17.03.2015, 13:12 Uhr | 0 |

Lieblingsmusik gegen Tinnitus Deutsches Start-up gewinnt mit Therapiesoftware Gründerwettbewerb in USA

Mit einer Software, die die Lieblingsmusik des Patienten zum Heilmittel gegen den Tinnitus macht, hat ein junges Unternehmen aus Hamburg einen wichtigen Gründerwettbewerb im texanischen Austin gewonnen. „Tinnitracks“ kommt demnächst auch als App fürs Smartphone.

Tinnitracks
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Das deutsche Start-up "Tinnitracks" hat eine gleichnamige Software entwickelt, die Tinnitus-Patienten mit ihrer eigenen Lieblingsmusik therapiert. In den USA hat das Unternehmen damit jetzt einen Gründerwettbewerb gewonnen. 

Foto: Tinnitracks

Der Gründungswettbewerb heißt „SXSW Accelerator“ und dient der Entdeckung von „amazing new startups“ – also erstaunlichen Neugründungen. Und erstaunlich ist die Entwicklung tatsächlich, mit der ein junges Unternehmen aus Hamburg namens Sonormed den ersten Preis beim SXSW Accelerator 2015 in der Kategorie „Digital Health and Life Sciences Technologies“ abgeräumt hat: Die Software Tinnitracks therapiert Tinnitus-Patienten mit ihrer eigenen Lieblingsmusik.

Individuelle Tinnitus-Frequenz wird herausgefiltert

Dafür filtert sie die individuelle Tinnitus-Frequenz eines Erkrankten aus seinen selbst ausgewählten Lieblingsstücken heraus. Die so aufbereitete Musik soll die überaktiven Nervenzellen im Hörzentrum des Gehirns beruhigen, die den störenden Ton produzieren.

Klinische Studien haben die Wirksamkeit der Therapie Unternehmensangaben zufolge bestätigt. Werde die gefilterte Musik über mindestens sechs Monate für ein bis zwei Stunden am Tag gehört, so soll der Tinnitus gelindert werden.

Über 500 Start-ups aus aller Welt

Der Accelerator-Wettbewerb ist einer von vier Wettbewerben des SXSW Interactive Festivals. SXSW steht für „South by Southwest“ und ist eine Mischung aus Festival und Kongress für die Bereiche Musik, Film und Interaktives, die jedes Jahr im März im texanischen Austin stattfindet. Im Jahr 2007 gewann hier ein Produkt namens Twitter einen Web Award in der Kategorie „Blogs“. Der SXSW-Gründerwettbewerb gilt als Sprungbrett für Neugründungen.

Das Hamburger Start-up Tinnitracks schaffte es in diesem Jahr als einziges deutsches Start-up in das offizielle Accelerator-Programm der SXSW-Konferenz. Mehr als 500 Unternehmen aus den USA und der Welt hatten sich für die Teilnahme beworben. Nur 48 Unternehmen wurde ausgewählt. In einem Wettbewerb am Wochenende traten diese 48 Unternehmen an, ihre Produkte vor einer Jury zu präsentieren. Tinnitracks konnte sich am Ende gegen sieben Mitbewerber in ihrer Kategorie durchsetzen.

Linderung für über drei Millionen Tinnitus-Patienten in Deutschland

Tinnitracks gibt es demnächst auch als App. Damit lässt sich die für die Therapie aufbereitete Musik dann auch auf dem Smartphone abspielen. „Gerade gibt es ja einfach diesen enormen Trend, dass man sich von Geräten unterstützen lässt, gesund zu bleiben“, erklärt sich Matthias Lanz, Mitgründer von Sonormed, im Interview mit gründerszene.de den Erfolg von Tinnitracks beim SXSW-Gründerwettbewerb in Texas. “Wir grenzen uns davon allerdings etwas ab, denn wir machen ja kein Tracking, sondern wir bieten eine Therapieoption.“

Das Medizintechnikunternehmen wurde 2012 von dem Betriebswirt Jörg Land, dem Toningenieur Adrian Nötzel und dem Informatiker Matthias Lanz gegründet. Ihr Medizinprodukt Tinnitracks wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Nach Unternehmensangaben eröffnet es über drei Millionen Tinnitus-Betroffenen in Deutschland Zugang zu einer neuen Therapieform. Als Partner konnte Sonormed den Kopfhörer-Hersteller Sennheiser gewinnen.

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Von Susanne Neumann
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