12.02.2015, 12:11 Uhr | 0 |

Einsatz für Olympia Roboter Nao begrüßt ausländische Bankkunden in Tokio

„Herzlich Willkommen in der Tokyo-Mitsubishi-Bank. Möchten Sie Geld abheben?“ So wird Nao während der Olympischen Spiele 2020 in Tokio wohl viele Touristen begrüßen. Den menschenähnlichen Roboter testet die Bank schon jetzt, um ausländischen Kunden den Weg zum richtigen Kundenberater zu weisen. Nao spricht und versteht 19 Sprachen. 

Der humanoide Roboter Nao
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Der humanoide Roboter Nao soll künftig ausländische Kunden der Tokyo-Mitsubishi-Bank begrüßen und zum richtigen Kundenberater geleiten.

Foto: Aldebaran Robotics

Roboter gießen zielsicher Kaffee in die Tasse, sie mähen den Rasen, ohne den darauf dösenden Hund zu überfahren und sie saugen Staub, wobei sie die wertvolle chinesische Vase, die auf dem Boden steht, sanft umkurven. Jetzt soll einer von ihnen in der japanischen Großbank Tokyo-Mitsubishi Dienst tun. Er empfängt künftig in zwei Filialen des Geldinstituts Kunden, lauscht ihren Anliegen und geleitet sie zum dazu passenden Kundenberater.

Vorbereitung auf Olympia 2020

Die Banker haben vor allem ausländische Kunden im Visier, die in der Regel kein Japanisch sprechen. 2020 rechnen sie mit verstärktem Andrang, weil dann in der japanischen Hauptstadt die die Olympischen Spiele stattfinden.

Den Besuchern, die neben sportlichen auch finanzielle Interessen haben soll Nao, so der Name des Computers, helfen. Er versteht und spricht 19 Sprachen und hat noch mehr drauf. Die Bilder, die seine Kamera aufnehmen, wertet eine Software aus. So soll der 58 Zentimeter hohe und 5,4 Kilogramm schwere Roboter die Stimmung seiner Kunden erkennen und entsprechend reagieren können.

25 Gelenke ermöglichen Nao zu gestikulieren und seinen jeweiligen Gast mit perfekten Gesten in die richtige Richtung zu führen. Nebenbei plaudert er munter drauflos, um seinen Gast zu unterhalten oder seine Stimmung zu verbessern, was sich positiv auf die anstehenden Geschäfte auswirken könnte. Nao ist mit zwei Prozessoren ausgestattet, einem Intel Atom 1,6 Ghz und einem ARM-9, außerdem mit einer Festplatte, Bluetooth und WLAN.

Nao kostet knapp 8000 US-Dollar

Mit den ersten beiden Naos wollen die Banker herausfinden, ob die Kunden den elektromechanischen Service akzeptieren. Danach wollen sie entscheidend, ob der humanoide Roboter flächendeckend eingesetzt wird.

Entwickelt worden ist er in Paris von Aldebaran Robotics. Das Unternehmen gehört zum japanischen Telekomriesen Softbank und kostet knapp 8000 US-Dollar.

Einsetzbar ist Nao sogar als Helfer beim Lernen. So kann er als Vorturner die Bewegungsübungen von Schulklassen übernehmen, einen Text vorlesen, angeblich sogar einem Kind beim Lernen helfen. Dazu muss er allerdings programmiert werden. Das gehe mit einer mitgelieferten Programmiersoftware problemlos. Nao wird bereits in Schulen in den USA und Großbritannien erprobt. Angeblich soll er auch geeignet sein, autistische Kinder zu erreichen.

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Von Wolfgang Kempkens
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