13.09.2013, 15:10 Uhr | 0 |

Oleds fürs Produktmarketing Blinkende Kartons locken Kunden an

In naher Zukunft sollen auf Verpackungen im Kaufhaus leuchtende Logos, Schriften und sogar bewegte Bilder zu sehen sein. Organische Leuchtdioden machen das möglich.

Oleds als Werbeträger
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Was heute noch eher nach Bastelei aussieht soll zum überzeugenden Werbeträger werden.

Foto: Cynora

Displays von Mobiltelefonen und Smartphones bestehen oft aus organischen Leuchtdioden (Oled). Als Birnenersatz stecken Licht spendende Flächen in edlen Designerlampen. Jetzt gehen die Karlsruher Cynora GmbH und Forscher am Lichttechnischen Institut des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) daran, Oleds für einen weiteren Einsatzbereich fit zu machen: die Präsentation von Produkten. Verpackungsmaterial soll leuchten, blinken und Filmchen zeigen, um Kunden anzulocken.

Was heute noch eher nach Bastelei aussieht soll zum überzeugenden Werbeträger werden. Dafür ist der neue Lichtspender bestens geeignet. Weil er extrem wenig Strom verbraucht genügen für den Betrieb papierdünne Batterien aus Kunststoff, die sich in das Verpackungsmaterial integrieren lassen. Oleds lassen sich so konstruieren, dass Schriftzüge oder Logos flächig leuchten.

Die Partner haben dazu das Projekt CyFlex ins Leben gerufen. Ziel ist es, den gesamten Prozess zu entwickeln, der mit der Herstellung der leuchtenden und strukturierten Flächen beginnt. Dazu müssen zahlreiche, manchmal mehr als 100 nanometerdünne Schichten nach und nach auf einer Folie abgeschieden werden. Die angestrebte Beschichtungstechnik ist das Drucken. Im Heidelberger InnovationLab, gegründet von Universitäten und Industrieunternehmen, darunter Heidelberger Druckmaschinen, soll eine Fertigungsstraße aufgebaut werden, die Oled-Verpackungsmaterial in Kleinserien herstellt. Das InnovationLab hat sich auf druckbare Elektronik spezialisiert.

Licht wird einfach aufgedruckt

Die Karlsruher Entwickler müssen die Oled-Werkstoffe so modifizieren, dass sie ihre leuchtenden Eigenschaften behalten, wenn sie einfach aufgedruckt statt in Vakuumkammern abgeschieden werden. Thomas Baumann, Geschäftsführer von Cynora, denkt an Verpackungen mit leuchtenden und beweglichen Bildern, Logos und Texten, die „neue Impulse für das Produktmarketing liefern“. Außer der Batterie könnten auch winzige Bewegungssensoren integriert werden, die das leuchtende Spektakel erst einschalten, wenn sich ein Interessent nähert. Das Projekt, für das 619 000 Euro zur Verfügung stehen, von denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung knapp die Hälfte trägt, hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Derzeit sind großflächige Displays auf der Basis von Oleds noch sehr teuer, ebenso die leuchtenden Flächen, aus denen Designerlampen hergestellt werden. Um aus diesem Material Verpackungsmaterial herzustellen müssen die Kosten drastisch reduziert werden.

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Von Wolfgang Kempkens
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