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09.09.2014, 10:55 Uhr | 1 |

Sensoren einfach aufspritzen Smart-Haut: Plötzlich empfinden die Tragflächen ihr Umfeld

BAE Systems arbeitet an Minisensoren, die sich wie Lackfarbe auf Tragflächen spritzen lassen und diese zu einem gigantischen Sensor machen. Flieger können so auch nachträglich mit einer Smart-Haut ausgestattet werden, die alle Veränderungen in der Umgebung und am Material im Cockpit meldet. 

Spitfire und Eurofighter Typhoon von BAE
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BAE arbeitet an Minisensoren, die sich wie ein Lack aufspritzen lassen. Flugzeuge können so mit einer Smart-Haut ausgerüstet werden, die alle möglichen Daten wie Überhitzung oder Materialbeschädigungen kabellos ans Cockpit weiterleitet.

Foto: BAE Systems

Schon heute warnen auf den Tragflächen von Flugzeugen angebrachte Sensoren das Cockpit, wenn sie beispielsweise Temperaturveränderungen registrieren. Zwar sind die einzelnen Sensoren nicht teuer. Wohl aber deren Montage und Verkabelung.  

BAE strebt nach einer Smart-Haut für Flugzeuge und Schiffe

BAE, das derzeit größte europäische Wehrtechnik-Unternehmen, strebt danach, die gesamte Oberfläche von Flugzeugen oder Schiffen empfindsam für ihr Umfeld zu machen. Unzählige kleine Sensoren stellen Temperaturveränderungen, Überhitzung, Materialbewegungen sowie -belastungen und schließlich auch die Schäden durch feindliches Feuer fest. In letzterem Fall melden sie nicht nur die Tatsache, dass Flugzeug oder Schiff getroffen worden sind, sondern zugleich auch den genauen Umfang der Beschädigung. 

Linda Hyde, die bei BAe für diese Forschungs- und Entwicklungsarbeiten verantwortlich zeichnet, erklärt deren Ziel damit, “sehr viel robustere Waffenträger-Plattformen zu schaffen, die ungleich komplexere Aufgaben erfüllen können und schließlich mit sehr viel weniger Wartungsaufwand als bisher auskommen”. Die so genannte Smart-Haut des Flugzeugs beobachtet ständig eine Fülle von Parametern auf ihren Zustand und berichtet die entsprechenden Zustände.

Aus Mobiltelefon-Entwicklung sind extrem kleine Sensoren hervorgegangen

Diese Minisensoren sollen im Rahmen eines intelligenten Netzwerks drahtlos miteinander kommunizieren. Für die Endphase der Entwicklung geht Hyde davon aus, dass die Feststellungen dieser Sensornetze direkt in die Brillen der Pilotenhelme der Kampfjets eingespiegelt werden. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen. 

Derzeit arbeitet Hyde’s Team mit einem Eurofighter Typhoon Kampfflugzeug des Konzerns, in dessen Außenhaut insgesamt 20 Sensoren eingebettet und konventionell verkabelt sind. Sehr viel weiter entwickelt soll der nächste Prototyp dieser Technik sein, der Mitte 2015 fertig sein soll. Dieses Kampfflugzeug wird dann schon über so viele Sensoren verfügen, dass es sein gesamtes Umfeld erfühlen und die Ergebnisse weitergeben kann.

Kostengünstig und drahtlos

Der größte Vorteil der lackartig aufspritzbaren Minisensoren liegt zum einen in der einfachen und damit äußerst kostengünstigen Nutzung dieser Technik. Der zweite große Vorteil ist der Wegfall der konventionellen Verkabelung, da die Minisensoren drahtlos arbeiten. Nicht weniger wichtig ist allerdings der dritte Vorteil: Durch das Aufspritzen lässt sich diese Sensortechnik nicht nur für zukünftige Waffensysteme nutzen, sondern genauso für herkömmliche, schon seit Jahren eingeführte Systeme: Die Sensoren lassen sich auch auf alte Flugzeuge aufsprühen und bieten dort die gleichen Nutzungsmöglichkeiten.

Aufgespritzte Sensoren sind auch für zivile Zwecke nutzbar

Die Nutzung der aufsprühbaren Sensoren auf Militärflugzeugen wird von Hyde nur als ein erster Nutzungsschritt gesehen. Bei Schiffen sollen die Sensoren die Korrosion des Rumpfes und einzelner Aufbauten beobachten und eine Verschlechterung melden. Beispielsweise auf Mietwagen aufgespritzt, melden die Sensoren bei der Fahrzeugrückgabe automatisch, ob es Beulen oder auch nur Kratzer am Fahrzeug gegeben hat. 

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Von Peter Odrich
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kommentare
09.09.2014, 21:26 Uhr Progetti
Diese Sensortechnik ist auch für technische Weltraumobjekte besonders interessant für die Planung einer eventuellen Reparatur!

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