18.02.2015, 10:10 Uhr | 1 |

ABWEHR VON DROHNEN Fliegendes Netz schützt Kernkraftwerke

Französische Ingenieure haben eine Drohne entwickelt, die Eindringlinge in einen verbotenen Luftraum einfangen. Dahinter steckt die Angst, Terroristen könnten Bomben auf Nukleareinrichtungen, militärische Stützpunkte oder gar aufs Weiße Haus in Washington werfen.

Interceptor Drone Mp 200 ist mit eingefangener Drohne gelandet.
Á

Geschafft: Der mit einem Netz ausgerüstete Drohnenfänger namens Interceptor Drone Mp 200 hat die rote Drohne eingefangen und zurück auf den Boden gebracht.

Foto: Assmann Groupe

In Frankreich scheint es einen neuen Sport zu geben: Kernkraftwerke und militärische Einrichtungen mit Hilfe von Drohnen zu erkunden. Dutzende Überflüge sind bisher registriert worden, obwohl der Luftraum über den Anlagen gesperrt ist. Irgendwann, so die Sorgen der Betreiber, könne ein Terrorist eine Bombe auf einen Meiler fallen lassen. Auch die Sicherheitsbeamten im Weißen Haus, die den US-Präsidenten schützen sollen, wurden bereits von einem Drohnen-Lenker ausgetrickst.

Jetzt gibt es ein Gegenmittel. Malou Tech, ein Drohnenhersteller, der zur französischen Assmann Groupe gehört, hat eine Drohne mit einem Fangnetz ausgestattet. Sie startet, wenn sich eine Drohne einem verbotenen Ort nähert, und fängt sie ein. Sanft legt sie das unbekannte Flugobjekt dann auf dem Boden ab und landet.

Jagd auf ungebetene Gäste

Das rechteckige Netz hängt an den Kufen der Drohne, der die französischen Entwickler den Namen Interceptor Drone Mp 200 gegeben haben. Am Ende des Netzes sind Gewichte befestigt. Wenn der Interceptor eine anfliegende Drohne registriert, startet er und macht regelrecht Jagd auf den Eindringling. Er positioniert sich so, dass das Netz auf der Höhe des Eindringlings ist, so dass dieser hineinfliegen und sich verheddern kann.

Videoquelle: Assmann Groupe

Selbst von panischen Ausreißbewegungen lässt sich der Interceptor nicht verwirren. Wie ein Torpedo mit Temperatursensor hält er stets auf den Eindringling zu. Ausgestattet mit sechs kraftvollen Rotoren ist der Drohnenfänger schneller und manövrierfähiger als die meisten anderen Kleinsthubschrauber.

In La Queue-en-Brie östlich von Paris holte ein Interceptor eine DJI Phantom 2 vom Himmel. Der gleiche Typ beunruhigte kürzlich das Weiße Haus, bis er folgenlos auf dem Rasen zerschellte.

Laserkanone statt Netz in China?

Drohnen sind zum Phänomen des 21. Jahrhunderts geworden. Sie tragen Pakete und Päckchen aus, untersuchen Bauwerke auf Schäden und spionieren in fremden Gärten. Vor unliebsamen Begegnungen mit den vielseitigen Flugobjekten kann man sich bisher nicht schützen. Außer man macht es wie in China. Dort haben Wissenschaftler eine Laserkanone entwickelt, die Drohnen abschießen kann. Eingesetzt werden darf sie noch nicht.

Anzeige
Von Wolfgang Kempkens
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare
14.12.2015, 10:52 Uhr dirttrasher@googlemail.com
"Sie tragen Pakete und Päckchen aus, untersuchen Bauwerke auf Schäden und spionieren in fremden Gärten"

Ja genau, der einzige private Zweck von Drohnen ist natürlich das Ausspionieren fremder Gärten. Was ist denn das für ein Unfug. Man sollte doch etwas mehr Sachlichkeit erwarten dürfen. Ausspionieren ist mit einem Weitwinkelobjektiv relativ sinnlos, und die einfachen Multikopter haben eine Kamera, damit sie halt eine haben, rein aus Marketingzwecken. Hochwertige und vor allem verwacklungsfreie Bilder bekommt man damit nicht hin. Die Multikopter mit hochwertigeren Kameras sind darüberhinaus schon von Weitem zu hören. Also bitte keine solchen Vorurteile verbreiten, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden