28.01.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Mehr Sicherheit für Herzpatienten Chirurgen injizieren erstmals Mini-Langzeit-EKG ohne klassische Operation

Lübecker Herzchirurgen injizieren heute einem Herzpatienten das weltweit kleinste EKG-Gerät direkt unter die Haut. Es hat die Größe von nur drei Streichhölzern. Erstmals kann damit dem Patienten eine klassische Operation erspart werden.Das Vorgängermodell des Langzeit-EKGs war noch achtmal so groß. 

Mini-EKG
Á

Trotz der extremen Verkleinerung des Gesamtvolumens ist dieses kleine EKG in der Lage, den Herzrhythmus des Patienten drei Jahre lang ständig zu überwachen.

Foto: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Das Mini-Gerät wird unter der Leitung von Professor Dr. Hans-H. Sievers in der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie der Universitätsklinik Schleswig-Holstein einem Herzpatienten in Höhe der linken Brust subkutan eingesetzt. Das Langzeit-EKG wird über einen Zeitraum von drei Jahren die Herztätigkeit des Patienten beobachten und kontrollieren. Aufgrund seiner geringen Größe ist das Gerät für das menschliche Auge von außen kaum noch sichtbar.

Wie das Vorgängermodell kann das neue winzige Gerät die Herzfunktionen des Patienten verlässlich überwachen. Der sogenannte „EKG event recorder“ erkennt selbständig Vorhof- und Kammerrhythmusstörungen des Patienten und speichert kontinuierlich sämtliche Daten zur Herztätigkeit.

Online-Datenübertragung zum behandelnden Arzt

Durch eine drahtlose Datenübertragung können dem Arzt die Herzrhythmusdaten direkt online weitergeleitet werden. Die Herzchirurgen der Lübecker Universitätsklinik sind dadurch in der Lage, ihre Patienten zeitnah zu behandeln. Sie können Kontakt zum Hausarzt oder behandelnden Kardiologen aufnehmen, damit eine bestmögliche Versorgung des Patienten gewährleistet ist. Eine möglicherweise notwendige medikamentöse Therapie kann ohne Zeitverlust eingeleitet werden.

Alarmfunktion auf Smartphone

Sind die Daten des Patienten bedenklich, kann er sich über eine Alarmfunktion auf seinem Smartphone warnen lassen. Eine entsprechende Weiterleitung an den Arzt ermöglicht eine sofortige Behandlung.

Als weltweit erste Herzklinik hat die Herz- und thorakale Gefäßchirurgie der Uni Lübeck auch schon das achtmal größere Vorgängermodell seit dem Jahr 2009 zur Überwachung nach einer Operation von Herz-Rhythmus-Störungen eingesetzt.

Das menschliche Herz schlägt 60 bis 100 Mal pro Minute. Gerät es aus dem Takt, spricht man von Herz-Rhythmus-Störungen. Sie sind das Symptom einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Es gibt verschiedene Entstehungsorte und unterschiedliche Arten der Rhythmus-Störungen. Für die Diagnostik sind besonders die Langzeit-EKG-Geräte notwendig. 

Anzeige
Von Petra Funk
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden