11.05.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Terrortunnel frühzeitig entdecken Israel und die USA arbeiten gemeinsam an einer Anti-Tunnel-Technik

Durch gut getarnte Tunnel kommen immer wieder Eindringlinge in andere Länder. Zwei derzeit besonders betroffene Länder, Israel und die Vereinigten Staaten, arbeiten inzwischen gemeinsam an einer Technik, die eine frühzeitige Aufdeckung der Tunnelbauten erlauben soll.

Terrortunnel
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So genannte Terrortunnel machen zahlreichen Regierungen in aller Welt große Sorgen. Das reicht von Israel über Südkorea bis zu den Vereinigten Staaten. Künftig soll eine elektronische Technik eingesetzt werden, die den Bau solcher Tunnel frühzeitig registriert und meldet. 

Foto: Israel Defense Forces (IDF)

Welches räumliche Ausmaß so genannte Terrortunnel tatsächlich haben können, hat sich an der Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten wiederholt gezeigt – wenn nämlich das südkoreanische Militär zufällig Tunnel entdeckte, die teilweise so breit und hoch waren, dass sie mit Panzern durchfahren werden konnten.

Israel leidet besonders unter Tunnelbauten der palästinensischen Organisationen, vornehmlich Hamas, die der sunnitisch-islamistischen Widerstandsbewegung immer wieder Überfälle auf Siedlungen in Südisrael ermöglichen. Die schiitische Partei und Miliz Hezbollah versucht im Libanon in kleinerem Stil Ähnliches. 

USA sehen große Gefahr in Tunnelbauten 

Auch die Vereinigten Staaten sind stets aufs Neue mit der Untertunnelung ihrer Grenze zu Mexiko konfrontiert. Durch diese Tunnel kommen unerwünschte Einwanderer in größeren Zahlen ins Land. Die USA sprechen aber ebenfalls von “Terrortunneln”. Dabei geht es nicht um Illegale, die ins Land wollen, sondern vielmehr um die Gefahr von tunnelgestützten Terroranschlägen auf Militärbasen oder auch Diplomatische Auslandsvertretungen in den verschiedensten Krisenländern.

In Washington wird die Gefahr, die von derartigen Tunnelbauten ausgeht, als so gravierend angesehen, dass sich die beiden großen Parteien, Demokraten und Republikaner, auf ein gemeinsames Vorgehen zur Finanzmittelbeschaffung für die Anti-Tunnel-Technik geeinigt haben.

Hamas besonders aktiv

Der größte Terrortunnel-Bauer scheint derzeit die Hamas zu sein. Die palästinensische Organisation baut Tunnel zwischen Sinai in Ägypten und dem Gaza-Gebiet, um Waffen, andere Ausrüstungen und Geld in ihr Gebiet zu schmuggeln.

An den Grenzen zu Israel werden gleichzeitig Tunnel angelegt, um terroristische Überfälle zu ermöglichen. Während die Sinai-Tunnel immerhin kleinen Fahrzeugen die Durchfahrt erlauben, sind die Tunnel nach Israel vor allem auf den Personenverkehr zugeschnitten. Hamas soll bisher rund 100 Millionen Dollar für deren Bau ausgegeben haben.

Die Anti-Tunnel-Technik setzt vor allem auf Elektronik

Das gemeinschaftliche israelische-amerikanische Entwicklungsprogramm für die Anti-Tunnel-Technik wird überwiegend von Washington aus dem Verteidigungshaushalt  bezahlt, während die technische Programmführerschaft in Israel liegt. Ziel ist ein Anti-Tunnel-System, das nach der Installation dauerhaft und zuverlässig jegliche Bauarbeiten an neuen Tunnel sofort meldet.

Konkret soll das durch Impulse geschehen, die aktiv unter der Erdoberfläche ausgestrahlt werden und die von den Hohlräumen beim Tunnelbau reflektiert werden. Zusätzlich wird an einer Art von Horchposten unter der Erde gearbeitet, die bestimmte Geräusche, die vor allem beim Tunnelbau entstehen, registrieren und anzeigen sollen.

Programm läuft unter großer Geheimhaltung 

Die Anlagen sollen dabei so installiert werden, dass sich aus den Tunnelbau-Registrierungen auch sofort ablesen lässt, wo geographisch genau der jeweilige Tunnel gegraben wird, um gezielte Maßnahmen zur Zerstörung der Baustelle einleiten zu können. Da das israelisch-amerikanische Entwicklungsprogramm für die Anti-Tunnel-Technik unter großer Geheimhaltung abläuft, ist bisher nicht zu erfahren, wann eine zuverlässig arbeitende Hardware zur Verfügung stehen wird.

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Von Peter Odrich
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