05.01.2016, 11:53 Uhr | 0 |

Automatische Flugüberwachung Drohnen in den USA müssen jetzt Nummernschilder tragen

Eine Million kleine Drohnen lagen in den USA unter dem Weihnachtsbaum, schätzt die amerikanische Flugaufsicht FAA. Doch bevor sie in die Luft steigen konnten, mussten sie erst einmal gewogen werden. Denn ab 250 g müssen Drohnen in den USA bei der FAA registriert werden – und ein Nummernschild tragen.

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Rund eine Millionen Drohnen sollen Weihnachten in den USA verschenkt worden sein. Jetzt hat die Flugaufsicht FAA eine Kennzeichenpflicht für Drohnen eingeführt, die schwerer sind als 250 g.

Foto: FAA

Der Flugbetrieb von Drohnen nimmt in den USA so stark zu, dass die Federal Aviation Administration (FAA) jetzt eine Registrierungspflicht für Drohnen zwischen 250 g und 25 kg eingeführt hat. Bevor sie in die Luft steigen, müssen sie von ihren Besitzern erst einmal auf der Webseite der FAA registriert werden. Die dabei vergebene Nummer muss künftig auf allen Drohnen angebracht werden.

Künftig Kennzeichen für Drohnen ab 250 g

Wie notwendig die Registrierung ist, zeigen die Weihnachtstage. Denn trotz der Registrierungspflicht haben viele Amerikaner ihre neuen Fluggeräte gleich ausgepackt und gestartet. In den Zeitungen häufen sich die Berichte über Unfälle von Drohnen mit Fußgängern und Autos. Oft fehlt es den Piloten noch an der notwendigen Erfahrung zum Steuern einer Drohne.

Und kurz vor Weihnachten hat erst beim Skiweltcup in Südtirol der Absturz einer Kameradrohne gezeigt, dass selbst Profis ihre Geräte nicht immer unter Kontrolle haben. Die Drohne verfehlte den Skirennfahrer Marcel Hirscher nur um Haaresbreite. Mit dem Kennzeichen will die FAA nun dafür sorgen, dass bei Unfällen der Schädiger schnell ausfindig gemacht werden kann. Denn bislang konnte er sich leicht unerkannt davon machen. Das geht jetzt nicht mehr.

Die FAA geht mit ihrer Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 250 g weit über die Vorschriften in anderen Teilen der Welt hinaus. Großbritannien hat beispielsweise eine Kennzeichnungspflicht, die erst für Drohnen mit einem Startgewicht von mehr als 20 kg gilt.

Automatisierte Überwachung von Flugbewegungen

Die amerikanische Zivilluftfahrtbehörde hat aber nicht nur den Betrieb kleinerer Drohnen geregelt. Der Behörde will zudem vor dem Beginn von Warenzustellungen per Drohne eine Überwachungstechnik einführen, die den Verkehr von Drohnen und Flugzeugen im gleichen Luftraum ermöglicht.

Das gilt für die FAA als die Grundvoraussetzung für die Zulassung von Zustelldrohnen, wie Amazon und verschiedene andere Handelsunternehmen sie gegenwärtig vorbereiten.

ADS-B steht für Automatic Dependent Surveillance Broadcast. Dahinter steht die Luftverkehrsteuerung der Zukunft, die im Prinzip für den kommerziellen Luftverkehr und nicht speziell für den Drohnenbetrieb entwickelt worden ist. Charakteristikum des ADS-B ist die ständige Positionsmeldung der Flugzeuge an Satelliten.

Diese Technik macht es möglich, dass Flugrouten und aktuelle Positionen der Flugzeuge automatisiert überall bekannt sind. Das kann auch verhindern, dass sich Flugzeuge zu nahe kommen oder aber wie im Fall der malaysischen MH370 einfach verschwinden.

Während bisher Fluglotsen den Piloten ihre Flughöhen und Routen größtenteils vorgeben, arbeitet ADS-B nur noch im Nahbereich der Flughäfen mit Fluglotsen. Alles andere läuft automatisiert ab, indem jedes Flugzeug im Luftraum ständig über andere Maschinen informiert ist. In dieses automatisierte System sollen nach den Vorstellungen der FAA auch Zustelldrohnen integriert werden.

Das könnte nicht nur den Effekt haben, dass Kollisionen verhindert werden. Zugleich bekommen die Behörden auch einen Überblick über die Bewegungen von Drohnen. Denn die werden längst auch von Kriminellen genutzt – beispielsweise um Drogen zuzustellen.

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Von Peter Odrich
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