13.08.2013, 12:54 Uhr | 0 |

Netzwerktechnik Das Rennen um den SDN-Markt hat begonnen

Die Netzwerkanbieter haben die Bedeutung von SDN erkannt und bauen eigene Strategien um die Technologie auf. Schließlich geht es um einen Milliardenmarkt.

Die Vernetzung nimmt zu
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Die IT-Branche erhofft sich große Wachstumspotentiale durch die SDN-Technik. Branchenkenner erwarten ein Marktwachstum von 360 Millionen US-Dollar in diesem Jahr auf 3,7 Milliarden US-Dollar schon 2016. Die SDN-Technologie steht nach übereinstimmender Meinung am Beginn einer steilen Wachstums- und Entwicklungskurve.

Foto: Alcatel Lucent

Die Analysten von IDC sagen großes Wachstum voraus: So soll sich das Marktvolumen im Bereich Software-defined Networking (SDN) von 360 Mio. $ im Jahr 2013 auf 3,7 Mrd. $ in 2016 verzehnfachen. Die Technologie steht nach übereinstimmender Meinung am Beginn einer steilen Wachstums- und Entwicklungskurve. Also wird es Zeit für die Anbieter, sich zu positionieren, und dies tun sie auch – durch Zukäufe und Eigenentwicklungen.

Netzwerkspezialist Cisco setzte mit ONE (Open Network Environment) und der Gründung von Open Daylight, einem Konsortium, das quelloffene SDN-Software entwickeln soll, ein besonders deutliches Zeichen. ONE versteht sich nicht als Produkt, sondern als Konzept, wie softwaregesteuerte Netze umzusetzen sind – am besten mit einem möglichst hohen Cisco-Anteil.

Außerdem entwickelt Cisco nach eigenen Angaben eigene Schaltkreise für SDN-Kernfunktionen, weil das Angebot der Zulieferer nicht leistungsstark genug ist. Ein solcher steckt beispielsweise in dem neuen Switch Catalyst 3850. Er soll dafür sorgen, dass mehrere Zehntausend Datenströme gleichzeitig durchs Netz geschleust werden können. Konventionelle Handelsware vom Zulieferer Broadcomm schafft nur 4000.

HP will auch drahtlose Netze in SDN einbinden

Hewlett-Packard (HP) ist neben den Initiatoren Google, Facebook oder Yahoo eine der treibenden Kräfte hinter der OpenFlow-Organisation ONF (Open Network Foundation). Der Hersteller hat ein SDN-Konzept vorgestellt, in dessen Zentrum sein Virtual Application Networks (VAN) Controller steht. Demnächst werden laut Axel Simon, Program Manager HP Networking, auch drahtlose Netze in die Lösung eingebunden. Hardware, die kein OpenFlow kann, lässt sich mit einer übergreifenden Managementsoftware integrieren. In einem Netz können mehrere Controller arbeiten, so dass die SDN-Ressourcen mit den Ansprüchen mitwachsen. Die Kommunikationssoftware Microsoft Lync und Systeme, die die Arbeit über mehrere Komponenten verteilen (Load Balancing), können bereits mit dem VAN Controller sprechen, bald ist das auch für kommerzielle Anwendungen geplant.

Dell erklärt, dass sich bestimmte Netzwerkfunktionen seiner Geräte bereits seit zwei Jahren über die Programmiersprache Python steuern lassen. Derzeit ist OpenFlow auf dem Switch/Router Force 10 Z9000 und auf dem Modell 48c implementiert. Gedacht sei diese Kombination vor allem für Rechenzentren, in denen der Z9000 das Rückgrat der Vernetzung bilden soll, während der 48c jeweils die Server eines Schranks ins Netz einbindet, erklärt Andi Falkner, Technical Sales Director EMEA bei Dell.

Brocade hat den SDN-Spezialisten Vyatta aufgekauft, der einen virtuellen Router ins Geschäft einbringt. Er verbindet Netzdomänen in Cloud-Umgebungen. Zwei weitere Produktreihen unterstützen OpenFlow schon länger. Außerdem kann man mit Brocade-Technologie virtuelle Maschinen frei im Netz verschieben. Dafür werden alle Switches in im Netz logisch vereinigt.

Verwaltung riesiger Datenströme in Echtzeit

Enterasys sagt von sich, man betreibe schon seit Jahren SDN, und zwar auf Basis eines herstellerspezifischen Schaltkreises in allen Netzwerkkomponenten, der sechs- bis siebenstellige Mengen an Datenströmen in Echtzeit verwalten kann. OpenFlow hält man schlicht nicht für leistungsfähig genug. Derzeit arbeitet das Unternehmen laut Technologiechef Markus Nispel an einer zum Patent angemeldeten Technologie, die ohne neue Netzwerkkomponenten Applikationsdatenströme in SDN-Netzen sicher erkennen und analysieren soll.

Alcatel-Lucent nennt seine SDN-Strategie Application-Fluent Network. Zentrale Beiträge liefert der Zukauf Nuage, dessen Wissen in dem Produkt Virtual Service Controller (VSC) umgesetzt wurde. Wie viele Datenströme das Netz bewältigt, wird hier über Software geregelt. Über standardisierte Schnittstellen können offene Cloud-Protokollstapel wie OpenStack oder CloudStack und Anwendungen auf mehrere Switches des Herstellers zugreifen.

Neben den etablierten Anbietern, zu denen auch Juniper und Ericsson zählen, gibt es eine Reihe neuer Anbieter wie Bigswitch, die vom SDN-Markt profitieren möchten. Wie überall im IT-Markt werden aber wohl viele von ihnen nach ersten Erfolgen von den Großen geschluckt werden.

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Von Ariane Rüdiger | Präsentiert von VDI Logo
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