02.08.2017, 13:31 Uhr | 0 |

Serviceroboter im Einsatz Auszeichnung für einen Butler

Technische Hilfskräfte werden immer autonomer. Das stellt derzeit ein Serviceroboter aus den USA unter Beweis, der sich selbst navigieren, mit seiner Umgebung kommunizieren und alleine Aufzug fahren kann.

Ein Butler namens Relay ebnet neue Wege in der Servicerobotik. Das sah zumindest die Jury des 13. Innovation and Entrepreneurship in Robotics and Automation Award so und verlieh ihm den diesjährigen ersten Platz. Relay ist ein Serviceroboter des US-amerikanischen Herstellers Savioke. Er ist konzipiert, um Hilfsdienste etwa in Hotels, Krankenhäusern oder Logistikzentren auszuführen.

Künstliche Intelligenz macht Relay einzigartig

Dass Serviceroboter nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt werden, um dem Menschen zu assistieren, sondern dass ihre Fähigkeiten weit darüber hinausgehen, haben schon viele Entwicklungen gezeigt. Doch bisher fiel es ihnen schwer, sich in der menschlichen Umwelt zurechtzufinden. Noch vor wenigen Jahren sagte Birgit Graf vom Fraunhofer IPA, dass es für Roboter eine immense Herausforderung sei, autonom in einer häuslichen Umgebung zu agieren, weil das Umfeld unstrukturiert sei. Trotzdem arbeiteten Forscher auf der ganzen Welt daran, Serviceroboter zu entwickeln, die etwa Behinderten ein eigenständiges Leben ermöglichen oder Kunden beim Einkaufen zu den richtigen Regalen führen.

Sie alle hatten eine Schwäche, die Relay nun überwunden haben soll. Sie konnten sich nur in einer ihnen bekannten Umgebung navigieren, in der zwar Menschen ihren Weg kreuzen, Regale und Möbel aber konstant bleiben. „Savioke und ihr Geschäftsführer Steve Cousins haben eine Schlüsseltechnologie  der professionellen Servicerobotik in einer Reife entwickelt, die einen Einsatz in öffentlicher, von Menschen bewohnten Umgebung rund um die Uhr ermöglicht“, lobt Erwin Prassler, Vice President der amerikanischen Robotics and Automation Society, die jüngste Butler-Generation.

Der kleine Roboter Relay kann sich mittels künstlicher Intelligenz und einer ausgefeilten Sensortechnologie nämlich selbstständig um Gegenstände und auch Menschen herum navigieren. Auch solche, die seinen Weg zuvor nicht kreuzten, wie Koffer, die plötzlich in seinen Weg ragen. Das unterscheidet ihn von bisherigen Servicerobotern, die auf vorgegebenen Routen von A nach B unterwegs waren und nicht mit einer sich verändernden Umgebung interagieren konnten.

Serviceroboter kann kommunizieren und alleine Aufzug fahren

Der knapp ein Meter große Serviceroboter kommuniziert mit seiner Umgebung über Touchscreen und Smartphones. Seine Ankunft vor dem Hotelzimmer etwa kündigt er per Anruf an. Um den Menschen in seiner Umgebung etwas mitzuteilen, kann der kleine Helfer außerdem einige Gesichtsausdrücke imitieren.

Wichtiger als die Kommunikation mit den Menschen jedoch ist auch bei Relay, dass er sicher von A nach B kommt. Und dafür ist er nicht nur mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, sondern mit der Fähigkeit, sich selbst Aufzüge zu rufen – ideal für Lieferdienste in einem Krankenhaus, einem Hotel oder einem Bürogebäude.

Und in den USA wird er bereits genau dort eingesetzt, u.a. um frische Handtücher oder Erfrischungsgetränke auf Hotelzimmer zu bringen. Über 100.000 Lieferdienste haben die verschiedenen Generationen der rollenden Roboter bereits ausgeführt, teilt das Unternehmen Savioke mit. Und nach Erfüllen ihrer Aufgaben ziehen sich die Butler ganz diskret zurück – auf direktem Weg in ihre Dockingstation.

Anzeige
Von Lisa Schneider
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden