15.03.2013, 13:59 Uhr | 0 |

Heiztechnik Leichte Belebung im Heizungsmarkt

Das Thema Effizienz kommt im deutschen Wärmemarkt nur zögerlich voran. Zwar konnte die Heizungsbranche den Absatz an Wärmeerzeugern 2012 in Deutschland um 3 % auf 650 000 Anlagen steigern, doch stagnierte der Anteil effizienter Brennwerttechnik für Öl- und Gaskessel bei rund zwei Drittel.

Heizungsregler-Thermostat
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Die Heizungsbranche läuft zwar nicht auf vollen Touren, kann sich aber über eine leichte Belebung freuen.

Foto: dpa

"Mit der Entwicklung könnte man zufrieden sein, allerdings bewegt sich der Markt weiterhin auf einem deutlich zu niedrigen Niveau", konstatiert Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH (Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik). So stieg der Absatz von Wärmeerzeugern 2012 in Deutschland um 3 % auf insgesamt 650 500 Einheiten. Vor zehn Jahren waren es noch rund 100 000 mehr. In Spitzenjahren im Zuge der Wiedervereinigung lag das Marktvolumen gar über 1 Mio. Wärmeerzeugern.

"Vor allem stockt das Modernisierungsgeschäft", erläutert Lücke. "Denn das Wachstum 2012 war im Wesentlichen auf die stärkere Neubautätigkeit, aber nicht auf eine Dynamik im Austauschgeschäft zurückzuführen." Nur etwa 520 000 Wärmeerzeuger seien in die energetische Modernisierung gegangen. "Es fehlt an Anreizen."

Auch die Themen Effizienz und Nachhaltigkeit kommen nur zögerlich voran. 2008 wurde in fast jede zweite Investition (45 %) erneuerbare Energie eingekoppelt. Hoffte die Branche damals optimistisch, diesen Anteil bis 2015 auf 80 % zu steigern, so war der Schwung schnell wieder raus und der Anteil stagnierte bei rund einem Viertel. "Es ist offenkundig", so Lücke, "dass bei niedrigen Energiepreisen ein nur geringer Anreiz besteht, Geld für erneuerbare Energien in die Hand zu nehmen."

Zudem stagnierte der Anteil effizienter Brennwerttechnik (die auch die im Abgas enthaltene latente Wärme nutzt) für Öl- und Gaskessel am Gesamtmarkt bei rund zwei Drittel aller Wärmeerzeuger. Etwa jeder fünfte Heizkessel wurde hingegen noch in klassischer Niedertemperaturtechnik verkauft. So stieg nach Angaben des BDH 2012 die Nachfrage bei Gas-Brennwertkesseln auf 384 000 Stück (plus 8 %) und bei Gas-Niedertemperaturkesseln auf 107 500 Stück (plus 1 %).

Hingegen sanken Ölkessel weiter in der Verbrauchergunst: Öl-Brennwertkessel auf 47 000 Stück (minus 18 %) und Öl-Niedertemperaturkesseln auf 23 500 Stück (minus 19 %).

Auch die Entwicklung bei erneuerbaren Energien im Wärmemarkt differierte. So konnte der Absatz an Heizungs-Wärmepumpen wieder erhöht werden, um gut 4 % auf 59 500 Anlagen. Dieses Wachstum lasse sich im Wesentlichen auf die im Jahr 2012 deutlich stärkere Neubautätigkeit gegenüber den Vorjahren zurückführen. Lücke: "In zunehmendem Maße bedienen sich Bauträger, aber auch private Bauherren der Wärmepumpentechnologie in neuen Objekten."

Der Verkauf an Festbrennstoff-Kesseln (Pellets, Hackschnitzel und Scheitholz) belebte sich deutlich um 15 % auf insgesamt 29 000 Stück. Dies begründete sich allein in einem um rund ein Drittel auf 14 500 Stück gestiegenen Absatz an Pelletskesseln. Einen erneuten Rückschlag musste hingegen die Solarthermie hinnehmen. So wurden nur 1,15 Mio. m² Solarkollektorfläche neu installiert (minus 9 %) – was laut BDH etwa 144 000 neuen Anlagen entspricht. "Der in Relation zum Heizölpreis niedrige Erdgaspreis führt zumindest zu einem gewissen Teil zu einer Zurückhaltung bei den Investitionen in die ergänzende Solarthermie", erläutert Lücke. Statt bivalent zu investieren, d. h. in Brennwert in Kombination mit Solarthermie, sei der Markt hin zur monovalenten Investition gedreht, also alleine in die Gas-Brennwerttechnik.

Für das laufende Jahr rechnet der BDH in Deutschland für die Heizungsbranche mit einer ähnlichen Marktentwicklung wie im Jahr 2012. Lücke: "Angesichts der Tatsache, dass die Politik zögert, möglichst attraktive Anreize wie über die Steuerabschreibung zu setzen, scheint nur eine vorsichtige Annahme als gerechtfertigt."  ROBERT DONNERBAUER

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