30.10.2014, 15:54 Uhr | 0 |

500 Millionen Tweets täglich IBM-Supercomputer Watson analysiert Twitter für Trendforschung

Twitter kooperiert mit IBM: Der intelligente Supercomputer Watson von IBM filtert in Zukunft täglich rund 500 Millionen Tweets der Twitter-User. Einen Überblick über Trends und Meinungsbilder gibt es dann für zahlende Unternehmen. 

Der Supercomputer Watson
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Das ist Watson: Der Supercomputer von IBM ist ein Rechnerverbund aus 90 Power 750 Servern mit 16 Terrabyte RAM. Jeder einzelne Server besitzt einen Power7-Prozessor mit acht Kernen und einer Taktung von 3,5 Gigahertz. 

Foto: IBM

Wie kommen unsere Produkte eigentlich an? Was wünschen sich unsere Kunden? Für Banken, Reiseanbieter und Einzelhändler sind die Antworten auf Fragen wie diese enorm wichtig. Es gibt sie ja bereits – in millionenfacher Form in den sozialen Netzwerken, zum Beispiel bei Twitter.

Nur finden muss man sie: Die richtigen Informationen unter den rund 500 Millionen pro Tag herauszufischen ist eine Aufgabe, an die ein Spezialist heran muss. Den hat Twitter jetzt gefunden.

Neuer Kollege mit jeder Menge künstlicher Intelligenz

Watson heißt der neue Kollege aus dem Hause IBM. Der lernende Supercomputer wird in Zukunft relevante Trends, Meinungsbilder und öffentliche Debatten aus der Riesenmenge der täglichen Tweets herausfiltern und für die zahlende Kundschaft aufbereiten. Um Auskunft zu erhalten, müssen die Firmen ihre Fragen einfach in die Analysesoftware von IBM eingeben. Das teilten Twitter und IBM jetzt mit.

Watson ist bis zur Halskrause vollgestopft mit künstlicher Intelligenz. Er lernt stetig dazu, kann große Datenmengen verarbeiten und ist in der Lage, Zusammenhänge zu finden und Verbindungen zu erkennen. Darüber kann er Antworten auf Fragen in natürlicher Sprache finden, wenn diese in digitaler Form eingegeben werden – genau das Richtige für die kommende Aufgabe bei Twitter.

Menschliche Konkurrenten haben gegen Watson das Nachsehen

Was Watson drauf hat, stellte er vor dreieinhalb Jahren schon einmal öffentlich unter Beweis: Im Februar 2011 trat er bei der amerikanischen Quizsendung Jeopardy, bei der passende Fragen zu vorgegebenen Antworten formuliert werden müssen, gegen menschliche Gegner an – und steckte sie trotz ihrer Erfahrung eindeutig in die Tasche.

Die Software-Engine DeepQA von Watson läuft auf dem für Unternehmen ausgelegten Betriebssystem SUSE Linux Enterpreis Server. Für seine Glanzleistungen braucht das Programm allerdings jede Menge Hardware – einen Rechnerverbund aus 90 Power 750 Servern mit 16 Terrabyte RAM.

Jeder einzelne Server besitzt dabei einen Power7-Prozessor mit acht Kernen und einer Taktung von 3,5 Gigahertz. Obwohl auch das naheliegend gewesen wäre, wurde Watson übrigens nicht nach dem Partner von Sherlock Holmes benannt, sondern nach Thomas J. Watson, einem der ersten IBM-Präsidenten.

IBM und Twitter hoffen auf positive Effekte für ihr Geschäft

IBM und Twitter hoffen nach Informationen von Brancheninsidern beide auf einen positiven Effekt ihrer Kooperation: IBM versuche derzeit den Wandel vom klassischen Unternehmen zum modernen Tech-Konzern, heißt es. Zu dem angestrebten Wandel gehöre bereits eine Zusammenarbeit mit Apple, bei der es unter anderem um Apps zum Management von Geschäftsprozessen und Cloud-Dienste für iPhone und iPad gehe.

Auch der Kurznachrichtendienst Twitter kann Auftrieb durch ein erweitertes Geschäftsmodell gut vertragen: Die Nutzer-Zuwachsraten waren nur mäßig, und auch die Aktionäre zeigten sich wenig begeistert vom erneuten hohen Quartalsverlust, der Anfang der Woche bekannt wurde.

284 Millionen aktive Nutzern weltweit, darunter viele Firmen, nutzen das soziale Netzwerk, um Textbotschaften von bis zu 140 Zeichen Länge, Fotos und Videos zu posten. Trotzdem schreibt Twitter seit seiner Gründung 2006 permanent rote Zahlen. Eine neue Geldquelle wäre da mehr als willkommen. 

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Von Judith Bexten
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