23.12.2016, 07:11 Uhr | 0 |

Humanoide Roboter Avatar-Kampfmaschinen sollen in Fukushima aufräumen

Ein Filmdesigner und ein Roboter-Spezialist haben einen riesigen menschenähnlichen Roboter entwickelt, der in Fukushima eingesetzt werden soll. Dazu muss er allerdings seine wackligen Beine hergeben. Eine rollende Plattform wird sie ersetzen.

Method-1 scheint einem Science-Fiction Film entsprungen zu sein. Er ähnelt stark den furchtbaren Kampfmaschinen, die im Film Avatar durch den Urwald stapfen und Jagd auf die Guten machen. Der verglaste Kopf ist bei beiden identisch mit dem Rumpf. Dahinter ist der Steuerstand, von dem aus die Beine und die beiden gewaltigen Arme, die direkt am Kopf befestigt sind, gelenkt werden.

Anders als in Avatar ist Method-1, der die stolze Größe von fast vier Metern erreicht, ein Guter. Er soll bei den Aufräumarbeiten im havarierten japanischen Kernkraftwerk Fukushima helfen.

 

Ohne Hilfe eines Portalkrans könnte Method-1 umfallen

Tatsächlich steckt hinter dem Giganten ein Film-Mann. Der aus Bulgarien stammende US-amerikanische Designer Vitaly Bulgarov, der Roboter für Serien wie Terminator, Robocop und Transformer geschaffen hat, wollte mal was Realistisches hinkriegen. Dazu tat er sich mit dem südkoreanischen Robotik-Spezialisten Korea Future Technology zusammen. Gemeinsam entwickelten sie das Ungetüm, das allerdings noch ein paar Macken hat.

Wenn es ebenen Untergrund verlässt – und den gibt es im Trümmergebiet von Fukushima kaum – tragen ihn seine Beine nicht mehr. Er kippt um. Deshalb hängt er an Haken eines Portalkrans, der ihn auffängt, wenn er ins Straucheln gerät.

 

Roboter ahmt die Bewegungen des Steuermanns nach

Der Steuermann sitzt, wie im Film, im geräumigen verglasten Kopf. Wenn er seine Arme und Finger bewegt, die an Bewegungssensoren angeschlossen sind, ahmt Method-1 ihn getreulich nach. Um tatsächlich zupacken zu können, sollen seine Beine amputiert und durch eine rollende Plattform ersetzt werden, auf der sich auch eine wie immer geartete Energiequelle befindet.

 

Angesichts der Größe des Roboters und der augenscheinlich großen Kraft, die er in Armen und Fingern hat, dürften Batterien nicht reichen, allenfalls für kurze Zeit. Der Prototyp wird über ein Kabel mit Strom versorgt, das er hinter sich herzieht.

Gefährliche Strahlung zerstört Roboter

Der modifizierte Roboter, der tatsächlich in Fukushima eingesetzt werden soll, ist bereits in Arbeit, sagt Bulgarov. Da wird er es nicht leicht haben. Zwei Roboter, die Toshiba entsandte, um bei Aufräumungsarbeiten im Bereich des vierten Blocks in Fukushima zu helfen, machten schon nach kurzer Zeit schlapp. Die Elektronik war der hohen radioaktiven Strahlung nicht gewachsen. 

Einige Roboter wurden eingesetzt, um Fotoaufnahmen zu machen – und mussten ebenfalls bald aufgeben.

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Von Wolfgang Kempkens
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