26.02.2016, 12:02 Uhr | 0 |

Von Boston Dynamics Der erste Roboter auf zwei Beinen, der hinfällt und alleine wieder aufsteht

Er bewegt sich immer sicherer und selbstständiger, lässt sich selbst durch menschliche Attacken nicht von der Arbeit abhalten: der humanoide Roboter Atlas. Ihre erfolgreiche Weiterentwicklung der Maschine präsentiert die Google-Tochter Boston Dynamics aktuell in einem Demonstrationsvideo. Dort stapft der 1,79 große Kerl auf seinen zwei Beinen durch einen verschneiten Wald. Kann sich aus eigener Kraft wieder aufrichten, wenn er umgeschubst auf dem Boden liegt. Beeindruckend.

Roboter Atlas bei seinem Schneespaziergang
Á

Über Stock und Stein: Roboter Atlas lässt sich bei seinem Schneespaziergang durch den Wald nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Foto: Boston Dynamics

Atlas könnte locker dem Filmset des neuen Star-Wars-Epos „Das Erwachen der Macht“ entlaufen sein. Der humanoide Roboter der Google-Tochter Boston Dynamics öffnet souverän eine Tür und marschiert in den Wald. Am Dienstag hat die Roboter-Firmen-Ausgründung aus dem Massachusetts Institute of Technology mit Sitz in Waltham ein Demonstrationsvideo veröffentlicht, in dem Atlas sicher über verschneiten holprigen Waldboden läuft.

Atlas korrigiert Gleichgewichtsprobleme im Sekundenbruchteil

Wenn er ausrutscht oder strauchelt, so fällt dieser neue Atlas nicht hin, er korrigiert die Gleichgewichtsprobleme im Sekundenbruchteil und marschiert weiter. Fast automatisch schießt dem Betrachter des Films der Gedanke durch den Kopf, sich mit dieser Kampfmaschine mit Terminator-Charme lieber nicht anzulegen. Und bewaffnet möchte diesen Roboter wohl auch niemand sehen.

Atlas ist harmlos

Dabei ist Atlas äußerst harmlos. Das demonstriert Boston Dynamics im zweiten Teil des Films. Brav stapelt der starke Atlas da Pakete von jeweils rund fünf Kilogramm ins dafür vorgesehene Regal.

Ein Mitarbeiter stört den humanoiden Burschen dabei, indem er ihn das Paket immer wieder mit einem Hockeyschläger aus den Händen schlägt. Atlas beugt sich stoisch vor und greift erneut zum Paket.

Roboter kann alleine aufstehen

Dann stößt der fiese Mann Atlas mit seinem Schläger vor die Brust. Atlas taumelt nach hinten. Spätestens jetzt erwartet der Betrachter, dass der starke Atlas dem Quälgeist eine runterhaut. Aber Atlas bückt sich und hebt erneut das Paket auf. Als der Mann den armen Atlas von hinten schubst, kippt der Kerl vornüber um.

Aber: Er steht im Nu wieder auf. Und das ist schon bemerkenswert und auch neu, bislang blieben solche menschenähnlichen Roboter auf zwei Beinen hilflos auf dem Boden liegen.

Atlas ist jetzt dank Akku energieautark

Mit seiner neuesten Version des Roboters Atlas, The Next Generation, präsentiert Boston Dynamics somit einen wesentlich tafferen Roboter, als den Vorläufer. Zudem hat Atlas ordentlich abgespeckt. Er wiegt jetzt nur noch 81 statt 150 kg. Der neue 1,79 m große Atlas ist jetzt auch vollkommen autark, er hängt nicht mehr an Stromkabeln, wie noch sein Vorgänger. Die Ingenieure haben die Energieversorgung in den Roboter verlegt. 

28 hydraulische Freiheitsgrade

Atlas ist in seiner Kopfeinheit mit einem lasergestützten optischen Abstands- und Geschwindigkeitssensor (Lidar) ausgestattet. Auch eine Stereokamera haben die Ingenieure im Kopf des Roboters untergebracht. Sensoren im Oberkörper und in den Beinen liefern die zum Halten des Gleichgewichts erforderlichen Daten.

Die Mechanik der Bewegungen von Armen und Beinen erfolgt über insgesamt 28 hydraulisch gesteuerte Freiheitsgrade.

Atlas kann sehr flexibel eingesetzt werden

Atlas kann daher jetzt äußerst flexibel eingesetzt werden. Er orientiert sich in Gebäuden genauso gut, wie im freien Gelände. Mit dem Atlas-Update ist Boston Dynamics dem Ziel schon recht nahe gekommen, einen Rettungsroboter zu konstruieren, der in Katastrophenfällen dort zum Einsatz kommt, wo Menschen sich nicht aufhalten können.

Videoquelle: Boston Dynamics

Dieser Fortschritt ist beachtlich: Denn erst vor wenigen Monaten hatte das US-amerikanische Militär seine Zusammenarbeit mit Boston Dynamics bei der Entwicklung eines Transport-Roboters eingestellt, weil der vierbeinige Roboter mehr Lärm verursachte, als ein Benzin-Rasenmäher.

Anzeige
Von Detlef Stoller
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden