04.12.2013, 15:10 Uhr | 0 |

Neue Geschäftssparte Google will Roboter für die Elektroindustrie entwickeln

Smartphones, selbstfahrende Autos und Internetbrille sind Google nicht genug: Der Konzern steigt jetzt auch in die Roboterentwicklung ein. Diese sollen in Zukunft die Menschenhand in der Elektronikproduktion ersetzen. 

Google will ins Roboter-Geschäft einsteigen.
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Sieben Spezialfirmen hat Google bislang aufgekauft, um eine neue Roboter-Abteilung zu gründen. Diese soll sich zunächst auf die Elektronikindustrie konzentrieren. Denn hier werden viele Teile immer noch manuell zusammengesetzt. 

Foto: dpa

Google plant, ins Roboter-Geschäft einzusteigen. Medienberichten zufolge hat der Konzern den Erfinder des Smartphone-Systems Android, Andy Rubin, damit beauftragt, eine neue Geschäftssparte für die Robotik aufzubauen. In einem Bericht der New York Times gab Rubin bekannt, sieben Spezialfirmen aufgekauft zu haben. Erste Produkte sollen in rund zehn Jahren auf den Markt kommen.

Erste Roboter sollen Elektronikindustrie zugutekommen

Von Robotern für zuhause, etwa automatische Haushaltshilfen, können Endverbraucher allerdings weiter nur träumen. Denn Google konzentriert sich zunächst auf die Industrie. Die neue Geschäftssparte soll die Entwicklung von Robotern vorantreiben, die zukünftig in der Elektronikproduktion arbeiten könnten. Denn hier werden viele Teile immer noch von Menschenhand zusammengesetzt.

Das entspricht auch dem Profil der Firmen, die Rubin bislang gekauft hat: Meka und Redwood Robotics entwickeln Roboter mit menschenähnlichen Armen, das Start-up Industrial Perception konzentriert sich auf Sichtsysteme und mechanische Arme, die Lkws beladen. Unklar ist, ob Google das gesamte Projekt zukünftig auslagern und als eigenes Subunternehmen führen wird.

San Francisco: Google übernimmt Hauslieferung für Internet-Händler

Ein weiteres Geschäftsmodell für Googles neue Robotersparte sehen Experten in Handel und Logistik. Erst vor kurzem hat der Konzern in San Francisco damit begonnen, den Google Shopping Express zu testen. Fahrer übernehmen dabei für Online-Händler wie Target, Walgreens und American Eagle Outfitters Hauslieferungen noch am selben Tag der Bestellung. Der Kunde kann sogar den Lieferzeitraum wählen. Experten vermuten, dass Roboter Teile dieses Systems in ferner Zukunft automatisieren könnten.

Amazon: Drohnen bringen Pakete nach Hause

Wie eine Automatisierung des Lieferservice funktionieren könnte, macht derzeit Konkurrent Amazon vor. Er sorgte diese Woche mit dem Express-Lieferservice „Prime Air“ für Medienwirbel: Das US-Internetkaufhaus will zukünftig Pakete von kleinen Drohnen ausliefern lassen. Diese kleinen Helikopter mit acht Rotoren heißen Octocopter. Sie sollen ein Paket aufnehmen und damit kurzerhand zum Kunden fliegen. „Ich weiß, das sieht nach Science-Fiction aus“, erklärte Amazon-Chef Jeff Bezos dem Fernsehsender CBS. „Das ist es aber nicht.“

Derzeit durchlaufen die Octocopter Sicherheitstests, danach heißt es Warten auf die Genehmigung der US-Flugsicherheitsbehörde FAA. Frühestens 2015 könnte Prime Air dann die Arbeit aufnehmen. Sonderlich effizient ist das System bislang allerdings nicht: Die Drohnen können Pakete mit einem Maximalgewicht von 2,3 Kilogramm tragen und damit rund 16 Kilometer weit fliegen. 

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Von Patrick Schroeder
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