01.10.2014, 08:33 Uhr | 0 |

Roboter im Katastropheneinsatz Maschinen sollen zusammengebrochene Stromversorgung selbstständig wiederherstellen

Amerikanische Forscher entwickeln Roboter, die in Katastrophengebieten schnell die Stromversorgung wieder herstellen könnten. Vor allem das Mobilfunknetz sollte innerhalb kürzester Zeit wieder zur Verfügung stehen ­– so die Vision der Wissenschaftler. Auch der Einsatz von mobilen Stromversorgungssystemen bei militärischen Operationen wäre denkbar.

Erdbeben auf Java
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Erdbeben: Forscher arbeiten an Robotern, die künftig nach einer Katastrophe autonom in der Lage sind, beschädigte Netzknoten zu reparieren, damit wieder Strom fließt.

Foto: dpa

Ein Team um die Wissenschaftlerin Nina Mahmoudian von der Michigan Technological University (MTU) hat Roboter programmiert, die in kleinen elektronischen Netzwerken selbstständig agieren und Strom wiederherstellen. Ein erster Schritt bei der Realisierung ihres Ziels, künftig in schwer zugänglichen Gebieten, wo die Stromversorgung brach liegt, schnell für Hilfe zu sorgen. Die autonom arbeitenden Roboter sollen eines Tages in der Lage sein, beschädigte physische Netzknoten zu reparieren, indem sie sie mit eigenem Strom versorgen und Knoten miteinander verbinden.

Transport autonomer Energiequellen

Dafür müssten die Maschinen eigene Energiequellen wie Batterien, Photovoltaikanlagen oder Generatoren durch verwüstete Gebiete beispielsweise zu Funktürmen transportieren. Dort angekommen, so der Plan, klinken sie sich selbstständig in den Stromkreislauf ein, um ihre eigene Stromquelle nutzbar zu machen. Die Forscher arbeiten auch an der Integration von Spannungswandlern in ihr autonomes Stromverteilungssystem. Damit würde der mitgebrachte Strom den Spannungswerten vor Ort angepasst, die je nach Land oder Gebiet unterschiedlich sein können.

Rettungsaktionen wieder per Handy koordinieren

Auf die Wiederherstellung des Mobilfunknetzes vor Ort konzentrieren sich die Forscher besonders. Roboter könnten Mobilfunktürme, die von der Stromversorgung abgeschnitten oder beschädigt wurden, auch in schwer zugänglichen Gebieten schnell erreichen, sie autonom mit Strom versorgen und wieder funktionstüchtig machen. Eine Art erste Hilfe, damit Rettungsteams auch über größere Distanzen per Handy miteinander kommunizieren und ihr Vorgehen abstimmen können. Und auch Opfer hätten die Möglichkeit ihre Position und Zustände vor Ort durchzugeben.

Roboter arbeiten perfekt zusammen

Ausgestattet mit eigener Stromquelle und Netzkabel funktionieren die kleinen Roboter auf Rädern im Versuchsaufbau wie geschmiert.

Videoquelle: NASLabMichiganTech

Sie umfahren mit Hilfe einer eingebauten Infrarotkamera Hindernisse auf ihrem Weg, koppeln selbstständig an ihrem Ziel an, zum Beispiel am Modell eines Funkturmes, bringen eine Lampe zum Leuchten oder einen elektrischen Motor zum Laufen, der ein Fähnchen schwenken lässt. Und sie arbeiten auch noch perfekt zusammen: Wie ein Film von einem Testversuch zeigt, kann ein Roboter auch die Stromversorgung eines anderen für weitere Geräte nutzbar machen, indem er die Stromkreisläufe verbindet.

Einsatz auch bei militärischen Operationen denkbar

In ihrem Forschungsbericht “Autonomous Power Distribution System” berichten die Forscher ausführlich von ihrem Lösungsansätzen und Zielen. Nutzbar sei solch ein autonomes Stromversorgungssystem auch bei militärischen Operationen: “Wir könnten eine Stromversorgung einrichten, bevor die Soldaten vor Ort eintreffen, dann müssen die auch nicht das ganze schwere Zeug tragen“, kommentiert Nina Mahmoudian diese Idee. 

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Von Susanne Neumann
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