24.12.2014, 06:55 Uhr | 3 |

Heizung made in Italy Kleiner Terrakottaofen beheizt Räume mit Kerzen

Ein Student braucht für seine verblüffend einfache Erfindung nur Kerzen, Metallgitter und Terrakotta. Schon nach einer halben Stunde soll seine Mini-Heizung made in Italy einen Raum um bis zu drei Grad erwärmen.

Der Mini-Ofen Egloo aus Italien
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Der Mini-Ofen aus Italien soll einen Raum von 20 Quadratmetern mit vier Kerzen bis zu fünf Stunden beheizen können. Die Raumtemperatur steigt angeblich nach 30 Minuten um bis zu drei Grad Celsius an.

Foto: Marco Zagaria/Egloo

Marco Zagaria hat seine kleine kuppelartige Konstruktion Egloo getauft. Dabei hatte er ein Iglu im Hinterkopf – das traditionelle Schneehaus der Inuit. Der Egloo des Römers dagegen ist nur so groß wie ein Frühstücksteller. Hat aber durchaus einiges an Power.

Und so funktioniert der einfache Heizer: Auf die Grundfläche stellt man vier Teelichter und legt über sie ein Metallgitter. Darauf werden zwei unterschiedlich große Terrakotta-Kuppeln gestellt. Die innere kleinere Kuppel ist ganz dicht, während die größere am Scheitelpunkt ein Loch hat. Durch die brennenden Kerzen erhitzt sich die innere Kuppel und gibt Wärme an die äußere Kuppel weiter. Die erhitzte Luft zwischen den Kuppeln kann durch die Spitze der äußeren Kuppel entweichen.

Frische Luft bekommen die Kerzen durch kleine Lüftungsschächte, die seitlich an der Grundfläche angebracht sind.

Mini-Ofen wärmt Räume bis 20 Quadratmeter

In Riesenräumen oder Eiseskälte kann es der Kerzen-Mini-Ofen zwar nicht mit einer Öl- oder Gasheizung aufnehmen. Im Herbst oder Frühling in der Studentenbude ist er aber eine denkbare Alternative: Denn immerhin soll der Mini-Ofen einen Raum von 20 Quadratmetern mit vier Kerzen bis zu fünf Stunden beheizen.

Dabei soll die Umgebungstemperatur nach einer halben Stunde maximal um bis zu drei Grad ansteigen. Das verspricht jedenfalls der Erfinder, der an der Academy of Fine Arts in Rom studiert. Günstig und umweltschonend sei diese Art zu heizen außerdem. Das Material Terrakotta hat er übrigens aus guten Gründen gewählt: Der Ton speichert Wärme schnell und gibt sie langsam und gleichmäßig ab. Deshalb bleibt es noch einige Zeit warm, wenn die Kerzen bereits aus sind.

Crowdfunding-Kampagne hat Ziel bereits überschritten 

Die schlichten Terrakotta-Kuppeln werden handgemacht. Zur Auswahl stehen verschiedene Modelle: Sie sollen naturbelassen, in Farben wie Rot und Blau sowie mit Emailleüberzug auf den Markt kommen. Das dafür nötige Kapital sammelt Marco Zagaria übers Crowdfunding auf Indiegogo. Anvisiert hatte er mit seinem Team bis Ende Januar ein Startkapital von rund 24.000 Euro. Seine Erfindung kommt aber so gut an, dass diese Summe schon jetzt überschritten wurde.

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Von Lisa von Prondzinski
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kommentare
25.12.2014, 22:30 Uhr Martin Baer
Ist denn noch niemand auf die Idee gekommen, die Leistung einer Kerze und den Bedarf zu vergleichen, den ein 20qm-Zimmer für eine kurzzeitige Aufzeitphase benötigt?
Ansonsten eine super Idee: wir lassen künftig die Heizung aus und stellen 4 Kerzen auf.
Wenn man das Gehäuse weglässt, kann man sich sogar die Zimmerbeleuchtung sparen.
Das wäre noch ein Verbesserungsvorschlag...

27.12.2014, 12:23 Uhr Eman Retzuneb
Hallo Herr Baer,

vielen Dank, ich habe gut gelacht! Ich bin allerdings neidisch auf die clevere Idee, mit geistigem Dünnpfiff so viel Geld zu generieren.

An Frau von Prondzinski:

Kleiner Denkanstoß: Wo soll die (zusätzliche) Wärme herkommen, die ein Zimmer mehr erwärmen sollte, als eine gleiche Anzahl Kerzen so - wie - so abgeben? Das Terrakotta wirkt nur als Dämpfer. Es dauert länger, bis die Wärme durchkommt, dafür wärmt es etwas nach.

Bitte besser recherchieren oder jemanden drüber lesen lassen. Ich finde so etwas gehört HIER nicht hin.
Genau der selbe Schwachsinn wie die gehypten "Solarkugeln". Hier wird gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche gezogen. Aber vielleicht haben die, die nicht nachdenken, es nicht besser verdient. Wenn man davon allerdings auf Ingenieur.de liest, fühlt man sich jedoch evtl. sicherer...

Beste Grüße,
Ingo Adamski

05.01.2015, 22:21 Uhr a.moerer-funk
Hallo Herr Baer, Herr Adamski,

natürlich haben Sie Recht: Eine Kerze bleibt eine Kerze und wird nicht zur Heizung, die ein Haus beheizen kann, wenn man eine Tonkuppel drüber stellt. Aber Sie wissen ja auch, dass wir auf Ingenieur.de immer auch auf der Suche sind nach Ideen und Entwicklungen, die ungewöhnlich sind oder der Anfang einer schönen Entwicklung sein könnten.
Viel Spaß weiterhin auf Ingenieur.de
Ihr Axel Mörer-Funk

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