10.11.2015, 11:53 Uhr | 0 |

Weltrekord im Gehen Chinesischer Laufroboter schafft 134 km mit einer Akkuladung

Es geht nicht um Schnelligkeit, sondern ums Durchhaltevermögen bei diesem Wettkampf unter Laufrobotern. And the winner ist: Xingzhe Nr. 1 aus China. Er stellte einen neuen Rekord im Gehen auf, schaffte mit nur einer Akkuladung 134 km. Und damit auch einen  Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde. 

Roboter Xingzhe Nr. 1 drehte Runde um Runde bis zum Weltmeister-Titel
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Er läuft und läuft: Der vierbeinige Roboter Xingzhe Nr. 1 bewältigte ohne Pause eine Strecke von 134 km. Und steht jetzt im Guinness Buch der Rekorde.

Foto: World Guinness Records

Es sah wohl nicht sehr elegant aus wie Xingzhe Nr.1 Anfang November Runde für Runde in einer Turnhalle umherstakste. Doch was soll´s. Es galt keinen Schönheitswettbewerb zu gewinnen, sondern Kilometer zu fressen. Und das hat er, ist Weltmeister im Gehen geworden. Xingzhe löst den bisherigen Rekordhalter Ranger der Cornell University ab, der 2011 gerade einmal 65,18 km zurücklegte und dafür gut 30 Stunden brauchte. Nach dieser Distanz war Xingzhe quasi gerade erst warm gelaufen.

Alter Rekord verdoppelt

Doppelt so viele Kilometer wie Ranger vor vier Jahren schaffte Xingzhe Nr. 1. Der vierfüßige Roboter mit steifen Beinen, die aus einem Kasten ragen, legte auf den 134 km 340.000 Schritte zurück. Ohne Pause. In 54 Stunden und 34 Minuten. War also auch noch etwas schneller als der Titelverteidiger.

Forschern geht es um Energieeffizienz

Seinen Auftritt hatte in einer Sporthalle der südwestchinesischen Stadt Chongqing. Dort musste er eine Laufbahn von 95,39 m Länge gehen, wieder und immer wieder. 1405 Mal. Dann war die Luft raus oder korrekt: der Akku leer, 0,8 Kilowattstunden verbraucht. Bei Roboter Ranger waren es 0,5 Kilowattstunden für die Hälfte der Strecke.

Videoquelle: Guinness World Records

Und damit wären wir beim eigentlichen Thema, der Energieeffizienz. Entwickelt wurde Xingzhe 1 von Professor Li Qingdu und dessen Kollegen vom Institut für Automation der Universität Chongqing für Post und Telekommunikation. Seit November 2014 arbeiten sie an dem Laufroboter. Die Technologie mit Antrieb, Akku und Steuerung packten sie in einen Kasten, in den die Beine des Roboters münden. Xingzhe 1 ist erst der Anfang, wird der Grundlagenforschung zugeordnet.

Er läuft zwar wie am Schnürchen, aber mehr kann er eben noch nicht. Aber: „Wir können die Technologien und Verfahren anwenden, die bei einer großen Bandbreite an Robotergeräten zur Anwendung kommen, um sie effizienter, ausdauernder und zuverlässiger zu machen. In Zukunft könnten wir beginnen, diese Roboter für gefährliche oder ferngesteuerte Aufgaben einzusetzen“, so Li. 

Amerikanische Forscher arbeiten seit Jahren an einer Serie von Prototypen von bipeden, also zweibeinigen Robotern. Im Vergleich zu anderen mobilen Robotern, die vier oder mehr Beine haben, stellt die mechanische Konstruktion und Steuerung von Zweibeinern eine besondere Herausforderung dar. Beim Roboter Atrias, über den wir auch berichteten, haben seine Erbauer versucht, den Fortbewegungsstil in Effizienz, Agilität und Manövrierfähigkeit so menschenähnlich wie möglich zu machen.

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Von Petra Funk
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