04.02.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Sportmedizinische Innovation Gesundheitstipps aus dem Joggingschuh

Manche Läufer überfordern sich oder bewegen sich falsch, sodass sie Gesundheitsschäden riskieren. Ein Laufschuh namens RunSafer mit Elektronik in der Sohle warnt vor Fehlern.

Laufschuh RunSafer
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Mit einem speziellen Laufschuh können Jogger künftig Verletzungen wie Bänderdehnungen oder Muskelfaserrissen vorbeugen. 

Foto: Fraunhofer IPMS

Jogger wollen sich fit halten, ihre Kondition verbessern und ihre Abwehrkräfte stärken. Doch manch einer ruiniert stattdessen laufend seine Gesundheit. Wer sich falsch bewegt, etwa die Füße nach innen stellt oder die Beine schleudert, als hingen sie an Gummiseilen, riskiert schwere Verletzungen, etwa Muskelfaserrisse oder Bänderdehnungen.

Entwicklung im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts

Mit RunSafer wird das nicht mehr passieren. Dieser Laufschuh steckt voller Elektronik, die in der Sohle verborgen ist. Entwickelt wurde er im Rahmen eines EU-Forschungsprojekt von Forschern und Unternehmen aus Deutschland, Spanien, Großbritannien und Estland. „Unser Laufschuh kontrolliert das Training und bewertet es medizinisch während des Joggens“, sagt Andreas Heinig vom Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme in Dresden, eines der sechs Mitglieder im Entwicklerkonsortium.

Datenübertragung per Bluetooth

Der Trainingsassistent besteht aus Mikrocontroller, Funkmodul, Batterie so wie Beschleunigungs- und GPS-Sensoren. Das System ermittelt die biomechanischen Körpersignale sowie die Geschwindigkeit des Läufers und überträgt die Daten per Bluetooth an sein Smartphone. Darauf ist eine App gespeichert, die sie auswertet. Nahezu in Echtzeit erhält der Sportler Rückmeldungen über seine Trainingsleistung. Falls erforderlich schlägt die App Änderungen im Bewegungsmuster oder im Trainingsablauf vor, wenn etwa die Streckenlänge nicht altersgemäß oder sehr viel länger ist als üblich. „Sie könnte beispielsweise empfehlen, langsamer zu laufen, den Fuß anders abzurollen, sich auf einen anderen Untergrund zu begeben oder notfalls das Training zu beenden“, sagt Heinig.

Aus den Informationen lässt sich ein Trainingsplan entwickeln

Das Smartphone gibt dem Läufer nicht nur während des Laufens Tipps, wie er Verletzungen vermeiden kann. Andere Messdaten werden zusätzlich auf ein Web-Portal übertragen, sodass sie später am Laptop visualisiert werden können. Auf dieser Basis lassen sich komplette Trainingspläne erarbeiten. Wenn die Batterie leer ist wird der Schuh auf ein Ladegerät gestellt, das sie induktiv, also berührungslos wieder lädt.

Ein Prototyp sowie die App sind bereits fertig. Derzeit arbeiten die Partner noch daran, die Elektronik weiter zu verkleinern. Anfang 2015 soll der Schuh in den Handel kommen. New Millenium Sports,  ein spanischer Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung und Partner beim RunSafer-Projekt, wird ihn auf den Markt bringen.

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Von Wolfgang Kempkens
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