03.09.2014, 08:33 Uhr | 0 |

Intelligente Alltagshilfen Juno verbindet Liebende und Teddy bewahrt Kindheitserinnerungen

Juno, Sufio, Teddy und colab haben den Alltag ordentlich im Griff. Und helfen ihren Besitzern diesen zu bewältigen. Das können die kleinen elektronischen Spitzenkräfte ohne einen externen Computer. Entwickelt haben die Geräte Studenten der Hochschule Darmstadt.

Liebeskugel Juno
Á

Die Kunststoffkugel Juno verbindet Liebende, die weit voneinander entfernt sind. Legt man die Hand auf sie, beginnt die übers Internet verbundene Kugel des Partners zu leuchten. Je öfter man die Kugel berührt, desto wärmer wird ihr Gegenstück.

Foto: Hochschule Darmstadt

Die glorreichen Vier verbinden Liebende, helfen dabei, Wichtiges zu finden, bewahren Erinnerungen und melden leere Gläser oder Teller. Die vernetzten Geräte sollen ihren Nutzer schnell und einfach zur Hand gehen und intuitiv zu bedienen sein. Der Computer, der für die Steuerung nötig ist, ist bei ihnen bereits eingebaut – ein externer Rechner für ihre Bedienung also unnötig. Außerdem legten die Studenten des Interactive Media Design großen Wert auf die Wahrung des Datenschutzes.

Für Blinde und Sehbehinderte entwickelt

Sufio steht für „Suchen, Finden, Organisieren“ und findet über Bluetooth wichtige Gegenstände. Was wichtig ist, entscheidet der Nutzer – Schlüssel, Kalender oder Ausweise werden dann mit einem Sender ausgestattet. Entwickelt wurde Sufio vor allem für Blinde und Sehbehinderte – der Blindenverein Darmstadt war Kooperationspartner. Das Gerät reagiert ausschließlich auf Sprachbefehle und spricht auch selbst. So sagt es den Abstand und die Richtung des gesuchten Objekts an.

Aber der kleine Helfer, der in die Hosentasche passt, kann noch mehr. „Sufio kann ich beibringen, welche Gegenstände ich für welche Aktivität brauche“, erklärt Teodora Ananieva, eine der Entwicklerinnen. So kann Sufio seinen Besitzer auf dem Weg zur Arbeit an Mitarbeiterausweis und Schlüssel erinnern, mit Hilfe eines integrierten Kalenders auch jeden Tag.

Körperliche Verbindung über Plastikkugeln

Juno verbindet Liebende, die weit voneinander entfernt sind. Sie schauen in Zukunft nicht mehr zur selben Zeit zum selben Stern, sondern nehmen eine weiße, fußballgroße Plastikkugel in die Hand, wenn sie an den anderen denken. Dann beginnt die Kugel des Partners zu leuchten.

Je öfter man die Kugel berühre, desto wärmer werde ihr Gegenstück, erklärt Professorin Andrea Krajewski, Betreuerin aller vier Projekte. Die Kugeln sind über das Internet miteinander verbunden und können auch Geräusche und sogar den Pulsschlag übertragen. An der Farbe und dem flackernden Licht auf dem Gerät lässt sich ablesen, wie groß die Sehnsucht des Partners gerade ist. Juno soll Menschen in Fernbeziehungen helfen, leichter und körperlicher miteinander in Kontakt zu treten.

Der moderne Ersatz eines altmodischen Fotoalbums verbirgt sich in einem Kuscheltier. Teddy soll Kindheitserinnerungen bewahren helfen und über mehrere Generationen weiter geben. Mit Kamera und Mikrofon nimmt Teddy auf Anforderung Fotos und Videos auf. Beides wird jedoch aus Datenschutzgründen automatisch verfremdet. Mit Teddy wollen die Studenten ein Buch mit den schönsten Momenten der Kindheit entstehen lassen – bestenfalls mit den Geschichten von mehreren Generationen nacheinander.

Intelligenter Untersetzer für die Gastronomie

Colab ist ein intelligenter Untersetzer, der weiß, wann Gläser oder Teller leer sind und nachgefüllt werden müssen. Sein künftiges Einsatzgebiet könnte die Gastronomie sein, in der sich colab in bestehende digitale Kassensysteme integrieren lässt. Colab misst Druck und Gewicht und meldet das Ergebnis der Küche und dem Service. Andrea Krajewski hält dieses Projekt bereits für marktreif.

Anzeige
Von Andrea Ziech
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden