21.08.2014, 14:09 Uhr | 0 |

Trümmerteile reflektieren Schallwellen Sonargerät Kieler Meeresforscher hilft bei Suche nach Flug MH370

Bei der Suche nach dem verschollenen Flug MH370 kommt jetzt Hilfe aus Kiel: Forscher des Instituts GEOMAR stellen dem holländischen Suchunternehmen Fugro Survey ein Sonargerät zur Verfügung. Es kann Trümmerteile in bis zu 6000 Metern Tiefe über Schallreflexionen erkennen. 

Kieler Meeresforscher setzen das sogenannte Seitensichtsonar aus
Á

Kieler Meeresforscher setzen das sogenannte Seitensichtsonar aus: Es sendet Schallwellen auf den Meeresgrund und fängt die Reflexionen auf. Ein Computer errechnet Form und Materialien der Objekte auf dem Grund.  

Foto: Geomar

Vor fast einem halben Jahr hatten deutsche Meeresforscher dem holländische Spezialunternehmen Fugro Survey angeboten, ihr autonomes Unterwasserfahrzeug Abyss für die Suche nach der im Pazifik verschollenen malaysischen Passagiermaschine einzusetzen – vergeblich. Das Unternehmen vertraute auf eigene Technik. Doch der Erfolg blieb aus.

Jetzt sollen die Experten des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel (GEOMAR) doch noch zum Zuge kommen – wenn auch nicht mit Abyss, das mittlerweile für andere Aufgaben eingesetzt wird. Gefragt ist ein Seitensichtsonar, das die Kieler bis zum Ende des Jahres an Fugro Survey ausleihen. Nach einer erfolglosen Suche mit Kameras, Magnetometern und Ultraschallanlagen ruht jetzt alle Hoffnung auf diesem Gerät aus Deutschland.

Suche nach MH370 geht im September weiter

Die neue Suche in einem Seegebiet von 60.000 Quadratkilometern soll im September beginnen und maximal zwölf Monate dauern. „Unser System kann in Wassertiefen von bis zu 6000 Metern eingesetzt werden und hat je nach Entfernung zum Meeresboden eine Auflösung von 25 bis 100 Zentimetern“, sagt Jörg Bialas, Geophysiker am Geomar. Mit Abyss ließe sich die Genauigkeit auch nicht entscheidend verbessern. Neben dem Seitensichtsonar kommen auf mehreren Schiffen Kameras und ein Fächer-Echolot zum Einsatz.

Das Seitensichtsonar sendet akustische Signale aus, die über den Meeresboden streichen. An Hindernissen aller Art werden sie reflektiert, etwa an natürlichen Erhebungen und Fremdkörpern wie Wrackteilen. Aus den eingefangenen Schallwellen errechnet ein Computer die Umrisse der gefundenen Hindernisse.

Verschiedene Materialien reflektieren Schall unterschiedlich gut

Die Intensität des reflektierten Schalls hängt dabei von der Beschaffenheit des Meeresbodens und seiner Neigung ab. Steinige Untergründe liefern andere Bilder als sandige oder schlammige. „Aufgrund dieses Prinzips können wir Gesteinsschichten von anderem Material wie zum Beispiel den Wrackteilen eines Flugzeugs unterscheiden“, sagt Bialas.

Die Boeing 777 von Air Malysia ist seit dem 8. März verschollen. Da die Batterien der Flugschreiber seit langem leer sind, lassen sich Spuren nur noch über bildgebende Verfahren finden.

Anzeige
Von Wolfgang Kempkens
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden