21.03.2014, 13:14 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2014 Sensorsystem aus Saarbrücken überwacht Qualität von Schmieröl

Ingenieure aus Saarbrücken haben ein Sensorsystem entwickelt, das die Qualität des Schmieröls in Anlagen mit einem Lasersystem im laufenden Betrieb beurteilt. Somit können Betreiber Ölwechsel genauer terminieren. Und das mit viel geringerm zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Prof. Andreas Schütze und Eliseo Pignanelli
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Prof. Andreas Schütze und sein Kollege Eliseo Pignanelli können mit dem mobilen Messsystem im Koffer die Ölalterung auch vor Ort bestimmen. Sie präsentieren es im April auf der Hannover Messe. Das System lässt sich aber auch fest in Windkraftanlagen einbauen. 

Foto: Universität des Saarlandes/Oliver Dietze

Schmieröl verringert Reibung und Verschleiß von Anlagen und verhindert das Heißlaufen. Im Laufe der Zeit reichert es sich allerdings durch Abrieb mit Partikeln und winzigen Metallteilchen an und oxidiert zudem. Irgendwann schmiert es nicht mehr – deshalb muss es rechtzeitig gewechselt werden.

Termin für Ölwechsel ist bislang nur aufwendig zu bestimmen

Wann ein Ölwechsel fällig ist, ließ sich bisher nur mit großem Aufwand bestimmen. „Wann genau das Öl gewechselt werden muss, ist nicht offensichtlich“, sagt Prof. Andreas Schütze, Forscher an der Universität des Saarlandes. Vor allem bei schwer erreichbaren Anlagen wie Windkraftanlagen auf hoher See bleibe oftmals nur, Proben zu entnehmen und im Labor zu prüfen, oder das Öl auf Verdacht turnusmäßig zu wechseln. „So wird oft noch gutes Öl aufwändig und unnötig gewechselt – mit hohen Kosten für Betreiber und Umwelt.“

Lasersystem beurteilt Qualität des Schmieröls

Ein Ingenieurteam der Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat nun ein Sensorsystem entwickelt, das die Qualität von Ölen und anderen Schmierflüssigkeiten während des laufenden Betriebs misst. Es wird in Anlagen eingebaut und überwacht die Ölalterung.

Eine Laserdiode erfasst Partikel im Schmierstoff. „Jede Partikelart streut das Licht anders, manche werfen mehr, andere weniger Licht in die jeweiligen Richtungen“, erklärt Eliseo Pignanelli aus dem Entwicklungsteam. Die Streuung wird erfasst und ausgewertet. Das System kann dadurch auch zwischen Metallstaub, sonstigen Partikeln und Luftblasen unterscheiden und die jeweilige Konzentration bestimmen.

Infrarotlicht lässt Rückschlüsse auf chemischen Zustand des Öls zu

Außerdem wird die Flüssigkeit, die durch das Messsystem fließt, mit Infrarotlicht beleuchtet. Die Strahlen, die sie durchdringen, werden aufgefangen. „Hierdurch können Rückschlüsse auf den chemischen Zustand des Öls gezogen werden, denn wenn es sich chemisch verändert, verändert sich auch das empfangene Lichtspektrum“, sagt Pignanelli. So kann etwa auch ermittelt werden, ob Wasser in das System eingedrungen ist.

Die Daten aus dem Messsystem werden über Mobilfunk übertragen – so ist die Auswertung unabhängig vom Standort der Anlage möglich. „Mit unserem Messsystem lassen sich drohende Schäden früh erkennen und abwenden. Wartungseinsätze können vorausschauend geplant werden“, fasst Schütze zusammen.

Das Team von der Saar-Universität stellt das Messsystem auf der Hannover Messe im April vor. Dort präsentieren sie auch eine Version für den mobilen Einsatz. Ein kleiner Koffer enthält von Mess- bis zu Anzeigengeräten alles, um Öl vor Ort zu prüfen

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Von Andrea Ziech
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