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03.04.2013, 15:59 Uhr | 0 |

Facebook Home kommt Jetzt wird auch die Welt der Smartphones „zuckrig“

Seit Jahren spekuliert die Fachwelt über ein eigenes Facebook-Handy, das der Internet-Gigant bauen könnte. Morgen ist es soweit. Dann stellt Facebook „unser neues Zuhause auf Android“ der Weltöffentlichkeit vor. Es ist kein Smartphone, es ist nur eine Software. Aber offenbar eine höchst pfiffige.

Facebook-Günder Mark Zuckerberg vor dem Geschäftssitz im kalifornischen Menlo Park.
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Facebook-Günder Mark Zuckerberg vor dem Geschäftssitz im kalifornischen Menlo Park. Künftig soll Facebook ein "neues Zuhause" auf Android erhalten.

Foto: dpa

Facebook nutzen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen, um untereinander zu kommunizieren. Bisher verdient das Online-Netzwerk daran nur, wenn dies über PC oder Laptop stattfindet. Smartphones sind die Achillesferse von Facebook, weil es auf ihnen kein Geld mit Werbung erwirtschaftet. Das soll sich ändern. Für den 4. April ab 19 Uhr hat Facebook am vergangenen Wochenende die Weltpresse mit einer simplen Email ins Hauptquartier im kalifornischen Menlo Park eingeladen. „Come To See Our New Home on Android“ stand kryptisch in der Einladung zu einer fast dreistündigen Präsentation. Es wird sich aber letztlich wohl nicht um das von zahlreichen Gerüchten umflorte sagenhafte Facebook-Handy handeln, sondern eher um eine eigene Facebook-Oberfläche, also „unser neues Zuhause auf Android“.

Zuckerberg will Facebook auf alle Arten von Geräten und in allen Lebenslagen

Die Spekulationen über die Arbeit an einem Facebook-Handy halten sich hartnäckig schon seit Jahren, obwohl Facebook-Chef Mark Zuckerberg sie immer wieder strikt zurückwies. Statt sich nur auf ein eigenes Smartphone zu fokussieren, wolle Facebook alle Arten von Geräten und alle Lebenslagen mit einer „sozialen Schicht“ für zwischenmenschliche Kontakte durchziehen, erklärte er. Noch im vergangenen Jahr dementierte er auf einer Konferenz alle Gerüchte um ein eigenes Facebook-Handy: „Sagen wir mal, wir würden ein Handy bauen – was wir nicht tun! Aber falls doch, könnten wir vielleicht 10 oder 20 Millionen Menschen dazu bringen, es zu benutzen. Das würde uns nicht voranbringen.“ Dem kann man glauben, denn es ist für Facebook sehr viel attraktiver, sich mit einer eigenen Oberfläche auf einem etablierten Smartphone-Betriebssystem anzubieten. Denn dann werden es wohl ein paar mehr Nutzer als die von Zuckerberg so abfällig genannten 10 oder 20 Millionen.

Myst von HTC ist rein technisch eher Smartphone-Mittelklasse statt Upperclass

Und deshalb wird Zuckerberg der lauernden neugierigen Weltpresse morgen wahrscheinlich ein Smartphone mit dem Codename „Myst“ seines Kooperationspartners HTC vorstellen. Myst ist ein Mittelklasse-Handy mit einem Zweikern-Prozessor, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, nicht erweiterbare 16 Gigabyte Speicher im Gerät und einem 4,3 Zoll großen hochauflösenden Display. Die Hauptkamera bringt es auf fünf Megapixel, die Frontkamera hat 1,5 Megapixel. Die Facebook-Oberfläche setzt auf Android 4.1.2 und HTC Sense 4,5 auf. Rein technisch ist Myst also erst einmal nichts Besonderes, sondern aktuelle Smartphone-Mittelklasse.

Das besondere an „Facebook Home“dürfte sein, dass es sich um einen so genannten Launcher handelt, also eine Software, die startet, sobald man das Handy einschaltet. „Facebook Home“ ersetzt dann den Startbildschirm – und so wird theoretisch jedes beliebige Handy zum Facebook-Handy. „Facebook Home“ schickt das Betriebssystem Android so quasi auf Tauchstation. Es arbeitet untergeordnet weiter, alle Funktionen des Betriebssystems laufen weiter, sämtliche installierte Apps stehen zur Verfügung. Nur zu sehen ist künftig wohl die Oberfläche von „Facebook Home“.

Facebook Home greift tief in das Android-Betriebssystem ein

Durch diesen Kniff schafft Mark Zuckerberg es, an weit mehr Menschen heranzukommen, als über den Bau eines eigenen Handymodells. Denn „Facebook Home“ domestiziert künftig praktisch alle Android-Handys – ­­und das sind ganz schön viele. Die Open Handset Alliance unter Google-Herrschaft hat das Android-Betriebssystem seit Oktober 2008 als freie Software auf den Markt gebracht. Über 500 Millionen Smartphones laufen inzwischen auf Android-Basis und jeden Tag werden es über eine Million Geräte mehr, die auf Android laufen.

Und so könnte sich Facebook mit einem Launcher, der oben auf Android thront und alles kontrolliert und steuert auch in der Smartphone-Welt ziemlich breit machen. „Facebook Home“ greift offenbar so richtig tief in das Betriebssystem Android ein. So wird es für Facebook wohl möglich sein die W-Lan-Anbindung zu steuern und in sämtlichen auf dem jeweiligen Gerät installierten Apps eigene Meldungen anzuzeigen. Das Soziale Netz aus Kalifornien umschlingt seine Milliarden Freunde mit „Facebook Home“ dann wohl noch viel fester als bisher.

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Von Detlef Stoller
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