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04.02.2014, 08:49 Uhr | 0 |

Genauere Positionsdaten Extrem schnelle Alarmauslösung bei Unglücksfällen auf See und Land

Schiffe in Seenot und abgestürzte Flugzeuge an Land werden künftig auch in den entlegensten Winkeln der Erde rasch lokalisiert. Das wird es den Rettungsmannschaften erleichtern, rasch zum Unglücksort vorzudringen. Möglich macht dies eine neue Alarmtechnik, die nicht nur ein Rettungssignal aussendet, sondern auch genaue Positionsdaten. 

Rettungsübung in der Ostsee vor Rostock
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Rettungsübung in der Ostsee vor Rostock: Eine neue Technik soll künftig bei Seenot oder Flugzeugabstürzen kurzfristig hoch zuverlässige Standortdaten übermitteln. Damit können Rettungskräfte schneller am Unglücksort eintreffen.

Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Als der Air France Airbus-Flug AF 447 auf dem Weg von Brasilien nach Frankreich über dem Südatlantik in schwere Unwetter geriet und schließlich abstürzte, war lange Zeit gar nicht klar, wo genau das Flugzeug überhaupt ins Meer gestürzt war. Monatelang wurde das Meer abgesucht, wurde versucht, das Wrack in großen Tiefen zu orten. Das gelang erst nach vielen Monaten. Die Schwierigkeit war gewesen, dass die Alarmmeldung des Flugzeugs über der ausgedehnten Wasserfläche des Südatlantiks von viel zu wenig Satelliten aufgefangen worden war, um schnell eine präzise Standortmeldung abgeben zu können.

Genau das ändert sich nun durch eine wesentlich bessere Software und mehr Satelliten. Seit 1978 gibt zwar ein so genanntes Cospas-Sarsat-System, das von Unternehmen aus den USA, Kanada, der damaligen Sowjetunion sowie Frankreich gemeinsam entwickelt und aufgebaut worden war. Dieses satellitengestützte System war aber lediglich teilautomatisiert, so dass vom ersten Alarm bis zur Information der Rettungskräfte noch viel zu viel Zeit verging. Dennoch war schon Cospas Sarsat ein Erfolg. Mit Hilfe dieses Systems konnten 2013 immerhin 2313 Menschen bei 644 Unglücken gerettet werden.

Meosar verknüpft mehrere Satellitensysteme 

Nun gibt es eine Weiterentwicklung von Cospas Sarsat, die zum neuen Meosar-System führt. Meosar steht für Medium Earth Orbit Search and Rescue. Das neue System umfasst nicht mehr nur die amerikanischen GPS-Satelliten, sondern auch das europäische Galileo-Satellitensystem sowie die neuen russischen Satelliten. Damit ist eine ungleich präzisere Positionsmeldung im Unglücksfall möglich. Hinzu kommt eine neue Software, die die Satelliten sowie die Bodenstationen des Systems verbindet. Der gesamte Vorgang vom Eingehen des ersten Alarmsignals bis zum Auslösen der Rettungsaktion ist voll automatisiert und erheblich beschleunigt worden.

Angeboten und betrieben wird das neue Meosar-System von der McMurdo Group, die in Portsmouth in Südwestengland beheimatet ist. Diese Firmengruppe befindet sich aber in französischer Hand. Der französische Vorstandsvorsitzende Jean Yves Courtois spricht davon, dass der gänzlich zersplitterte und komplexe Markt für weltweite Rettungssysteme eine neue Dimension erreicht.

McMurdo hält bereits jetzt einen Weltmarktanteil von rund 25 Prozent für Katastrophen-, Alarm- und Positionsmeldesysteme. Zu den Kunden zählen aus der Flugzeugindustrie vor allem Airbus und Boeing. Andere Kunden sind die großen Reedereien, die britische Marine und das Militär zahlreicher anderer Ländern. 

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Von Peter Odrich
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