerter Luft eine sichere Orientierung im Raum erlaubt.

Der Roboter sendet Live-Bilder vom Brandherd an die Feuerwehrleute

Derart ausgerüstet kann er zum Beispiel überhitzte Geräte orten. Das Ziel der Forschung an SAFFiR ist, mit dem Roboter einen Teampartner an Bord von Marineschiffen zu haben, der Gefahrenzonen lokalisiert, Brände gezielt löscht und einen Einblick über seine Kameras in das Innere von brennenden Räumen an Bord geben kann. Diese Live-Bilder überträgt SAFFiR an seine menschlichen Kollegen in sicherer Entfernung. 

Es ist geplant, dass dem Roboter eine Drohne voraus fliegt, die ihm zusätzlichen Input über die Gefahrensituation auf dem Marineschiff liefert. „Der Roboter hat die Fähigkeit, autonom Aufgaben zu erledigen, aber wir haben immer einen Menschen im Hintergrund, der jederzeit in die Handlungen des Roboters aktiv eingreifen kann“, erläutert Brian Lattimer, Associate Professor für Maschinenbau an der Virginia Tech.

SAFFiR ist heute weder wasser- noch feuerfest

Noch ist SAFFiR nicht mehr als ein Prototyp. Ironischerweise ist der Feuerwehr-Roboter, der einmal auf hoher See das Feuer weitgehend autonom unter Kontrolle bringen soll, weder wasser- noch feuerfest. Deshalb haben ihm die Forscher bei ihren Experimenten im November auf der USS Shadwell auch eine Feuerschutzjacke übergezogen.

Aber klar ist auch: Nach den Experimenten soll der heute noch größtenteils ferngesteuerte Roboter mit mehr Rechenpower, Intelligenz, Schnelligkeit, einer besseren Batterie und auch mit Sprache ausgestattet werden. Wie es sich für einen Feuerwehrmann in einem Team gehört.

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Von Detlef Stoller
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