03.01.2017, 08:24 Uhr | 0 |

Laser und Sensoren L'Oréal will strapaziertem Haar eine Stimme geben

Wie klingen kaputte Haare? Der französische Kosmetikkonzern L’Oreal hat jetzt einen Weg gefunden, wie brüchiges und angegriffenes Haar als Musik hörbar gemacht werden kann. In diesem Jahr sollen die ersten Geräte in Friseursalons in aller Welt eingeführt werden. Es ist die erste elektronische Technik dieser Art in der Haarkosmetik.

L'Oréal
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Lässt Haare klingen: Der französische Kosmetik-Konzern L'Oréal hat in seinem japanischen Forschungs- und Entwicklungszentrum eine neue Technik entwickelt, bei der das komplette gescannt wird. Sensoren sammeln die Daten, die in Echtzeit auf der Basis von Algorithmen in Musik um. Und diese berichtet über den Zustand der Haare.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Die japanische Niederlassung des größten Haarkosmetikkonzerns der Welt setzt für die neue Technik hochempfindliche Sensoren ein, um winzige Veränderungen bei der Reibung der Haare aneinander zu messen.

Sensoren messen Reibung der Haare aneinander

Die neue Technik, die im japanischen Forschungs- und Entwicklungszentrum von L’Oréal in Kawasaki in der Präfektur Kanagawa entwickelt wurde, scannt das komplette Haar – von der Wurzel bis zur Haarspitze. Sensoren sammeln dann Daten, die in Echtzeit auf der Basis von Algorithmen in Klänge und Musik umgewandelt werden.

Kunden können ihr angegriffenes Haar hören

Die Geräte des Kosmetikherstellers demonstrieren schließlich in Klangform, wie stark das Haar des einzelnen Kunden tatsächlich geschädigt ist. Anhand dieser genauen Analyse wird dann ein spezielles Haarpflegeprogramm entwickelt. Kunden mit besonders stark strapaziertem Haar hören zunächst stark rhythmische und sehr schwungvolle Musik.

Gesundes, weiches Haar dagegen erzeugt sanfte, ruhige und harmonische Klänge. Zwar kann der Gesamtzustand des Haars auch visuell festgestellt werden, doch werden die Kunden aus der Sicht von L’Oreal mit Hilfe musischer Elemente in der Haarpflege detaillierter angesprochen.

Musik als Medizin

Inspiriert wurde der Konzern nicht zuletzt durch die gesundheitsfördernden Effekte von Musik und die zunehmenden Fortschritte beim Einsatz von Musik als Heilmittel in der Medizin. Musik versetzt uns in gute Laune, sie tröstet und weckt Erinnerungen. Außerdem hat sie Einfluss auf die Seele, kann das Gehirn trainieren und sogar den Herzschlag verändern.

Friseurin Jenny föhnt einer Kundin am Dienstag (07.08.2012) in der Dry Bar in Berlin die Haare. Die Dry Bar bietet nach einem neuen Trend aus den USA verschiedene Föhnfrisuren an. Bisher hatten Billig-Friseure Hochkonjunktur, waschen, schneiden, selber föhnen für zehn Euro. Jetzt schwappt ein neuer Trend aus den USA nach Deutschland, der die «perfekte Welle» - mit lässigem Bar-Ambiente verbindet: «No cuts. No color. But amazing blowouts» steht über der Theke. In der «Dry Bar» nahe des Berliner Kurfürstendamms können die Kundinnen zwischen Mojito, Cosmopolitan und Pina Colada wählen - hinter den Cocktail-Namen verbergen sich Föhnfrisuren. Mit 35 Euro ist das Styling kein preiswertes Vergnügen. Foto: Britta Pedersen dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++
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L' Oréal will die ersten Geräte zur klangvollen Haartherapie 2017 weltweit in Friseursalons einführen.

Foto: dpa-Zentralbild

Laut L’Oréal gibt es genügend Möglichkeiten die neue Technologie in Zukunft auch auf andere Bereiche auszuweiten, wie die Schönheitskosmetik, einschließlich der Hautpflege und des Make-ups.

Akustische Schönheitspflege von Shiseido

Der japanische Kosmetikkonzern Shiseido geht schon seit längerem mit der sogenannten akustischen Schönheitspflege (acoustic beauty care) in diese Richtung. Der „Shiseido Omotenashi“ Sound wurde auf Basis der Bewegungen bei der Berührung der Haut komponiert, indem angenehme Rhythmen mit dem Klang von Wassertropfen verbunden wurden.

Bei der Entwicklung der Klänge wurde das Muskelpotential des Arms gemessen, mit dem Schönheitsspezialisten ihre  professionellen Techniken ausübten. Die Klänge werden dabei dem Kosmetikpersonal auf mobilen Tablet-Computern auch sichtbar zur Verfügung gestellt.

Auszeichnung für Sonification-Studie

Der Einzug der akustisch-elektronischen Technik in die Kosmetik wurde jüngst mit dem „basic research award“ auf dem 29. IFSCC Congress in Florida ausgezeichnet. L’Oreal erhielt den Preis für die Studie mit dem Titel „Sonification – eine klangliche Darstellung der Oberfläche des menschlichen Haars“. Das japanische Forschungsteam unter Leitung von Mariko Nomura untersuchte dabei diverse Tonerzeugungstechniken. In Japan forscht L’Oréal unter anderem an den Eigenschaften und Besonderheiten von Haut und Haaren der Japaner.

Mit der Transplantation von Haarzellen will zudem ein japanisches Konsortium den Durchbruch beim Kampf gegen Haarausfall erzielen. Wie das geht, lesen Sie hier

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Von Peter Odrich
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