02.06.2015, 13:17 Uhr | 0 |

Absturz und Totalschaden Google erlebt Rückschlag für das Internet per Drohne

Eine solarbetriebene Drohne von Google ist gleich nach dem Start auf einem Testgelände im US-Bundesstaat New Mexiko abgestürzt und wurde vollständig zerstört. Mit Hilfe dieser Drohnen will Google das mobile und schnelle Internet auch in die abgelegenen Regionen der Erde bringen. Der Absturz ist ein Rückschlag für diese Idee. 

Google-Drohne bei Testflug abgestürzt
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Die Solara 50 wird per Katapult gestartet. Möglicherweise ging bei diesem Katapult-Start am 1. Mai 2015 etwas gründlich schief. Denn ihre Reisehöhe von 19.800 Metern hat die Drohne nicht erreicht. Sie ging direkt nach dem Start wieder zu Boden und wurde dabei vollkommen zerstört.

Foto: dpa

Wie jetzt bekannt wurde stürzte am 1. Mai 2015 ein Drohnen-Prototyp der Internetfirma Google auf einem Testgelände im US-Bundesstaat New Mexiko ab und wurde dabei vollkommen zerstört. Google besitzt nun nur noch zwei bei der US-Flugbehörde FAA registrierten Drohnen dieses Typs. Dabei handelt es sich um ein solarbetriebenes Modell namens Solara 50, das von der Firma Titan Aerospace gebaut wurde. Google hat die Firma im April 2014 für eine unbekannte Summe gekauft, um sich mit den Drohnen den Zugang zum Internet in entlegenen Weltregionen zu sichern.

Fünf Jahre ohne Pause in der Luft

Die jetzt abgestürzte Drohne hat eine Spannweite von 50 Metern. Die Oberseiten der Tragflächen und das Leitwerk sind mit etwa 3000 Solarzellen bestückt. Der darüber geerntete Strom wird in Batterien innerhalb der Tragflächen gespeichert. Mit dieser Speicherenergie kann die Drohne auch in der Nacht ihre Bahnen ziehen. Auf diese Weise soll die Solara 50 bis zu fünf Jahren ohne Pause in der Luft bleiben können und dabei vier Millionen Kilometer zurücklegen.

Start per Katapult 

Die Drohne wird mit einem Katapult vom Boden gestartet und zieht mit einer Geschwindigkeit von knapp 100 Stundenkilometern ihre Bahnen. Die Solara 50 soll in die Stratosphäre bis etwa 19.800 Meter Höhe aufsteigen. Von dort soll sie dann ähnlich wie ein Satellit Signale per Funk zur Erdoberfläche schicken.

Die unbemannten Flugzeuge werden von Titan Aerospace unter der Bezeichnung Atmosat vermarktet. Diese „atmosphärischen Satelliten“ können satellitentypische Aufgaben wie die Wetter- und die Feuerüberwachung übernehmen und sie können Bildaufnahmen machen.

Eine Drohne ersetzt über 100 Mobilfunkmasten auf der Erde

Titan Aerospace versteht sein Drohnenprogramm als Plattform, um Kunden weltweit in Echtzeit einen ganzen Strauß an Satellitendiensten anbieten zu können. Das sind Bilder der Erde, Sprach- und Datendienste sowie Navigations- und Mapping-Dienste. Interessant daran ist die enorme Reichweite.

Eine einzige Solara-Drohne kann ein Gebiet von rund 17.000 Quadratkilometer versorgen. Auf der Erde müssen dafür mehr als 100 terrestrische Mobilfunkmasten installiert sein.

Keine Gefahr für Personen am Boden 

Der Unfall geschah gleich nach dem Start der Drohne auf einer privaten Landebahn östlich von Albuquerque, sagte Keith Holloway, Sprecher der US-amerikanischen National Transportion Safety Board (NTSB). Die Flugsicherheitsbehörde untersucht den Vorfall, auch wenn keine Gefahr für Personen am Boden bestanden hat.

Laut Holloway untersucht die NTBS alle Abstürze von Drohnen, die mehr als 136 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Solara 50 wiegt 159 Kilogramm. Auf einen Termin für die Vorlage des Untersuchungsberichtes legte Holloway sich nicht fest.

Drohnen sollen in das Projekt Loon integriert werden

„Obwohl ein Prototyp kürzlich während des Tests abgestürzt ist, sind wir weiterhin optimistisch, dass solargetriebene Flugzeuge bei der Verbesserung der Konnektivität helfen können“, zitiert der Nachrichtendienst Bloomberg Google-Sprecherin Courtney Hohne. Bei der Entwicklung neuer Technologien müssten eben auch Hindernisse überwunden werden.

Die Kompetenzen von Titan Aerospace will Google in das Projekt Loon integrieren. Dabei schweben riesige Ballons in der Luft, die mit Antennen ausgestattet sind und so das Internet ebenfalls in schwerzugängliche Orte dieser Welt bringen.

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Von Detlef Stoller
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