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17.05.2013, 08:30 Uhr | 0 |

Google-Entwicklermesse I/O Google will sich mit zahlreichen Neuerungen unentbehrlich machen

Google wächst und wächst: Jetzt gibt es wie bei Apple einen Musikdienst, Google Maps hat sogar Nordkorea erfasst und die Suchmaschine lässt sich nun auch per Sprache steuern. Innovationen die Google der Fangemeinde auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco präsentiert hat.

Google-Chef Larry Page auf der Google-Entwicklermesse I/O
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Google-Chef Larry Page auf der Google-Entwicklermesse I/O.

Foto: Google

Nun macht Google auch noch in Musik:  „Radio ohne Regel“ nennt der Suchmaschinen-Gigant seinen neuen Musikstreamingdienst, den er am vergangenen Mittwoch auf seiner Entwicklermesse I/O in San Francisco präsentierte. „Google Play Musik All Access“ nennt der Konzern seinen Streaming-Dienst. Der Dienst ist ab sofort in den USA verfügbar und bietet für 9,99 Dollar im Monat einen uneingeschränkten Zugriff auf das komplette Musik-Angebot von 20 Millionen Liedern. Jedes dieser Lieder lässt sich mit einem einzigen Klick in eine Internet-Radiostation verwandeln, die ähnliche Lieder weiterspielt. Ein typisches Google-Feature, sehr nah dran am Benutzer und seinen Wünschen. Und ganz nebenbei ein Angriff auf den sehr populären US-Musikanbieter Pandora. „All Access“ lässt sich auf Smartphones, Tablets und im Internetbrowser nutzen und enthält Empfehlungen, Playlists, Alben, Lieder. Jedes Lied, das man sieht, kann man sofort abspielen.

Große Fangemeinde: 6000 Menschen jubeln Google Vice President zu

Google sieht sich auf der Erfolgsspur. Beispiel Android: Das Betriebssystem für mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer nutzten im vergangenen Jahr 400 Millionen Menschen, aktuell sind bereits 900 Millionen Geräte mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet. Sundar Pichai, bei Google verantwortlich unter anderem für Android, scherzte auf der Konferenz: „Denkt daran, es gibt acht Milliarden Menschen auf der Welt, wir haben also noch einen langen Weg vor uns.“

Nicht ganz so viele, aber immerhin eine Million Menschen, schauten live auf YouTube zu, Googles Videoplattform, als Vic Gundotra, der Senior Vice President von Google, um zwei Minuten nach sechs in San Fransisco die Bühne betritt und die I/O-Entwicklermesse eröffnet. 6000 Menschen sind vor Ort und jubeln Gundotra zu. Google macht mit seiner Plattform Google Play dem Rivalen Apple massiv Konkurrenz. Der steht unmittelbar davor, die Marke von 50 Milliarden heruntergeladenen Apps vermelden zu können. Google Play steht da mit nunmehr 48 Milliarden nicht wirklich weit dahinter zurück, zumal 2,5 Milliarden Apps allein im vergangenen Monat herunter geladen wurden.

Google-Aktie notiert über 900 Dollar

Da zeigt sich auch die Börse beeindruckt: Die Google-Aktie stieg schon kurz vor Beginn der Entwicklermesse auf über 900 Dollar und hielt sich auch während der gesamten Präsentation darüber. Googles Aufschwung scheint nicht enden zu wollen. Die Aktie des Internetriesen war zu Jahresanfang noch für rund 700 Dollar zu haben.

Ein neues Gerät hat Google auf der Konferenz auch noch präsentiert:  Das Samsung Galaxy S4 als Google-Version ohne Samsung-Software. Es läuft allein mit dem Google-Betriebssystem Android 4.2 Jelly Bean. Das Google-Smartphone unterstützt Long Term Evolution (LTE) und bietet 16 GB Speicher. Es kann über den Play Store für 649 Dollar (503 Euro) gekauft werden. Das erscheint relativ günstig, aktuell kostet das S4 bei einer großen Elektronikmarktkette 615 Euro.

Google-Maps ist jetzt sogar für Nordkorea verfügbar

Google, so scheint es, erobert mit Riesenschritten die ganze Welt. So sind die Straßenansichten von Street View in 50 Ländern anzusehen. 199 Länder können in Google-Maps angeschaut werden. Das zweihundertste Land ist jetzt: Nordkorea. Und Maps wird deutlich komfortabler. So kann man jetzt direkt von der Karte aus zum Beispiel das Innere von Restaurants ansehen. Maps zeigt jetzt auch Staus und Unfälle an und empfiehlt, wie man den Stau umfahren kann.

Google arbeitet intensiv daran, seine Nutzer immer enger in seinen Kosmos einzubinden. Beispiel Internet-Browser: 750 Millionen Mensch sind mit Google-Chrome im Netz unterwegs. Beispiel Cloud: Google verdreifacht den Online-Speicher bei Google Drive, Google+ und Gmail von 5 auf 15 GB. Und bietet dabei gleich einen neuen Bilderservice an, der es in sich hat. Google kann jetzt die besten Bilder für den User aussuchen – zum Beispiel danach, ob die Menschen auf dem Bild lachen. Google will auch erkennen können, welche Person auf dem Bild für den User wichtig ist – beispielsweise, weil er diesen bei Google+ als Familie gekennzeichnet hat. Darüber hinaus ordnet Google Bilder nach Qualität und Schärfe. Neu ist dabei auch die automatische Bildbearbeitung, die – laut Google – den besten Ausschnitt wählt und Hautunebenheiten glättet. Oder „Auto Awesome“: Dieses neue Feature setzt aus mehreren Bildern ein bewegtes Foto zusammen.

Google-Suche wird intelligent und sprachgesteuert

So geht es immer weiter auf der I/O-Entwicklermesse: Google denkt für uns Nutzer mit, intelligent und treffsicher. Künftig will Der Suchmaschinen-Riese bei der obligatorischen Google-Suche voraussagen können, was der Suchende denn als nächste wissen möchte. Beispiel: Wenn jemand fragt, wie viele Einwohner Indien hat, geht Google davon aus, dass man als nächstes erfahren will, wie groß die Einwohnerzahl im Vergleich zu anderen Ländern ist. Dazu werden automatisch Statistiken und Grafiken gezeigt.

Noch besser: Bald schon soll die Google-Suche sprachgesteuert funktionieren, das lästige Tippen der Suchwörter soll entfallen. Motto: „Ask Google linke you would als a friend“. Einzige Voraussetzung für die freundliche Unterstützung ist – natürlich der Google-Browser Chrome und ein Mikrofon. Säuselt der Nutzer zärtlich „Ok Google“ in das Mikro startet die Sprachsuche. Man kann sprachlos werden, angesichts der Rundum-Betreuung der Kalifornier um Larry Page. Und der ist es tatsächlich selber schon: Sprachlos. Denn Page litt seit Monaten an einer Stimmband-Lähmung. Trotzdem hat er zur I/O eine Botschaft für seine Gemeinde.

Der Guru spricht, bejubelt von seinen Fans, schleppend aber gut verständlich und mahnt weitere Innovationen an: „Wir sollten großartige Dinge bauen, die es noch nicht gibt.“ So denkt der Pionier der Suche im Netz intensiv über Freiheit nach. „Stellt euch vor, wie selbst fahrende Autos unser Leben verändern würden“, haucht er schleppend in das Mikrofon. Es würde, da ist Page sich sicher, weniger Unfälle geben und eben mehr Freiheit, weil man weniger Zeit hinter dem Lenkrad verbringen müsste. Recht hat er: Diese Zeit kann man dann auch noch im Google-Universum zubringen.

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Von Detlef Stoller
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