20.05.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Fernkälte Berliner Mega-Klimaanlage wird ausgebaut

Eins der größten Fernkältenetze Europas wird jetzt noch größer. In den vergangenen Monaten hat der Energieversorger Vattenfall in Berlin weitere 1300 Meter Rohre verlegt, um die Staatsbibliothek, das Kulturforum und die Philharmonie mit Klimakälte zu versorgen. 

Vattenfall baut in Berlin das Fernkältenetz weiter aus.
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Der Energieversorger Vattenfall baut in Berlin das Fernkältenetz weiter aus. 

Foto: Vattenfall

Die energiehungrigen Kompressionskältemaschinen, die bisher dafür sorgten, dass beispielsweise Sir Simon Rattle, der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, und seine Musiker kühle Köpfe bewahrten, werden abgeschaltet. Weitere 550 Meter Rohre folgen, um eins der größten Einkaufszentren Deutschlands ebenfalls anzuschließen, das den schlichten Namen „Leipziger Platz No. 12” tragen wird. Für diese Objekte stellt Vattenfall zusätzlich zwölf Megawatt Kälteleistung bereit.

Pro Jahr 1400 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoss

Im Berliner Zentrum zwischen Potsdamer und Leipziger Platz werden bereits 10 000 Büros und 1000 Wohnungen mit Fernkälte versorgt. Zu den bisherigen Kunden gehören der Bundesrat, die Zentrale der deutschen Bahn, der Sony-Komplex, die Potsdamer Platz Arkaden, das Umweltministerium und das Abgeordnetenhaus.

Durch die Fernkälteversorgung werden pro Jahr 1400 Tonnen Kohlendioxid weniger emittiert, verglichen mit einer Eigenversorgung der angeschlossenen Gebäude. Das liegt vor allem an der Nutzung der Fernwärme des Heizkraftwerks Mitte, die im Sommer nicht benötigt wird. In drei Absorptionskältemaschinen wird die Wärme in Wasser mit einer Temperatur von sechs Grad Celsius umgewandelt.

Erdgasbetriebenes Kraftwerk

Die Energie des Heizkraftwerks wird genutzt, um das Kältemittel, das während des Kühlprozesses mal gasförmig, mal flüssig ist, zu kondensieren. Das Kraftwerk, das mit Erdgas betrieben wird, müsste im Sommer angeschaltet werden, wenn es keinen Abnehmer für die Fernwärme gäbe. Da sie zur Klimatisierung genutzt werden kann, läuft die Anlage beinahe ganzjährig mit einem Wirkungsgrad von rund 90 Prozent. Wenn die Fernwärme zum Kühlen nicht ausreicht springen acht konventionelle Kompressionskältemaschinen ein.

Auf dem Weg durch die Kühlschlangen in Büros und Wohnungen erwärmt sich das Wasser auf zwölf Grad. Über Parallelrohre wird es zurück zur Kältezentrale gepumpt und erneut gekühlt. Die Wärme, die dem Wasser entzogen wird, wird über vier Kühltürme an die Umwelt abgegeben.

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Von Wolfgang Kempkens
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