16.01.2014, 16:00 Uhr | 0 |

Kommunikation via Bluetooth Sensormanschette warnt Monteure vor Wartungsfehlern

Eine neue Sensormanschette schlägt Alarm, sobald der Monteur einen Fehler im Wartungsablauf macht. Sie schickt Bewegungsdaten an einen Computer, der sie mit korrekten Montageschritten vergleicht. So sollen sich teure Fehlbedienungen vermeiden lassen. 

Eine neue Sensormanschette warnt bei Bedienfehlern
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Macht der Monteur einen Fehler, gibt die Manschette akustischen, optischen und vibrierenden Alarm. Er kann sich dann den korrekten Ablauf in einem Wartungsvideo ansehen. So sollen sich teure Bedienfehler vermeiden lassen. 

Foto: Technische Universität Berlin

Die Spindel einer Drehbank muss gewechselt werden. Das Werkstück, das sie festhält, läuft nicht mehr ganz rund. Der Wechsel findet nach einem streng einzuhaltenden Ablauf statt. Wenn der Monteur dabei einen Fehler macht, merkt man das oft erst hinterher. Pannen dieser Art können teuer werden.

Eine neue Manschette für den Unterarm soll Bediensicherheit bieten: Sobald der Monteur einen Fehler macht, vibriert sie, piept und lässt ihre Leuchtdioden blinken. Zeit für den Monteur, seine letzten Arbeitsschritte zu überdenken. Ulrike Schmuntzsch vom Fachgebiet Mensch-Maschine-Systeme an der Technischen Universität Berlin hat das neuartige System entwickelt.

Sensormanschette überträgt Bewegungsdaten an Computer

Die Manschette registriert jede Bewegung und schickt sie per Bluetooth an einen Zentralcomputer. Darin ist der korrekte Ablauf der Montage hinterlegt. Ständig vergleicht der Computer die Aktionen des Monteurs mit dem, was er machen sollte. Sobald der Soll-Ist-Vergleich einen Fehler erkennt, geht ein Alarmbefehl an die Manschette. Sie warnt in drei Stufen: Sanft bei kleinen Fehlern und immer heftiger, je dümmer sich der Monteur anstellt.

Der Monteur kann sich auch gleich ein Instruktionsvideo ansehen. „In diesem Video wird ein kompletter Wartungsprozess schrittweise von Anastasia, einem animierten Charakter, erklärt und vorgeführt“, erklärt Schmuntzsch.

Industrie kritisiert Kommunikation via Bluetooth

„Nicht überlegen zu müssen, wer den Fehler verursacht hat, kann schon hilfreich sein und Reaktionszeiten verkürzen“, ist Schmuntzsch überzeugt. Ob eine solche Warnmanschette gebrauchstauglich ist, testet die Forscherin derzeit am Fachgebiet. Bei einem Prototypen in Form eines Handschuhs monierten einige Probanden, dass der er die Bewegungsfreiheit der Finger einschränkt. Als störend empfanden sie auch die Akkus, die in einer Box am Oberarm befestigt sind.

Die Industrie signalisiert bereits Interesse an der Berliner Entwicklung. Mit der Kommunikation via Bluetooth kann sie sich allerdings nicht anfreunden. Sie ist nicht einmal im Ansatz abhörsicher. 

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Von Wolfgang Kempkens
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