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14.09.2015, 11:59 Uhr | 0 |

ERGÄNZUNG FÜRS SMART HOME Armband misst persönlichen Stromverbrauch

Das an der Universität von Washington entwickelte Gerät „Magnifisense“ erfasst, welche stromverbrauchenden Geräte der Besitzer wann nutzt. So entsteht ein individuelles Profil, das beim Energiesparen hilft. Zudem kann damit mehr Sicherheit beispielsweise für vergessliche Menschen erreicht werden.

Smart Home
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Das Armband Magnifisense könnte eine Ergänzung zum vernetzten Heim sein. Es erfasst, welche stromverbrauchenden Geräte der Besitzer wann nutzt. So entsteht ein individuelles Profil, das beim Energiesparen hilft. 

Foto: Rainer Jensen/dpa

Wer verbraucht bei uns zuhause wann womit eigentlich so viel Strom? Eine Frage, die beim Blick auf die Rechnung in so manchen Haushalten auftaucht. Wer will, kann das in Zukunft ganz exakt erfassen. Denn das Gerät namens Magnifisense, das junge Forscher an der Universität Washington entwickelt haben, zeichnet den individuellen Energieverbrauch auf.

Muster elektromagnetischer Strahlung sind einzigartig

Das System beruht darauf, dass alle technischen Geräte ein bestimmtes Muster an elektromagnetischer Strahlung aussenden. Diese Muster sind einzigartig, weil die elektrischen Komponenten in jedem Gerät unterschiedlich angeordnet sind. Und so kann Magnifisense erkennen, ob der Nutzer gerade die Kaffeemaschine einschaltet, den Fernseher bedient oder sein Auto startet. Dazu dient eine Kombination von Sensoren, die in einem Armband stecken. Am Ende des Tages hat man eine persönliche Bilanz, die auch Aufschluss darüber gibt, wo man vielleicht Energie sparen kann.

Plus an Sicherheit: Erinnert an eingeschalteten Herd

Aber die Entwicklung einer Gruppe junger Forscher unter Leitung von Professor Shwetak Patel soll noch weitere Zwecke erfüllen. Wenn das Gerät zum Beispiel registriert hat, dass sein Besitzer vor einer Stunde den Herd angestellt hat, dann könnte es ihn genau daran erinnern. Und das kann eine Hilfe für schusselige Menschen sein, aber auch die Sicherheit erhöhen, wenn etwa in Einrichtungen des betreuten Wohnens das Personal eine entsprechende Warnung erhält.

Außerdem könnte Magnifisense eine Ergänzung zum vernetzten Heim sein, meinen die Ingenieure. Wenn das Smart Home nicht nur irgendeinen Bewohner registriert, sondern weiß, wer es ist, dann könnte zum Beispiel der Fernseher immer gleich auf das bevorzugte Programm schalten oder bestimmte Sender für die Kinder ausblenden.

In Zukunft integrierbar in die Armbanduhr

Bis dahin ist allerdings noch ein Stück Entwicklungsarbeit zu leisten. Zum einen reicht die Zuverlässigkeit von Magnifisense noch nicht aus: Bei einem 24-Stunden-Test hat das Gerät 25 von 29 Energieverbrauchern richtig erkannt. Zum anderen sieht der Prototyp noch so klobig und schwer aus, dass ihn sich niemand freiwillig an den Arm binden würde.

Die Forscher sind aber sicher, dass sie die ganze Technik irgendwann in eine gewöhnliche Armbanduhr oder ein Schmuckarmband integrieren können.

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Von Werner Grosch
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