24.07.2015, 13:23 Uhr | 0 |

Vizemeister im Roboterfußball Robocup 2015: Deutsche Teams auf ersten Plätzen

Beim Robocup 2015 im chinesischen Hefei haben sich deutsche Teams hervorragend geschlagen: Erste Plätze gab es in den Bereichen Alltagsleben und Logistik. In einer der Roboterfußball-Ligen wurde das Bremer Team B-Human Vizeweltmeister.

Die kleinen Roboterfußballer des Teams B-Human
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Die kleinen Roboterfußballer des Teams B-Human aus Bremen: Sie machten eine gute Figur, mussten sich aber dem Team UNSW aus Sydney mit 1:3 geschlagen geben.

Foto: B-Human

Beim Robocup-Wettbewerb, der in diesem Jahr im chinesischen Hefei ausgetragen wurde, landeten Roboter aus deutschen Hochschulen auf den vorderen Plätzen. Im Bereich Robocup@home, in dem Aufgaben aus dem Alltagsleben bewältigt werden mussten, siegte Team Homer von der Uni Koblenz. In der Logistik-Liga konnte das Carologistics-Team aus Aachen mit einer korrekten Produktanlieferung den ersten Platz machen. Beim Fußball lief es zum Schluss zwar nicht ganz so gut, aber immerhin holte Team B-Human aus Bremen den Titel des Vizeweltmeisters.

Aufgaben des Roboters im Alltag: Wecken, Zeitung bringen, Tabletten suchen

Lisa heißt der autonome Service-Roboter vom Team Homer der Universität Koblenz-Landau und ist seit 2008 regelmäßig bei den RoboCup Weltmeisterschaften im Bereich Alltagsleben dabei. In diesem Jahr musste Lisa zuerst ihren Besitzer wecken und ihm anschließend die Zeitung überreichen. Weitere Aufgaben bestanden darin, eine ältere Dame zu finden und ihr die Tabletten zu bringen, die der Roboter im Regal finden sollte.

Und schließlich sollte Lisa sich in einem echten Restaurant zurechtfinden, indem sie dem Kellner folgte. Anschließend sollte sie Bestellungen der Restaurantgäste aufnehmen und ihnen das Essen bringen. Die Restaurant-Aufgabe klappte zwar überhaupt nicht gut – in beiden Versuchen verlor Lisa den Kellner – aber zum ersten Platz reichte es dennoch für das Homer-Team.

In der Liga Logistik konnten sich die Carologistics, ein gemeinsames Team aus Studenten der Fachhochschule und der RWTH Aachen, wie im vergangenen Jahr den Titel holen. In dieser Liga müssen die Roboter beweisen, dass sie in einer simulierten Fertigungshalle einen effizienten Warenfluss zwischen einzelnen Fertigungsmaschinen herstellen können. So müssen Rohstoffe zwischen verschiedenen Fertigungsstationen hin und her transportiert werden, bis das fertige Produkt bereit zur Auslieferung ist. Gefragt ist hierbei vor allem die intelligente Kooperation der autonomen Roboter.

Team B-Human verlor im Fußball 1:3 gegen Team UNSW aus Sydney

Das gilt ganz besonders auch für die Roboterfußball-Ligen im RoboCup-Wettbewerb, denn ohne Zusammenarbeit geht im Fußball bekanntlich gar nichts. In der Liga Standard Plattform, in der alle Teams mit der gleichen Hardware antreten und nur die Software selbst entwickeln, musste sich das Team B-Human aus Bremen dem australischen Team UNSW aus Sydney mit 1:3 geschlagen geben. Immerhin sei die Niederlage weniger deutlich ausgefallen als noch im letzten Jahr, so die B-Humans, deren Mannschaftsmitglieder von der Universität Bremen und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz kommen.

Traditionell werden beim RoboCup auch die sogenannten technischen Wettbewerbe ausgetragen, bei denen es Einzelaufgaben zu lösen gilt, mit denen mögliche Regeländerungen für die Zukunft getestet werden. Dieses Jahr ging es erstens um den Ablauf eines Eckstoßes, den es bisher in den Regeln nicht gibt, zweitens um das Laufen auf unterschiedlichen Teppichen, um den anvisierten Spielen auf Rasen näher zu kommen. Und drittens um das Spiel mit beliebigen Bällen, denn bisher wird nur ein ganz bestimmter, farblich auffälliger Ball verwendet.

In jedem dieser Einzelwettbewerbe erreichte B-Human jeweils den zweiten Platz unter 27 Teams und konnte damit den technischen Wettbewerb als Ganzes deutlich für sich entscheiden.

Nächstes Jahr findet der RoboCup in Leipzig statt

Der Austragungsort für den RoboCup 2016 ist Leipzig (30.6.-3.7.2016). Vielleicht kommt man dort dem erklärten Ziel ein kleines Stück näher, bis 2050 humanoide Roboter nach den offiziellen Fifa-Regeln gegen den amtierenden Fußballweltmeister antreten zu lassen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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